Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Samstag, 30. September 2023

Offenes Denkmal ohne Denkmal – Sankt Hedwig Mitte

Der Pressesprecher des Erzbistums Berlin präsentiert den Umbau, der das Denkmal zerstörte

Das Erzbistum Berlin missbraucht den vom Landesdenkmalamt veranstalteten Tag des offenen Denkmals 2023, wie schon in vergangenen Jahren, um für die selbst durchgesetzte Zerstörung eines bedeutenden Denkmals zu werben und den dürftigen, peinlichen Ersatz schönzureden.

Sankt Hedwig Mitte  09.09.2023  10:00 Uhr  
Baustellenrundgang für Denkmalinteressierte mit Erläuterungen des Pressesprechers des Erzbistums Berlin zum laufenden Umbau der Hedwigskathedrale

Pressesprecher Stefan Förner empfängt eine 22-köpfige Gruppe von denkmalinteressierten Bürgern. Er präsentiert die Geschichte der Hedwigskirche von den Anfängen bis zum derzeitigen Umbau in einer netten, leicht verdaulichen Erzählung, die er mit humorvollen Anekdoten versüßte.

Hier folgt eine möglichst genaue Wiedergabe der Ausführungen von Stefan Förner.
Wörtliche Zitate des Pressesprechers sind kursiv gesetzt, besonders interessante Aussagen durch violetten Fettdruck gekennzeichnet. Zwischenüberschriften sollen die Orientierung erleichtern. Kommentare sind in blauer Schrift eingefügt.

Die Erzählung des Pressesprechers

Auch 1773 fehlte bei der Kirchweihe noch einiges zur Baufertigstellung, so wie heute. Bei der für den 250-igsten Jahrestag der Kirchweihe vorgesehene Weihe des neuen Altars wird der Umbau nicht abgeschlossen sein. Der Umbau dauert länger als geplant, denn wir mussten lange auf Genehmigungen, Finanzierung und Fördermittel warten. Bei der staatlichen Förderung des Bauvorhaben des Erzbistums Berlin gibt es die klassische Drittelfinanzierung. Doch das Innengerüst wird bis dahin schon demontiert sein. Die Weihe wird Erzbischof Koch nur im engsten Kreis zelebrieren können. Da die Zeremonie sehr aufwendig und lang ist, wird sie nicht im Fernsehen übertragen werden können. Aber über das kircheneigene Domradio wird jeder Interessierte die Liturgie im Internet verfolgen können.
Nach der Altarweihe werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Im Moment gehen wir davon aus, dass der Regelbetrieb in der Bischofskirche, der seit 2018 in der Ersatzkathedrale St. Joseph in Berlin-Wedding stattfindet, ab Ende 2024 in Sankt Hedwig Mitte wieder möglich sein wird.

Klarstellung der Irreführung

Die Qualität der Konzeption, Vorbereitung und Planung bestimmt den Abstimmungs- und Genehmigungsprozess und dessen Zeitdauer. Verantwortlich für Zeitverzögerungen und daraus folgende Kostenexplosion ist die Bauherrschaft.


Die Geschichte von Friedrich II.
Schlesische Kriege, Kirchbau in Berlin für Soldaten und Neubürger, Patronat der schlesischen St.Hedwig als freundliche Geste gegenüber den Besiegten.
König Friedrich wünschte aus städtebaulichen Gründen einen Kirchbau nach dem Vorbild des Pantheon in Rom. Die heidnische Tempelform entsprach seinem Kalkül, dass die katholische Konfession in Berlin keinen Bestand haben würde. "Wenn der Zauber vorbei ist, kann man das Gebäude auch anders nutzen."

Hinweis zur späteren Nutzung
Auch hier wird man dem Vorbild König Friedrichs folgen können, wenn der Neubau langweilt und keine Gläubigen mehr kommen..
Das nach dem Umbau für liturgische Nutzung kaum geeigneten Gebäude, bietet
mit der entstandenen ausdruckslosen Mehrzweckhalle allerlei Vermarktungsmöglichkeiten für viele andere Themen, auch zur Vermietung (Galerie, Konferenz, Verkauf etc.).

Da hat Friedrich nicht recht behalten. Wir sind immer noch da und wollen auch bleiben.
Die Katholiken hatten aber stets Probleme mit der runden Form. Hinweis auf eine historische Bestuhlung. Wie beim Fußball, nur andersherum: "Das Eckige muss ins Runde."
Beim Umbau der Hedwigskirche in eine Kathedrale (nach der Bistumsgründung 1930) hat Holzmeister den Versuch unternommen, der Form durch runde Bänke entgegenzukommen.

Geschichte der Wiedererrichtung der Kuppel der kriegszerstörten Kathedrale aus Betonsegmenten.

Neueindeckung der Kuppeln
Es ist ein Nachteil der nach dem Krieg aus Betonsegmenten wiedererrichteten Hauptkuppel, dass sie nur einschalig ist. In den letzten Jahrzehnten sind all der Schweiß und die Tränen der Gottesdienstbesucher durch die Fugen zwischen den Betonsegmenten gedrungen und haben die Dämmschicht unter der Kupferdeckung geschädigt. Sie ist heruntergerutscht und fehlte dann an vielen Stellen ganz. Deshalb war es die erste Entscheidung des Umbaus, die Dämmung musste neu aufgebracht werden. Dazu musste das Kupfer abgenommen werden. Wegen des denkmalrechtlichen Ensembleschutzes musste, anders als an der Schlosskuppel, vorpatiniertes Kupfer, das natürlich teurer ist, zur Neueindeckung verwendet werden.

Richtigstellung der Falschaussagen

Eine Untersuchung der Dachdeckung vor dem Umbau hatte 2016 keine wesentlichen Schäden an der Kupferdeckung und deren Befestigungselementen entdecken können und auch keine Durchfeuchtung festgestellt. Die Behauptung des Berliner Erzbischofs Koch "Es regnet rein." war falsch. Die Neueindeckung war jedoch die einzige Maßnahme, die als "Sanierung" dargestellt werden konnte. Ansonsten finden beim Umbau nur Abriss und Neubau statt. Nur mit der Kupferneueindeckung konnten Politiker staatliche Fördermittel formal rechtfertigen. Eine nachhaltigere Reparatur der Dachdeckung passte nicht ins finanzielle Konzept des Großvorhabens.

Schwipperts Innengestaltung
Eine große Öffnung verband Ober- und Unterkirche.
Verweis auf Bilder an der Holzwand, die die Baustelle absperrt. (Dazu musste Förner eine Plane lüften, mit der das Bild der gottesdienstlichen Nutzung des Schwippertschen Innenraums auf der Ausstellungsfläche verdeckt ist _s. Abbildung.)

Pressesprecher Förner lüftet die Plane, die sonst das Bild verdeckt,
das die lebendige Gemeinde in dem von Hans Schwippert gestalteten Raum zeigt.

Gläubige konnten in der Unterkirche an den Gottesdiensten teilnehmen, aber es gab das Problem, dass die Gläubigen etwas gehört, aber nichts gesehen haben. Nach dem Umbau ist die stark umstrittene Öffnung nun geschlossen. Schwippert rückte den Altar, gegenüber den vorherigen Kirchenraumgestaltungen, näher an die Mitte.  
Schwipperts Fassung war Nachkriegsarchitektur. Man sagte sich damals: Wir können nicht so bauen, wie vor der Kathastrophe. Man wollte die Schmerzen zeigen, die Wunde offen halten.

Klarstellung der Irreführung

Schwipperts Raumkonzept, das mit dem Liturgischen Institut Trier abgestimmt war, weitete den Gottesdienstraum und ließ eine große Gemeinde an der Liturgie teilhaben. Der im Zentrum des Raumes platzierte Altar bot erstmals in einer deutschen Kathedrale die Möglichkeit, entsprechend den Reformen des II. Vatikanischen Konzils die Messfeier zu zelebrieren. Grundintention war eine stärkere Beteiligung der Gemeinde und die Zelebration zur Gemeinde hin („versus populum“).

Verzögerungen bei der Sanierung der Kathedrale, die seit 1978 (Orgeleinbau) nicht mehr baulich bearbeitet wurde.
2003 erlebte das Erzbistum eine Finanzkrise.
Kardinal Sterzinsky hatte nicht mehr die Kraft, etwas zu unternehmen.
Es musste auf jeden Fall saniert werden.
Lüftung – Luftheizungsrohre waren versottet, Dreiviertel des Querschnittes war zu.
Dämmung – durch Nutzung über Jahre durchfeuchtet, neue Dämmung war nötig.

