Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Freitag, 31. Mai 2024

Wahre Ziele des Radikalumbaus von Sankt Hedwig – Offiziell bekanntgegeben vom Erzbistum Berlin

Eine Mitteilung des Pressesprecher des Erzbistums Berlin vom 03.04.2024 und die Aussage Erzbischofs Koch bei einem Interview anlässlich der "Segnung und Erhöhung des neuen Kreuzes auf der Hedwigskathedrale" am 03.11.2023 geben Aufschluss über die eigentlichen Ziele, die die Leitung des Erzbistums Berlin mit der jahrelangen Schließung und dem radikalen Umbau der ehemaligen Hedwigskathedrale zum Katholischen Forum am Bebelplatz verfolgt. 

Repräsentationsbedürfnis und persönliche Vorteilsnahme der kirchlichen Amtsträger sind Triebfedern des eitlen und unverantwortlich teuren, zerstörerischen Umbaubauvorhabens, das in der Presse oft noch verfälschend als "Sanierung" oder "Renovierung" beschönigt wird. 


1. Ein Stahlkreuz am Rande wird zur "Mitte der Kirche"? 

Am 09.01.2018 hatte der Pressesprecher des Erzbistums Berlin Spekulationen über eine Entfernung des Kuppelkreuzes auf der Berliner Hedwigs-Kathedrale zurückgewiesen.
(s. katholisch.de_2018-01-09_Bleibt das Kreuz? Erzbistum gegen Spekulationen)

Am 03.11.2023 wurden dann die 2018 noch offiziell zurückgewiesenen "Spekulationen" peinliche Wirklichkeit. Anmaßend reckt sich ein äußerlich golden scheinendes Stahlkreuz über einen zentralen städtischen Platz vielfältiger Kultur (Universität, Oper, Mahnmal und Hotel), als würde dieser Stadtraum von der Kirche beherrscht. (domradio berichtete am 03.11.2023 mit einem Video über die Installation per Autokran unter dem Titel "Neues Kreuz der Hedwigskathedrale  gesegnet und erhöht").
Im wiedergegebenen Interview lobt Erzbischof Koch die Installation des neuen Kreuzes auf dem Giebel des Portikusvorbaus mit folgenden Worten :


"Als sehr bewegend, weil es nach außen dokumentiert, dass diese Kirche jetzt ihrer Vollendung voll ersteht und vor allem, weil es ein Zeichen ist. Jetzt sieht man (von) zum ersten Mal von hier unten auch vom August-Bebel-Platz, dass das eine Kirche ist, wo das Kreuz in der Mittelpunkt steht, Christus im Mittelpunkt steht. Das war vorher, als es oben in der Kuppel stand, überhaupt nicht sichtbar. Das ist jetzt sichtbar. Es passt auch ästhetisch sehr schön rein und es ist ein Zeichen, wie viel uns das wert ist, das goldene Kreuz. Das ist die Mitte der Kirche, nicht der Bau, das Kreuz."

Fotografische Ansicht der Hedwigskathedrale ohne Kuppelkreuz mit Portikuskreuz
im Vergleich mit der Ansicht des Berliner Erzbischofs Koch zum Sachverhalt  


Die konfusen und verwirrenden (im gesprochenen Wortlaut verschriftlichten) Äußerungen des Bauherrn, Erzbischof Koch, werfen Fragen auf.
 Wie kann ein Kreuz, das nicht mehr über der Mitte der Kirche, dem Ort der Eucharistie, sondern am Rande, über der Fassade des Eingangsvorbaus steht, nach Kochs Ansicht nun "die Mitte der Kirche" bilden?

Dieses Zeichen, "das goldene Kreuz", ist Koch und der Bistumsleitung viel wert ("wie viel uns das wert ist"), "nicht der Bau".
 Damit stellt sich die Frage, warum dann aber für den Bau, der nicht im Mittelpunkt steht, mindestens 66 Mio. Euro ausgegeben werden?

Ein Kreuz auf dem höchsten Punkt von Kirchen ist in der Landschaft ein Orientierungspunkt für Suchende. Beim Katholischen Forum "Sankt Hedwig Mitte" dagegen ist das Kreuz über der Platzfassade ein bewusst gesetztes Herrschaftsymbol am Rande einer Wagenburg.

Diesen Aspekt hatte Nikolaus Bernau bereits in seinem Kommentar "Das Kreuz mit dem Kreuz" in der Berliner Zeitung vom 08.03.2021 treffend analysiert: Durch das "neue große Kreuz über dem Haupteingang" würde der "bisher überaus säkulare Raum" des Bebelplatzes "symbolpolitisch zum Vorplatz der Kathedrale". Der vollständige Wortlaut dieses weitsichtigen Kommentars des Berliner Architekturkritikers in der Berliner Zeitung ist unter diesem Link auf der Internetseite der Freunde der Hedwigskathedrale einsehbar.


2. Die Illusion vom Touristenmagnet 

Ein deutlicher Beleg für die eher touristischen als religiösen Ambitionen der Leitung des Erzbistums Berlin sind die Aussagen dessen Pressesprechers, Stefan Förner, die von der Katholischen Nachrichten-Agentur (kna) aufgezeichnet und am 5. April 2024 im Neuen Ruhrwort veröffentlicht wurden. Zum Ziel des Erzbistums Berlin bei der Umgestaltung der Hedwigskathedrale ist da zu lesen:


"Ziel sei es, dass die renovierte Kathedrale am Bebelplatz zu den “Top Ten” der Orte in Berlin werde, die man gesehen haben müsse, wenn man die Hauptstadt besuche, so Förner. “Wir sind offen für alle Menschen, die sich die Kathedrale angucken wollen.” Dabei fürchte man auch nicht die Konkurrenz anderer bedeutender Gebäude im Zentrum der Stadt: “Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn man sich den Bebelplatz auf dieser Seite wie einen Ring vorstellt, dann ist die renovierte Kathedrale da, wo sonst der Edelstein drauf ist.” (Hier ist der Link zum vollständigen Artikel des Neuen Ruhrwort vom 05.04.2024)

Die Katholische Kirche gibt Dutzende Millionen aus zur Schaffung einer vermeintlichen baulichen Attraktion, eines erhofften Hinguckers für die Hauptstadt. Dabei träumen die Kirchenverantwortlichen von einem touristischen Highlight in Berlin, das Konkurrenten die Schau stiehlt. Da ist von einem "Geschäft" die Rede und von einem "Edelstein". Das erinnert an die Geschichte vom "Goldenen Kalb". In dieser Hinsicht hat das Kirchenvermögen und allgemeine Steuermittel verschlingende Bauvorhaben tatsächlich etwas mit der Heiligen Schrift zu tun.
Wir können nur auf die Urteilsfähigkeit der Besucher hoffen, die sich nach einem ersten neugierigen Blick in das neue Innere ernüchtert und gelangweilt abwenden und die dröge Halle fortan meiden werden.

3. Resümee 

Nach jahrelangen, theologisch verbrämten Ablenkungsversuchen offenbaren sich jetzt auch in den offiziellen Aussagen der Leitung des Erzbistums Berlin die eigentlichen Ziele des Radikalumbaus