Richtigstellung der Falschaussagen

Bei der Ausschreibung des Realisierungswettbewerbs 2013 wurde die erst kurz vorher sanierte Kirchenluftheizung als wirksam und erhaltungswürdig bestimmt. Eine Dämmungsdurchfeuchtung war nicht nachgewiesen worden. Die Sanierung des Innenraums war in Fortsetzung der 2009 abgeschlossenen Außensanierung von Landesdenkmalamt bereits geplant und hätte nicht mehr ca. 2 Mio. gekostet. Baufachliche Kostenschätzungen haben ergeben, dass zur Anpassung der Kathedrale an aktuelle technische Anforderungen (Aufzugeinbau, Erneuerung der Elektro- und Sanitärtechnik u.v.a.m. max. weitere 2 Mio. Euro nötig gewesen wären.


Beschreibung der Umgestaltung

Altar steht jetzt in der Mitte, wie es dem Gebäude am Besten entspricht. Jesus ist die Mitte.

Zusätzliche Innenschale 

Um eine halbkugelartige Kuppel vorzutäuschen, wurde mit enormem Stahlbauaufwand unter die originale, funktionsfähige Kuppel eine unnötige Innenkuppel gebaut und später mit orientalischem Netzmuster dekoriert.

Der mit dem beim Umbau vorgenommene Einbau einer zusätzlichen Innenschale geschah aus zwei Gründen.

Das Kreisschema des Pantheon passt nicht in die Hedwigskathedrale. Da Erzbischof Koch das Schema trotzdem verwendet, sollte die Wirklichkeit dem Fehler angepasst werden.

Der erste Grund ist ein ideologischer, theoretischer:
Mit der Innenschale soll der obere Abschluss des Raumes annähernd eine Halbkugel bilden.
Ob man es merkt, weiß man nicht.
Man kann das zwar Simulieren, aber der Effekt wird erst eintreten, wenn alles fertig ist.

Der grüne Kreis zeigt, das Schwippert mit Öffnung der Unterkirche den von der Kuppel vorgegebenen Kreis vollendete. Beim Umbau (roter Kreis) wurde mit der überflüssigen Innenkuppel versucht, das Pantheon-Schema durch Raumverkleinerung zu imitieren. Es gelang aber nicht. Zudem entsteht ein schlotartiger Oberlichtkanal.

Beurteilung der abwegigen Aussagen

Eine völlig unnötige Innenkuppel wird aus "Ideologischen" Gründen eingebaut. Das von Zogmayer proklamierte Kreisschema, das Erzbischof Koch in sein Umbau-Hirtenwort übernahm, passte nicht zu der Bausubstanz der Hedwigskathedrale. Dieser peinliche Planungsfehler wurde durch eine Verkleinerung des Raumvolumens passend gemacht, in dem mit monströsem Aufwand unter die wirkliche Kuppel eine Halbkugel-Scheinkuppel aus Stahlprofilen und Gipskarton gebaut worden ist. Ein orientierungsloses Netzmuster kennzeichnet das zusätliche Bauelement als sinnfreies Dekor.

Es gibt auch technische Gründe für die Innenkuppel. Arbeitsraum für Technik wird entstehen und für Luftumwälzung im Zwischenraum. Man kann Kabel verstecken.

Bautechnischer Hinweis

Abgeschlossene, nicht vollständig zugängliche Hohlräume sind in Gebäuden zu vermeiden, da sie Nistmöglichkeiten für Vögel und allerlei Nager bieten. Die Form des teilweise eingeschnürten Hohlraums bietet keine Voraussetzung füp Luftumwälzung (s. Abbildung des Modells).

Am aktualisierten Umbaumodell in der Katholischen Akademie zu Berlin sind der unzugängliche Hohlraum hinter der Innenkuppel und das schlotartige Oberlicht gut zu erkennen.
Auf dem Portikus prangt ein "Spaghetti"-Kreuz.


Frage aus dem Publikum:
Wurden die Auswirkungen dieser zusätzlichen Innenkuppel auf die Akustik berücksichtigt und berechnet?
Förner:
Ja, aber man wird erst sehen, wenn es fertig ist.
Vergleichender Hinweis auf den Kammermusiksaal der benachbarten Said-Akademie.
Es ist die Frage, wie Wandflächen reflektieren. Es kann zu Überakustik kommen. Das hängt von vielen Details ab. Wie sind Worte hörbar? Akustik kann schon wenige Meter daneben ganz anders sein.

Unzureichende Planung

Baumaßnahmen werden durchgeführt, deren Auswirkungen nicht berechnet oder nachgewiesen sind. Ein nächster Umbau könnte bald nötig sein, wenn man "sehen wird", was man nicht sehen wollte.

Rundgang durch die Baustelle

Umbaurechtfertigung beim Verweis auf die Innenrüstung
Selbst wenn man nur Sanieren wollte, hätte schon das Gerüst viel Geld gekostet.

Richtigstellung der Falschaussage  

(s.o. Sanierung und Modernisierung hätte 4 Mio. € gekostet)
Das Innengerüst ist nur wegen der unnötigen ("ideologischen") Innenkuppel so monströs ausgefallen. Für Sanierungsmaßnahmen hätte ein segmentartiges Teilgerüst genügt, ein Putzergerüst.

Aussage zum Kuppelkreuz beim Blick zum Kuppeloberlicht
Das Kreuz passte nicht wieder drauf.
Selbst wenn man das Kreuz wieder aufsetzen könnte, dann wäre dieser Effekt weg.
Verweis auf den Blick durch die Plastikabdeckung in die hellen Wolken.
Es ist die Perspektive christlichen Lebens:
Wenn es zu Ende ist, ist es nicht zu Ende.

In dem Netzmuster klafft ein rundes Loch, das von Plastikkissen abgedeckt wird. Die Schweissnähte der Plastikteile bilden ein Liniengewirr im Deckel der röhrenförmigen Durchörterung der unnötigen, zusätzlichen Innenkuppel.

Statt eines Kuppelkreuzes wird ein Kreuz auf dem Portikus installiert.
So wird das Kreuz vom Bebelplatz besser sichtbar sein.
Mit Erzbischof Kochs Worten: Das Kreuz wird den "Bebelplatz prägen"

Klarstellung der Irreführung

Ohne Kuppelkreuz wird die Katholische Kirche im Stadtbild des Berliner Zentrums nicht mehr in Erscheinung treten. Ein Kreuz auf dem Eingangsportikus, wie überdimensioniert und unproportioniert es auch ausfällt, wird nur noch vom Bebelplatz und von der Behrensstraße aus (von Westen) sichtbar sein. Das Kreuz auf kath. Kirchen solte über dem Ort der Eucharistie angeordnet sein. Ein Kreuz über dem Eingang entspricht der Friedhofsarchitektur, es kennzeichnet Grabkapellen.

Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses
Der Entwurf des Neubaus ist vom renommierten Architekten Dudler, der für seine Kolonadenarchitektur bekannt ist.
Behauptung:
Der Aufwand zur Ertüchtigung des bestehenden Bauwerks war wesentlich höher als ein Neubau.
Die Garagen im Altbau waren nicht einladend. Jetzt wird ein Ruhebereich zwischen Kathedrale und Neubau entstehen, eine Art "Piazza". Kaffeeduft aus dem Café im Erdgeschoss wird die Menschen anlocken und verweilen lassen.

Frage eines Besuchers nach der Kapazität des neuen Kirchenraums
Förner:
Die Architekten sagen, es wird 600 Plätze geben, mehr als vorher.

Richtigstellung der Falschaussage  

Der Pressesprecher übernimmt wohlwissend keine Verantwortung für die Falschaussage, indem er die Architekten zitiert, die einen unrealistischen Wert vorgaukelten. Doch der Vertreter der Bauherrschaft sollte eine wahrheitnahe Auskunft geben, da an der Bauabsperrungswand und in Werbebroschüren die Animation der geplanten Bestuhlung gezeigt wird. Es ist ganz leicht, die Anzahl der Stühle abzuzählen, die lt. Planung in Reihen um die Betonhalbkugel gruppiert werden sollen. Zwar gibt es seit Jahren ein Hin und Her in der Planung. Werden Bänke oder Stühle aufgestellt? Gibt es Kniebänke oder nicht? Inzwischen hat sich die Anzahl der Sitzreihen von 6 auf 5 reduziert. Wenn keine Musiker die Veranstaltung bereichern, wird es fünf Stuhlblöcke geben mit je 52 Plätzen (je Reihe zunehmende Stuhlzahl: 8+9+10+12+13 = 52). Das ergibt 5 mal 52 Plätze, also eine Kapazität von 260 Stühlen. Vereinzelte Stuhlgruppen in 4 Nischen (4 x 10 = 40) und vor den Säulen (max. 6 x 6 = 36) kann man hinzurechnen. Da ergeben sich 336 Plätze in Messen, die nicht durch Chorgesang und Orchesterklang bereichert werden. In festlichen Messen (Pontifikalämtern) wird ein Stuhlblock (52 Besucherplätze) demontiert und ausgeräumt werden müssen. Dann kann die Halle nach dem Umbau nur noch 284 Gläubigen einen Sitzplatz bieten. Für Zelebranten und Ministranten sind max. 35 Plätze vorgesehen. Analog zu den dramatisch zurückgehenden Mitgliederzahlen der Kirche wird es wesentlich weniger Platze geben als in dem abgerissenen Hauptraum (Oberkirche) der ehemaligen Kathedrale.

Die zubetonierte Sichtachse

Im Hauptraum ist es nicht so gut zu sehen, dass zwischen Taufbecken (in der Krypta), Altar und Lichtöffnung in der Kuppel eine Achse besteht. Sie steht für Taufe, Glaubensgemeinschaft und Himmel.

Kommentar

Die hier zitierte,ehemals bestehende Achse wurde durch Stahlbeton abrupt unterbrochen. Beim Rundgang spürt man stattdessen etwas völlig anderes. Wir erleben drei getrennte Ebenen. Im Untergrund die hermetisch abgeschlossene, hoffnungslose Hölle. Im leeren Rund darüber sitzen eitle Vereinzelte wie im Fegefeuer. Durch ein Bullauge in ferner Höhe kann man nur zum Himmel aufschauen, der unerreichbar ist, da die christliche Verbindung - durch das Kreuz -
gekappt worden ist.

Lichtenberg wird wieder beigesetzt werden in einer Seitenkapelle der Krypta. In der Krypta gibt es die Möglichkeit für Werktagsmessen und Gruppentreffen.

Förner fordert die Bewunderung des Publikums für die aufwendigen Arbeiten heraus:
Ein großes Gerüst füllte die Kuppel aus, ein hoher Arbeitsplatz, wo Putzer die Gipskartonplatten spachteln und mit Akribie glätten, obwohl die Kuppel sehr hoch ist und man meinen könnte, es käme auf Detailgenauigkeit und Präzision in so großer Entfernung vom Betrachter gar nicht an.

Die liturgischen Abläufe und Wegebeziehungen müssen sich noch einspielen.
Es ist noch nicht klar, wie viele Zelebranten am Altar sein werden.
Wo sich die Ministranten und die Zelebranten aufstellen werden, wissen wir noch nicht.
Das wird sich in der Praxis erweisen

Planung ohne liturgisches Konzept

Erst war eine zwei Etagen tiefer liegende Tiefsakristei im unterkellerten Hof geplant. Als die Fehlplanung erkannt war und die Unterkellerung gestrichen wurde, fehlte Platz für eine Sakristei. Als Notlösung ist nun eine Doppelstock-Ringsakristei in die Gänge rund um die Sakramentskapelle als Stahlbauregal gepresst worden. Nun stellt der Dompropst fest, dass sich die Sakramentskapelle nicht als Andachtsraum eignet . Es soll jetzt ein "Jetzt"-Raum daraus werden, wohl in Anlehnung an die von Leo Zogmayer im Internet für 95 € angebotene "Jetzt"-Uhr. Für das Sakrament und den Tabernakel wird sich eine Nische im Hauptraum finden. Wie die Liturgie rund um die mittige Betonhalbkugel inmitten von Stuhlblöcken gestaltet werden soll, ist noch unklar und "muss sich noch einspielen".

Einblicke in die neue Kellerebene bei der Baustellenbesichtigung

–  Ein eiserner Wurm bohrt sich in die Unterwelt

Wurmartig kriecht eine Röhre in den Keller – Die steile, enge Treppe ist bautechnisch von der Halle abzutrennen, da der mit Stahlbeton abgeschottete Keller (Krytpa) unverschließbar mit dem Windfang (ehem. Vorhalle) verbunden ist. Um eine Mindestkopfhöhe zu erübrigen, war für eine bautechnische Lösung kein Platz. Nun soll ein geschweißtes, tragfähiges Stahlgewölbe zum erforderlichen Brandschutz, Rauchschutz, Schallschutz beitragen.

–  Der beängstigende Blick in den Höllenschlund

Höllentrichter – Die steile, enge Treppe in den Keller ist einläufig und besteht aus 20 Stufen ohne Zwischenpodest. Der Blick vom oberen Zugang (Windfang unter dem Portikus) in die Tiefe ist beängstigend. Er gleicht dem Höllentrichter, mit dem Dante den Zugang zum Inferno beschreibt. Die Sturzgefahr wird viele von dem riskanten Abstieg abhalten. Für den Toilettenbesuch Einzelner gibt es zur Not einen kleinen Aufzug
–  Der unterirdische Betonbunker mit Fangnetz an der Decke

Stahlbetonbunker – Die ehemalige Unterkirche ist nun von einer bedrückendes Betondecke verschlossen, die auf fetten, plumpen Rundstützen lastet. Das Raumgefühl erinnert an eine Tiefgarage. Hier sollen sich Freiwillige entblößen und in einem Betonbecken untertauchen.

Ein Insekt lauert im Netz über dem Tauchbecken

Das lauernde Insekt – Über dem Tauchbecken breitet eine insektenartige Kreatur seine Fangglieder aus. Das Netzdekor an der Betondecke der niedrigen Krypta verstärkt noch das beklemmende Gefühl, eingeengt und gefangen zu sein.

Was wird im grauenerregenden Betonbunker noch zu finden sein?

Beisetzung der Berliner Bischöfe
Die Grabkammer für Erzbischof Koch ist schon vorbereitet.
Für neun weitere Bischöfe ist noch Platz in der Krypta.

Fazit

Durch die Aussagen des Pressesprechers sind die Besucher über die offiziellen Standpunkte der Leitung des Erzbistums informiert worden. Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie ziellos die Planung und Ausführung des Umbaus erfolgte und dass die Bistumsleitung noch immer kein liturgsches Konzept für die Nutzung der inzwischen gebauten Räume hat.
 

Zitate des Pressesprechers zur Konzeptlosigkeit der Bauherrschaft:

"… wird man erst sehen, wenn es fertig ist."

"Die liturgischen Abläufe und Wegebeziehungen müssen sich noch einspielen."

"Es ist noch nicht klar, (…) Das wird sich in der Praxis erweisen.

 

Donnerstag, 31. August 2023

Herrscher über Steine und Gebeine

Alle im alten Verteiler des Erzbistums Berlin gelisteten Personen erhielten Ende August 2023 per Post in einem Großbrief mit 1,60 Euro Porto, ob sie es wünschten oder nicht, die Farbbroschüre "Sankt Hedwig Mitte 01/2023", mit der ein zerstörerisches, horrende Geldsummen verschlingendes, nichtssagend langweiliges Umbauprojekt gerechtfertigt werden soll. Die immer gleichen, vielfach plakatierten und schon oft publizierten grafischen Animationen von Planungen werden auch in diesem neuen Heft wieder abgedruckt, von Wortkasskaden umspült.

Was vermittelt das 24-seitige Heft im A4-Format?

Es geht nicht um die Menschen, die längst einer Kirche den Rücken kehren, die seit fünf Jahren das zentrale Gotteshaus verschlossen hält, um es im Inneren ungestört zerstören zu können. Die St. Hedwigskathedrale existiert nicht mehr, die Kuppelhalle am Bebelplatz wird Teil des sog. Katholischen Forums Sankt Hedwig Mitte.

Auch in der neuesten Propagandaschrift werden wieder gesammelte Steine gezeigt, wortreich besprochen und für lebendig erklärt, die dann in einem Betonmischer geworfen werden. Diese "lebendigen Steine" sollen die noch verbliebenen Kirchenbesucher verkörpern.

Tatsächlich ist es aber tote Materie, gebrochen, zermalmt oder abgeschliffen. Sie wird in einer Schlämme aus Sand und Zement versenkt, die in einen Trog geschüttet wird. Dort erstarrt.das feuchte Gemisch zu lebloser Masse

"Lebendige Steine"

Stein und Beton sind tote Materie, das Gegenteil von Lebendigkeit. 

Ein halbkugelförmiges Betongussstück ist etwas Billiges, Minderwertiges (hier "Altar" genannt).
Die Verwendung von Naturstein dagegen, der in Gottes Schöpfung wuchs, würde die Bedeutung und Wertschätzung des daraus Gefertigten anzeigen.

Beton ist etwas für Keller, Klärgruben und Konstruktionen.
In Sankt Hedwig Mitte bildet toter Beton die Mitte.

Der Umbaubeauftragte, Dompropst Tobias Przytarski, schreib in dem Heft:
"Damit bin ich nicht mehr nur Gegenüber von Gott, sondern werde Teil von ihm."
"Die Kugel, die geometrische Form der Vollkommenheit, ist ein Bild für Gott. Und wir sind ein Teil davon. Das wird dadurch deutlich, dass wir den neuen Altar in die Mitte stellen. Und die Gemeinde steht, sitzt, kniet um den Altar. Alle bilden zusammen eine Einheit in Gott."

Gott und Mensch in totem Beton vereint.


Herrscher über Steine und Gebeine

Mit einer Abbildung im Heft stellt sich der Umbaubeauftragte, Dompropst Przytarski, selbst dar.

Eine selbstgefällig posierende Gestalt erhebt und sonnt sich im Glanze eines Toten.

Die Wahl der Werkzeuge zur Erlangung persönlicher Vorteile überrascht und erstaunt
Sie scheint wirklich unbegrenzt zu sein.


Unterschrift als Spiegel des Charakters

Das Anschreiben, mit dem die Farbbroschüre übermittelt worden ist, unterzeichnete der Umbauverantwortliche Tobias Przytarski mit seiner engen, gedrängten und steilen Signatur. Das Schriftbild ermöglicht graphologisch Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Schreibenden.
Ein Vergleich mit der Unterschrift des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump drängt sich auf. Dessen enge, gedrängte, steile Signatur ließ graphologisch auf folgende Merkmale der Persönlichkeit   schließen: 

Narzissmus, Egoismus, Selbstherrlichkeit, manischer Durchsetzungswillen




Sonntag, 30. Juli 2023

Erzbistum Berlin wird privatisiert

Kirchen und Gemeindehäuser im Ausverkauf, religiöse Kunst im Angebot

Der Repräsentant der Institution "Kathatolische Kirche" verdrängt deren Gemeinschaft

Klimaschädlicher und nicht nachhaltiger Abriss erhaltenswerter, solider, umbaubarer Bausubstanz 

Das solide gegründete, umbaubare Gemeindehaus wurde gegen das Gebot der Nachhaltigkeit, das
Gottes Schöpfung bewahren hilft, vollständig zerstört, musste dem Bischofsvilla-Neubau weichen.

Der Abbruch des erhaltenswerten Bestands dauerte mehr als 13 Monate und kostete Unsummen.

Vergleich des abgerissenen Gemeindehauses, des modernen, soliden und umbaufähigen Anbaus an das "Bernhard-Lichtenberg-Haus" aus den 70-iger Jahren, mit dem nun kleiner geplanten Neubau, der hauptsächlich als Residenz der Kleriker der Bistumsleitung dient und kaum Gemeinschaftsräume bietet.


Von einer Glaubensgemeinschaft wird Kirche zum Immobilienkonzern

Was nicht Profit abwirft, wird vom Chef Koch abgestoßen

In einem Brief fordert Erzbischof Koch, der als Baubestandsvernichter und Großinvestor auffällig geworden ist. von Gemeindemitgliedern in seiner Diözese Sparsamkeit und Verzicht.

Den Zitaten aus dem Brief des Berliner Erzbischofs Heiner Koch vom 04.07.2023 an die Pfarrgemeinden seiner Diözese (kursiv), wird sein tatsächliches Handeln in Kommentaren gegenübergestellt (in roten Buchstaben):
"… werden wir tiefe Einschnitte in den Immobilienbestand unserer Kirche vornehmen müssen."

"Auch die Verantwortung für die Schöpfung drängt uns zu einer klimagerechten Nutzung und
Modernisierung der Gebäude."

Dagegen reißt Erzbischof Koch nutzbaren Gebäudebestand ohne Not ab und belastet die göttliche Schöpfung mit einem Neubau, was dem Nachhaltigkeitsgebot widerspricht und klimaschädlich ist.

"Das bedeutet, dass wir in größerem Umfang Immobilien (wie z. B. Pfarr- und Gemeindehäuser sowie Kirchengebäude) anders nutzen oder sogar aufgeben müssen."
Pastoral und gemeinschaftlich genutzte Gebäude werden geopfert, damit Koch für mindestens 66 Millionen Euro seine Repräsentanz und Wohnungen für kirchliche Spitzenfunktionäre bauen kann.

"Viele Räume verschlingen … erhebliche Mittel. So müsse etwa die Frage gestellt werden, ob es heute nicht wichtiger sei, junge Menschen über soziale Medien zu erreichen, als einen kaum genutzten Gruppenraum zu erhalten."
Seelsorge wäre für Koch wohl billiger, wenn computergenerierte Texte an ferne, einsame Gläubige gesendet werden. Es gäbe dafür leistungsfähige Programme und preiswerte Dienstleister, auch im globalen Süden.

Dieser Brief des Erzbischofs Koch, dem die Zitate entnommen sind, liest sich wie der Text einer Kabarettnummer, wie die hämische Verspottung der gebeutelten Untergebenen vom hohen Ross herab. Es klingt. als erteile ein abgefeimter Immobilienspekulant den von ihm geprellten Vorbesitzern und Mietern auf sarkastische Art Ratschläge, wie sie von nun an sparsam zu leben hätten (vollständiger Brieftext s. Quellen und Links).


Angesichts des größten Bauprojekts des Berliner Bistums, bei dem der erzbischöfliche Briefautor selbst gegen alle Maßnahmen verstieß, die nach seinen Worten mit "Dringlichkeit" umzusetzen seien, drängen sich folgende Verse auf:

Für seinen Turm Babels zu eigenem Glanz
leerte Berlins Bischof der Kirche Kassen ganz.
Mit Gütern des Glaubens im Ausverkauf
füllt Erzbischof Koch seine Konten auf:
"Alles muss raus
für Bischofs Haus,
findet es der Käufer Gunst,
sei es Kirche, Kreuz, sei's Kunst."
Einst konnten sich Christen vor Gott begegnen.
Bald wird man sie billig online nur segnen.


Religiöse Kunst wird abgestoßen

Keine Gnade für das Gnadenbild der Madonna in der Wallfahrtskirche Maria Frieden

Nicht nur pastoral und gemeinschaftlich genutzte Gebäude wird Erzbischof Koch "anders nutzen oder sogar aufgeben". Auch religiöse Kunstwerke, die Gläubige in ihrer Andacht unterstützen, will Koch aus Kirchen entfernen, vermeintlich "wegen sehr hohen Betriebs- und Wartungskosten".

Ein belegbares Beispiel dafür ist die beschlossene Entfernung eines Andachtsbildes aus der Wallfahrtskirche Maria Frieden in Mariendorf (in Berlins Bezirk Tempelhof-Schöneberg). 1988 hatte Kardinal Meisner eine Dauerleihgabe vom Berliner Senat erwirkt, um das 1945 von Otto Dix im Kriegsgefangenenlager gemalte Triptychon „Madonna vor Stacheldraht und Trümmern“ der Mariendorfer Gemeinde als Wallfahrtsbild zur Verfügung zu stellen. Meisner sah darin "Unsere Liebe Frau von Berlin". Inzwischen ist die Marienverehrung der Berliner Gläubigen eng mit diesem Kunstwerk verbunden.
Einzelheiten zu dem Gnadenbild in der Wallfahrtskiche "Maria Frieden"

Otto Dix_Madonno vor Stacheldraht und Trümmern_1945
_seit 1988 Dauerleihgabe des Berliner Senats an die Mariendorfer Wallfahrtskiche Maria Frieden
- von Kardinal Meisner erwirkt und vertraglich geregelt

 Bistumsleitung kündigt die vertraglich gesicherte Dauerleihgabe des originalen Kunstwerks

Am 17.05.2023 teilte Generalvikar Kollig dem Gemeindepfarrer mit, "dass wegen sehr hohen Betriebs- und Wartungskosten für das Triptychon von Otto Dix in unserer Wallfahrtskirche Maria Frieden der Leihvertrag mit der zuständigen Senatsverwaltung zum Ende des Jahres 2023 gekündigt wird."
Nicht der Senat, sondern das Erzbistum kündigt also. Dadurch sah sich der Gemeinderat veranlasst, über Notlösungen (sog. "Optionen") in einem Brief an die Pfarreimitglieder nachzudenken. Auf diese Weise mutet Generalvikar Kollig, der immer im Auftrag des Erzbischofs handelt, den Gläubigen zu, künftig vor einer Kopie niederzuknien, vermeintlich um Geld zu sparen.
Diese Vorgänge sind im Gemeindebrief der zusammengelegten Pfarreien von Tempelhof-Schöneberg festgehalten und veröffentlich worden. Im "Johannesboten" von Juli undAugust 2023 findet sich der Beitrag auf Seite 23 (s. Quellen und Links).


Warum kündigt das Erzbistum Berlin einen vorteilhaften Dauerleihvertrag?

Wegen unvollständiger Informationen durch die Bistumsleitung und deren permanent ausbleibende Beantwortung sachlicher Anfragen sind Betroffene zu eigenen Recherchen und Überlegungen gezwungen. Möglicherweise gibt es einen gewichtigeren Grund für den vom Generalvikar angestoßenen Kunsttransfer. Vielleicht lässt sich mit dem Verzicht auf die Rechte der Dauerleihgabe auch noch Geld herausschlagen, das sich in die aus dem Ruder geratene Finanzierung des Abriss- und Neubauprojekts "Sankt Hedwig Mitte" leiten ließe. Dompropst Przytarski hatte vor der Presse am 20.06.2021 angesichts der um 10 Prozent auf mindestens 66 Millionen Euro erhöhten voraussichtlichen Baukosten vieldeutig geraunt: "Wir sind in ständigen Gesprächen mit unseren Förderern." Denn Bund und Land fördern großzügig und gewähren Zuwendungen (ein Drittel aller Kosten), die das Erzbistum gern auch für den steigenden Mehrbedarf einstreichen würde, obwohl die Zuwendungsbescheide eine Abweichung vom zugrunde gelegten Finanzierungsplan ausschließen und 2023 enden. Wenn auf die Nutzungsrechte der Dauerleihgabe verzichtet wird, könnte ein erklecklicher Abfindungsbetrag für die vom Erzbischof geplünderten Kassen herausspringen, der sich durch zusätzliche, intransparent gewährte Zuwendungen leicht verschleiern ließe.

Durch die von der Kirchenleitung beschlossene Kündigung der Dauerleihvereinbarung sollen Wallfahrer ihre teils beschwerliche Anreise zu einer Kopie auf sich nehmen und vor einer Reproduktion andächtig niederknien.
Statt einer extra anzufertigenden Gemäldekopie könnte doch gleich ein modernes Display in der Kirche installiert werden, das bei Bedarf auch andere digitalisierte Bilder zur Darstellung bringen könnte und als Video- und Computerbildschirm genutzt werden könnte – vielleicht bei Videospielen für Kids.

Schöne, innovative Aussichten, durch die der Erzbischof Geld sparen will, das er dann weiterhin für seine eigenen Zwecke verschwenden kann.


Quellen und Links:

Zur Immobilienstrategie der Bistumsleitung, Gotteshäuser und Gemeinschaftsgebäude betreffend:

Erzbistum Berlin kündigt "tiefe Einschnitte" bei Immobilien an_Beitrag vom 07.07.2023 auf katholisch.de

Der vollständige Text des Briefs des Erzbischofs an die Pfarrgemeinden vom 04.07.2023

Zur Kündigung der Dauerleihgabe des originalen Madonnenbildes von Otto Dix in Maria Frieden:

Johannesbote_017_Juli und August 2023_Seite 23

Freitag, 30. Juni 2023

Erzbischof Koch täuscht Grundsteinlegung vor

Erzbistum Berlin zelebriert vermeintliche Grundsteinlegung einer Stadtvilla, für die der pastorale Teil des Bernhard-Lichtenberg-Hauses abgerissen wurde.

Mit einer Zirkusnummer wurde der Beginn für den eitlen, unnötigen Ersatzneubau eines zuvor abgerissenen Gebäudes inszeniert.
Für staatlich bezahlte Kirchenfunktionäre, Erzbischof und Dompropst, wird in Berlin Mitte eine teure Stadtvilla neu gebaut, die Bund und Land zu einem Drittel mitfinanzieren. Für Neubau von Lofts für Spitzenkleriker in den oberen Etagen musste ein Gemeindehaus weichen.

Das wundersame Verschwinden der Grundsteinattrappe
ist ein Sinnbild für den großen Schwindel, mit dem das Erzbistum Berlin
die Zerstörung von nutzbarer Bausubstanz als "Sanierung und Umbau" deklariert.

Kölner Klüngel trifft Berliner Filz?

Die ehemaligen Kölner Weihbischöfe Woelki und Koch haben mit Berliner Politikern des Bundes und des Landes staatliche Fördermittel für die Kirche abgeschöpft. Kirchliche Wohnimmobilen werden zu einem Drittel aus allgemeinen Steuermitteln finanziert. Warum genießen nichtkirchliche Vereine oder Gemeinschaften nicht ähnliche Privilegien und müssen auf staatlichen Geldsegen verzichten? Das Grundgesetz schreibt in Deutschland eine Trennung von Staat und Kirche vor, die aber durch Verwobenheit, Wohlwollen und Gefälligkeiten nie bestand.

Deshalb wird die verfassungswidrigen Vorteilsnahme durch intransparente behördliche Förderverfahren verdeckt.

Die kirchlich beauftragten Demolierer hatten sich beim Abriss verhoben

Der Abriss des gut gegründeten, robust konstruierten und flexibel nutzbaren Vorgängerbaus aus den 70-iger Jahren war wesentlich mühsamer, als leichtfertig angenommen und zog sich über 13 Monate hin, weit mehr als ein Jahr. Die letzten Teile des bestehenden Fundaments wurden erst vor wenigen Tagen herausgebaggert und wegen des fortschreitenden Ausbaus der Grundwasserabsenkung ist die Grube für den Ersatzbau noch immer nicht hergerichtet.

So musste ein anderer Platz gesucht werden, an dem die Protagonisten des inszenierten Festakts ihre Eigenlobreden präsentieren und sich für die gegenseitige Vorteilsgewährung bedanken konnten.

Außerhalb des Bauplatzes, direkt neben den Fundamenten des historischen Kirchenbaus wurde eine Bühne aus Beton gebaut, um eine Grundsteinlegungsshow darzubieten. Die Grundsteinattrappe wird genau da platziert, wo Erzbischof Kochs Vorgänger Woelki gegen jede gesetzliche Grundlage an die Hedwigskathedrale anbauen wollte.
Diese clowneske Volte regt zu einem Rückblick an.

Als Exkurs ein Rückblick
Der falsche Grundstein als Hommage an Rainer Maria Woelki?

Kurz nach seinem Amtsantritt in Berlin hatte Woelki das erzbischöfliche Bauamt gegen dessen ausdrückliche Expertise angewiesen, das Bezirksamt Mitte von Berlin darüber in Kenntnis zu setzen, dass er die Hedwigskathedrale durch Anbauten zu erweitern wünscht. Woelki glaubte sich kraft seiner eingebildeten Omnipotenz über die grundbuchlichen Festlegungen hinwegsetzen zu können. Das kommunale Bauamt musste daraufhin in einem förmlichen Schreiben an die allseits bekannte Rechtslage erinnern.

Der Kirchengemeinde Sankt Hedwig war von König Friedrich II. nur der Baugrund übereignet worden, der der Grundfläche des Kirchenbaus entspricht. Zu DDR-Zeiten war das im städtischen Eigentum befindliche Land zwischen Kathedrale und Bernhard-Lichtenberg-Haus nur unter der Bedingung der Kirche zur Nutzung und Verwaltung überlassen worden war, dass uneingeschränkte öffentliche Durchwegung bestehen bleibt. Auch aus Gründen des Denkmalschutzes verbot es sich, die Fassade des barocken Zentralbaus durch Abbauten zu verdecken und zu verändern.

Da also eine oberirdische Verbauung der Kathedrale rechtlich ausgeschlossen war, handelte das Erzbistum Berlin eine vollständige Hofunterkellerung aus, um die baulichen Nutzflächen im Umfeld der Kathedrale zu maximieren und eine bauliche Verbindung vom Kirchenbau zum Bernhard-Lichtenberg-Haus herstellen zu können. In diesem Zusammenhang entstand der Plan, das modernste und flexibelste Bauwerk des Komplexes abzureißen, um die großflächige Hofunterkellerung auch auf dessen Grundfläche auszudehnen. Die Verantwortlichen hatten aber nicht bedacht, dass beim Bau der Hofunterkellerung, deren Fundamentsohle ca. 8 Meter unter Gelände liegen sollte, die Standsicherheit der Kathedrale verloren gehen würde, deren nur 4 Meter tiefen Fundamente auf feuchtzuhaltenden Eichenpfählen ruhen. Bei der Suche nach spezialisierten Bauingenieurbüros, die den riskanten Tiefbau vorbereiten sollten, wurde man wohl über die enormen Kosten und Risiken informiert. Das führte zur nachträglichen Änderung der Planung und Finanzierungsaufstellung, die als verbindliche Grundlage der Zuwendungsbescheide von Bund und Land Berlin gelten. Die Tiefsakristei (Hofunterkellerung) wurde gestrichen, womit der Anlass für den Abriss der intakten Bausubstanz des modernen Anbaus am Bernhard-Lichtenberg-Haus entfiel. So kann es dann nur noch Eitelkeit und der selbstsüchtige Wunsch nach einem neuen Haus gewesen sein, die zu Erzbischof Kochs Abbruchentscheidung gegen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung führte.

Zeremonie am falschen Platz mit Attrappe

Da passt es ins Bild, dass auch die Zeremonie der Grundsteinlegung eine Täuschung war.

Am 21.06.2023 stehen nun die Wohnungsbauer Heiner Koch und Tobias Przytarski und ihr Architekt Max Dulder an der von Woelki für den Kathedralanbau vorgesehenen Stelle und tuen so, als würden sie den Grundstein für ein Haus legen. Gebaut soll aber nicht hier, sondern in einiger Entfernung in einer noch nicht hergerichteten Abbruchgrube.

Auf dem eigens betonierten Theaterplatz stehen die Darsteller um einen gemauerten Trog, der noch schnell provisorisch aufgeschichtet worden war. Nur für den Fototermin wurde eine Grundsteinattrappe auf eine transportable Betonplatte gemauert. Die Kranhaken für den späteren Abtransport des Grundstein-Fakes sind deutlich sichtbar. 

Der Architekt, der nach Abriss eines Gemeindehauses im Stadtzentrum "auf der grünen Wiese" bauen kann, spricht zu den beiden Bauherren ihrer Wohnimmobilie und zum kommunalen Geldgeber.
(Foto aus kirchlicher medialer Begleitung)
 

 

Die Kirchenverantwortlichen streben wohl mit dieser Inszenierung eine Stringenz in der Täuschung der Öffentlichkeit an:

Den Gemeinden wird die Notwendigkeit der Geldverschwendung vorgegaukelt. Staatlichen Behörden spielt man vermeintliche Förderberechtigung vor. Der Öffentlichkeit werden Abbruch und Neubau als "Sanierung und Umbau" verkauft. Journalisten sollen die moderne Stadtvilla der Kleriker auf den Trümmern des Gemeindehauses als Beispiel für nachhaltiges Bauen preisen.
So ist es schlüssig, das die sogenannte Grundsteinlegung nur als Show inszeniert wurde

 

Anküngigung

Der Zuwendugsbescheid von 2018, auf dessen Grundlage das Land Berlin mit 8 Millionen Euro aus einem Nachhaltigkeitsfond die Abbruch- und Neubauaktionen des Erzbistums Berlin mitfinanziert, wird hier in einem der nächsten Beiträge als Faksimilee omline gestellt werden.
Eigentlich schreibt der Bescheid im Dezember 2023 das Ende der Zuwendungsmöglichkeit vor.

Wir werden beobachten, ob das noch nicht einmal begonnene klerikale Wohnungsprojekt und die sich chaotisch präsentierende Großbaustelle "Sankt Hedwig Mitte" auch noch 2024 und danach mit staatlichen Zuschüssen finanztiert werden, was dem behördlichen Bescheid widerspräche.


Mittwoch, 31. Mai 2023

Die ausgeweidete Hedwigskathedrale

Die Bistumsleitung lässt alle geschichtlichen Spuren herausschlagen-
Das Gotteshaus wird in einen profanen Mehrzweckbau "umgestaltet".


Aktuelle Blicke in das Innere der ehemaligen Hedwigskathedrale und auf den ehemaligen Standort des abgerissenen Anbaus des Bernhard-Lichtenberg-Hauses vergegenwärtigen, was in 4 3/4 Jahren seit ihrer umbaubedingten Sperrung mit der ehemaligen St. Hedwigskathedrale geschehen ist.

Die Kriegszerstörung durch den Brand 1943 war wesentlich weniger substanzvernichtend, wenn man einmal von dem Feuerverlust des damals noch hölzernen Kuppeldaches absieht.
Eine Besichtigung in der Karwoche 2023 bot eine schmerzliche Einstimmung auf den qualvollen Leidensweg Jesu, ohne dass dem Bauwerk jedoch eine wunderbare Erlösung bevorsteht.

Ausschabung jeglicher Spuren der Bistumsgeschichte

Von den Außenmauern und Säulen im Inneren des Gotteshauses wurde nicht nur der Putz abgeschlagen, sondern auch das rote Mauerwerk malträtiert, als wäre es von dem jahrzehntelangen Beten der Gläubigen verseucht worden. In der Kriminalistik spricht man vom "Übertöten", wenn der Täter sich nicht damit begnügt, dem Opfer das Leben zu nehmen, sondern überdies vernichten, zerschmettern und auslöschen will. 

Wenn das umgebaute Objekt in einigen Jahren als "Katholisches Forum Sankt Hedwig Mitte" wieder zugänglich sein sollte, wird ein Fluidum von Nitro, Lack und Bauchemie den Raum bestimmen. Die Künstlichkeit des geschichtslosen Designs wird sich auch mit Unmengen von Weihrauch nicht vernebeln lassen
(s. dazu Bilder aus dem Annex und ein Detail von einer Doppelstütze im Hauptkuppelraum).


Das In Fensternischen eingeferchte stählernes Hochregal wird zur Doppelstock-Sakristei

Den Annexbau gestaltete Hans Schwippert als würdevolle Sakristei in unmittelbarer Nähe des Hochaltars und auf gleicher Fußbodenebene. Beim Umbau sollten diese Funktionen zwei Geschosstreppen tiefer in das abgelegene Untergeschoss einer weitläufigen Hofunterkellerung ausgelagert werden, die aber dann gestrichen wurde. Nun ist die Platznot groß und Stapelung soll Flächendefizite ausgleichen. In den Abrisstrümmern der Fensternischen werden bereits Konstruktionen aus Stahlprofilen installiert, die den Rahmen für zweistöckige Umkleidekabinen des Liturgiepersonals in den engen Nischen bilden. Diese billigen Stahlstrukturen werden wohl später verborgen und mit Verkleidungsmaterialien kaschiert.
Im Ergebnis wird im Annex um einen zentralen Kuppelraum ("Sakramentskapelle") ein Ring aus doppelstöckigen Umkleideboxen für Zelebranten  und Ministranten an zwei schmalen Gängen in verschiedenen Ebenen aufgefädelt. Den Charme eines doppelstöckigen Eisenbahnwaggons wird die doppelgeschossige Sakristei ausstrahlen. Doch Waggons haben bequemere Gänge, da sie kürzer und nicht gebogen sind. Die Erschließungstreppen werden zu turbulenten Begegnungen führen, wodurch die Messvorbereitung des öfteren sehr lustig sein dürfte (s. dazu Bilder der Fensternischen des Annex-Baus mit eingestellten Stahlkonstruktionen, sowie die Querschnitte der Genehmigungsplanung und Eisenbahnwaggons im Vergleich).



Bohrkern-Mikado im Wasserloch vor Gastanks

Der stabile, auf wasserdichtem Keller gegründete Anbau am Bernhard-Lichtenberg-Haus, war ein moderner Stahlbeton-Skelettbau, der bestens für funktionale und gestalterische Veränderungen geeignet war. Die erhaltungswürdige Bausubstanz wurde gegen das Gebot der Nachhaltigkeit durch Abriss vernichtet. Der Abbruchkrater füllt sich mit Wasser, das widerstandsfähige Stahlbetonfundament wird mit kostspieligen Kernbohrungen perforiert, um restlos tilgen zu können, was besser zu nutzen gewesen wäre. Die Ratlosigkeit der Zertrümmerer spiegelt sich im chaotischen Zustand des gefluteten Abbruchloches. Im Hintergrund erscheint die inzwischen kreuzlose Doppelkuppel der ehemaligen Kathedrale wie ein vorbeiziehender Flüssiggastanker (s. Bilder des Abbruchkraters von der Französischen Straße gesehen).


Grundwasserabsenkung gefährdet die historische Bausubstanz der ehemaligen Hedwigskathedrale

Der 1743 begonnene Bau der ursprünglichen Hedwigskirche verzögerte sich wegen des problematischen Baugrunds jahrelang. Nur mit Hilfe der von Friedrich dem Großen geschenkten Eichenholzstämme konnte eine Pfahlgründung bis hinab auf tief liegende tragfähige Bodenschichten gelingen. Solange das Holz im Grundwasser unter Luftabschluss ist, bleibt die Zellstruktur stabil und frei von Fäulnis. Nur ununterbrochene Feuchthaltung der Holzpfähle hat über Jahrhunderte die Stabilität des Fundaments der Hedwigskirche gewährleistet.
Beim Umbau der benachbarten Staatsoper wurde deshalb eine Grundwasserabsenkung ausgeschlossen, um die Holzstämme nicht kurzzeitigem Luftkontakt auszusetzen, der zur Fäulnis des organischen Materials führen und damit die Standsicherheit der Hedwigskathedrale gefährden würde. Es wurde verantwortungsbewusst vorgegangen, wenn auch der ingenieurtechnische Aufwand sehr hoch war. Manche Bauarbeiten an der Staatsoper mussten unter Wasser von Tauchern ausgeführt werden. Der Schutz der Hedwigskathedrale hatte Priorität.

Weniger verantwortungsvoll geht der seit 2016 erbbauberechtigte Nutzer der Hedwigskathedrale, der Berliner Erzbischof Koch, mit dem ihm anvertrauten Bauwerk um. Nach dem unnötigen und umweltschädlichen Totalabriss des Neubauteils des Bernhard-Lichtenberg-Hauses ist eine neue Gründung für einen Ersatzneubau erforderlich, die unterhalb des Grundwasserspiegels liegen wird. Ohne Rücksicht auf die sensible Holzpfahlgründung der benachbarten Kathedrale wird für Abriss und Ersatzneubau mit einem Pumpsystem das Grundwasser abgesenkt. Mögliche Risse in der historischen Bausubstanz werden offenbaren, ob die auf Eichenstämmen gegründeten alten Fundamente nachgeben und der Kirchenbau Schaden nehmen wird.

Unabhängig davon ist das kulturelle Desaster durch die mutwillige Vernichtung von Kulturerbe, für die das Erzbistum Berlin verantwortlich ist, längst eingetreten.


Sonntag, 30. April 2023

Immer noch bohrt Heiner Koch im Wasserloch

Intakte Bausubstanz wurde ohne Not abgerissen

Mit diabolischer Lust am Zerstören wurde eine stabile, variabel umbaufähige Baukonstruktion niedergerissen. Glaubt die derzeitige Bistumsleitung tatsächlich, sich mit einem Neubau im Zeitgeschmack ein Denkmal setzen zu können?

Wer zerstören will, sollte es zumindest können

Zerschlagen und Zertrümmern scheint leicht zu sein. Rotznäsige, übermütige Bengels haben diebische Freude daran. Chaos zu hinterlassen, ist das Ziel. Randalierer und Rabauken kalkulieren aber kühl, wo ein Angriff lohnt und ihre Aktion ein destruktives Ergebnis verspricht. Die Kraft sollte zur Zerstörung reichen. 

Erzbischof Koch hat sich jedoch bei seiner Vernichtungsorgie offensichtlich übernommen. Der Abriss guter Bausubstanz ist falsch und der Fehler fällt nun peinlich auf. 

Von April 2022 an macht sich im Auftrag des Berliner Erzbischofs Koch einer Abbruchfirma am ehemaligen Bernhard-Lichtenberg-Haus zu schaffen. Da wird geschlagen, gehämmert, geflext, gebohrt und gezerrt. Doch es ist über ein Jahr vergangen und ein Ende ist nicht abzusehen. 

Nach einem Jahr Abriss steht Sankt Hedwig Mitte an einem Baggersee

Seit Monaten sieht man nun schon in der Grube zwei Männer, die mit tösenden Apparaturen den Boden durchlöchern. Sie wirken wie Holzwürmer, die sich in massive Balken fressen. Tatsächlich wird die Fundamentsohle des zerstörten Gebäudes wochenlang mit Dutzenden Bohrungen perforiert, da man ihr wohl anders nicht beikommen konnte. Kreuz und quer liegen die ausgebohrten runden Betonstangen herum. 

Was die Verantwortlichen des Erzbistum Berlin im letzten Jahr erledigten:

Tätigkeiten beim Abriss des Anbaus des Bernhard-Lichtenberg-Hauses

1. Beton mit Bohrern perforieren

2. Bohrkern-Mikado spielen

 3. Ausgebohrte Stücke stapeln

4. Grundwasserspiegel spiegelt

Erst gründlich untersuchen, statt gleich zu versuchen!

 

Jahrelang versuchten Baufachleute, die Bistumsleitung konstruktiv zu beraten. Emphohlene Qualifizierte Erkundung der Bausubstanz und des Baugrunds hätte Planungsfehler (z.B. die ursprünglich geplante Tiefsakristei) vermieden. Doch die Verantwortlichen ignorierten jeden Rat und widersetzten sich jedem Dialog. So wurde auch, gegen das moralische Gebot der Nachhaltigkeit, mit der Zerstörung des auf wasserdichtem Keller gut gegründeten, stabilen, umbaufähigen Gebaudes begonnen. Statt das wasserdichte Fundament sinnvollerweise weiter zu nutzen, beisst die erzbischöfliche Bauherrschaft sich nun die Zähne daran aus und lässt die dabei entstehende Grube mit dem anstehenden Grundwasser überfluten. 

Vielleicht werden die unbedarften Abbrecher beim mühsamen Abriss des excellent gebauten Vorgängerbaus aus den 70-iger Jahren lernen, wie man qualitätvoll konstruieren sollte. 


Resümee nach 12 Monaten Abrissversuchen

Nur auf den Resten des ehemals wasserdichten Kellers können die Abbrecher trockenen Fußes stehen. Überall sonst dringt das Grundwasser ein und überflutet die Grube. Zum ersten Jahrestag des Gebäudeabbruchs fragen sich Passanten an der Französischen Straße, warum das Erzbistum Berlin gerade in diesem steinigen Untergrund einen Baggersee anlegen will. 

Die Abrissunterstützung des Vereins Hedwig21 ist wohl zu dürftig

Wo sind die Abrissfetischisten des Vereins Hedwig21, die das Abbruchkommando bei seiner ineffektiven Zertrümmerungen am Grubenrand anfeuern. 

Vielleicht würde wöchentlicher geistlicher Zuspruch helfen, das Abreißen zu beschleunigen. Von Weihwasser sollte abgesehen werden, damit der Grundwasserstand nicht weiter steigt. Aber viel Weihrauch könnte nützlich sein, um die lächerliche Schildbürgerei des Erzbistums Berlin in Nebel zu hüllen und den Blicken von Berlinern und Stadtbesuchern zu entziehen. Sicher wird bald die Bretterwand verlängert, die die seit 2018 gesperrte und stückweise demontierte ehemalige Kathedrale abschottet. 

 

Freitag, 31. März 2023

Kreuzabnahme vor Karfreitag

Das weithin sichtbare Kuppelkreuz von St. Hedwig, das Walter Ulbricht nicht verhindern konnte, ließ nun Heiner Koch, der Erzbischof von Berlin, zur Freude aller Atheisten vom Dach des ehemaligen Gotteshauses herunterreißen.

Ein Mausoleum der katholischen Kirche 

In christlichen Kirchen zeigt das Kreuz am höchsten Punkt des Gebäudes an, dass in ihm Gottesdienste gefeiert werden. Nun soll eine neue geometrischen Figur auf den Eingangsgiebel gesetzt werden, der nur vom Bebelplatz aus sichtbar ist. Das entspricht der Architektur von Grabmälern auf Friedhöfen. Die ehemalige Kathedrale erschiene dann mitten im Stadtzentrum wie ein monströs aufgeblähtes Mausoleum.


Altherren-Glatze oder Kinder-Popo?

Vielleicht symbolisiert die kreuzlose Kuppel von Sankt Hedwig Berlin aber auch den bedenklichen Zustand der katholischen Kirche.
Steht die glatzköpfige Bischofskirche für die Herrschaft alter Männer über die Kirche?
Oder mahnt die kreuzlose Kuppel, die wie ein blanker Kinderpopo wirkt, an die von der Kirche über Jahrzehnte vertuschte sexualisierte Gewalt gegenüber minderjährigen Schutzbefohlenen und abhängig Beschäftigten?

 

Dienstag, 28. Februar 2023

Heiner Kochs Taten widersprechen seinem Hirtenwort

Der Berliner Erzbischof Koch fordert in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit 2023 den Schutz der Umwelt aus religiösen Gründen, während er als bischöflicher Bauherr für sein Machtzentrum und seine Residenz rücksichtslos Werte vernichtet, Ressoucen plündert und vergeudet. 

Der Hauptverantwortliche für die Zerstörung des zentralen Heiligtums im Erzbistum Berlin schwingt sich auf zum Chefankläger gegen Umweltzerstörung und  Energieverschwendung, klagt also seine eigenen destruktiven Taten selbst an.
Während Heiner Koch schamlos von Sparsamkeit predigt, schädigt er selbst aus Eitelkeit und Eigennutz Gottes Schöpfung. Baulicher Bestand, den er zerstören ließ, bot Nutzungswerte, speicherte im Bauwerk Energie und bündelte gewonnene Ressoucen, die durch Abriss vernichtet werden. Neubaumaßnahmen fordern neue Energie und Ressoucen aus dem begrenzten Fundus der endlichen, maßlos überforderten Natur.
Damit vergeht sich der Berliner Erzbischof Koch an Gottes Schöpfung, die zu bewahren, er von anderen im Hirtenwort fordert. 

Der Hirt führt seine Herde durch seine Taten ins Unglück und leitet sie überdies durch seine Worte in die Irre.


 

ZITATE AUS DEM HIRTENWORT AUF DEM PRÜFSTEIN


"Eine Frage der Haltung" überschreibt Heiner Koch sein Hirtenwort zur Fastenzeit 2023.
Die Zitate aus diesem Hirtenwort (
in violetter, kursiv gesetzter Schrift) stehen seinen eigenen Handlungen als Leiter des Erzbistums Berlin diametral entgegen:

"Das globale Klima verändert sich und zu einem wesentlichen Teil tragen wir Menschen die Schuld daran."
… und besonders Heiner Koch trägt eine wesentliche Schuld, da er die Verschwendung von Ressoucen durch Zerstörung von nutzbarem Baubestand verantwortet.


"Wie deuten wir die Klimakrise? Welchen Umgang können wir, auch hier in unserem
Erzbistum Berlin, konkret mit ihr finden? Auf welche Haltung kommt es dabei an?"

… mit der Zerstörung von wertvoller Substanz für eitle Selbstdarstellung bezeugt Heiner Koch seine Haltung gegen sparsamen Umweltverbrauch zur Bewahrung der Schöpfung.

"Ökologie der Schöpfung _
Sie drückt sich in einer Haltung der Achtung und Ehrfurcht, des Respekts und der Wertschätzung aus.
"
… Abriss und Zertrümmerung von nutzbarer Bausubstanz zeugt von einer Haltung der Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber der sensiblen und belasteten Schöpfung Gottes.

In dem zweiten Absatz beschreibt Erzbischof Koch sein eigenes verwerfliches Handeln auf treffende Weise:
"Aus dem Garten Eden verbannt, will der Mensch Herrscher über die Natur sein und sie sich unterwerfen, aber nicht, um sie zu schützen und zu pflegen, sondern aus Gier nach Glück und Wohlstand, die ihm ein verlorenes Paradies ersetzen sollen. Er verbraucht die Natur und missbraucht sie dadurch zuletzt. Das Wohl der Mitgeschöpfe ordnet er seinen eigenen Interessen unter."
Zutreffender lässt sich Kochs egoistisches Handeln beim Bau seines eigenen Machtzentrums und seiner Residenz nicht beschreiben.

Die mit der Zerstörung von nutzbarer Bausubstanz vernichtete akummulierte Energie und durch unnötigen Neubau verbrauchte
zusätzliche Energie lässt sich auch mit den dicksten PUR-Schaum-Dämmungen in den nächsten Jahrzenhnten nicht mehr einsparen und wiedergewinnen. Auch die Ressoucenvernichtung durch Abriss und zusätzlicher Neuverbrauch schädigen unwiederbringlich Gottes Schöpfung.

Die zusammenfassenden Erkenntnisse und Handlungsvorgaben Erzbischof Kochs klingen angesichts seiner entgegengesetzten Entscheidungen in Bezug auf die St. Hedwigskathedrale und das Bernhard-Lichtenberg-Haus geradezu zynisch, die Wahrheit missachtend und propagandistisch, um eigene Schuld zu vertuschen:

"Für unsere Haltung zu Gott und zu unseren Mitmenschen gilt:
weniger Ich und mehr Du! (…) wir sollten als katholische Christinnen und Christen im Erzbistum Berlin in den nächsten zwanzig Jahren das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Das ist kein Klimaaktionismus, sondern Zeugnis unseres Glaubens. Denn ein Weniger im Heute für uns bedeutet ein Mehr für alle in der Zukunft."

Im Hirtenwort fordert der Entscheidungsträger Heiner Koch von sich selbst, wogegen er sich unverantwortlicherweise zu Lasten kommender Generationen bei der ökologisch und ökonomisch fatalen Zerstörung der Hedwigskathedrale und des Bernhard-Lichtenberg-Hauses sträflich entschieden hat:

"Wir müssen … als Erzbistum unsere Entscheidungen so treffen, dass sie ökologisch
sozial und ökonomisch verantwortbar sind."

Als befristet eingesetzter Sachwalter des Erzbistums Berlin wäre er verpflichtet gewesen, die Werte der Diözese zu schützen, statt sie zu vernichten. Erzbischof Koch handelte nicht verantwortbar.

Montag, 30. Januar 2023

Berlins Erzbischof Koch kreiert ein schwarzes Loch – SANKT HEDWIG MITTE

Bisher war das "schwarze Loch" nur als astronomisches Phänomen bekannt, das im Weltraum zu beobachten ist. Wegen seiner destruktiven Eigenschaften wird es als dunkelste Erscheinung im Universum betrachtet, die nur als "schwarz" zu bezeichnen ist.

Drei Merkmale charakterisieren ein schwarzes Loch:
1. Es verschlingt Materie, die verschwindet oder gar zermalmt wird.
2. Es saugt alles auf, dessen es habhaft werden kann, was sich seinem Einfluss und seiner Macht nicht entziehen kann.
3. Es versperrt sich vollständig, gewährt keinen Einblick und ist eine lichtlose Fehlstelle im Raum.

Die kirchliche Leitung des Erzbistum Berlin hat sich vorgenommen, ein Modell dieser destruktiven Erscheinung als kirchliche Einrichtung im Zentrum Berlins zu installieren.
Dazu bemächtigten sich Woelki und Koch eines Grundstücks samt Kirche und Nebengebäuden, die seit einer Schenkung durch den preußischen König Friedrich II. jahrhundertelang im Eigentum der Hedwigsgemeinde war. Das bauliche Ensemble rund um die ehemalige Hedwigskathedrale soll seit 2013 in ein als "Sankt Hedwig Mitte" bezeichnetes schwarzes Loch verwandelt werden. 

Folgende Einenschaften kennzeichnen das Umbauprojekt als schwarzes Loch:
1. Alles Bestehende innerhalb der ausgeweideten Bauhülle wird zertrümmert und verschwindet.
2. Unersättlich saugt das Projekt Unmengen von Kapital und Material aus allen Teilen der umgebenden Gesellschaft, ob kirchlich gebunden oder unabhängig.
3. Mit undurchdringlicher Barriere verschanzt wird jeglicher Einblick verhindert, damit das geldverschlingende Innere verborgen und verheimlicht bleibt.

Die seit über vier Jahren hinter einer Bretterwand verborgene Abbruchstelle der ehemals kunstvoll gestalteten, denkmalgeschützten Hedwigskathedrale verschlingt mindestens 60 Millionen Euro mit einem großen Anteil staatlicher Gelder. Die für das Zerstören und Verschwenden Verantwortlichen verhindern argwöhnisch Einblick in ihr destruktives Handeln.

Vernichten, Verschlingen und Verbergen – SANKT HEDWIG MITTE erfüllt alle Kriterien eines schwarzen Loches.
Es ist katholische Dialektik à la Woelki und Koch:
Der eine tönte: "Das Loch muss weg!"
Der andere kreiert nun den Moloch – das schwarze Loch – SANKT HEDWIG MITTE. 


Zur Illustration
Zustand der vollständig ausgeweideten ehemaligen Berliner Hedwigskathedrale als Ergebnis einer mehr als vierjährigen Zerstörung des Inneren (vergleichbar der Brandruine im II. Weltkrieg), der vermeintlchen "Sanierung und Umgestaltung" bei Erzbischof Kochs Bauvorhaben SANKT HEDWIG MITTE am 03.11.2022 (Quellen: 1_Vorarlberg online vom 22.12.2022 und 2+3_Onlinepräsenz der Baumaterialfirma Max Frank _Fotos: Detlef Bluhm)

Der funktionstüchtige Bestand wurde vollständig zerstört. Die Grabkapellen liegen blos.




Zur vollständigen Trennung der Krypta vom Kirchenraum breitet sich ein wuchtiger Betonring aus.
Alle Spuren der bisherigen Nutzung des Bauwerks als Kathedrale wurden brachial herausgeschlagen.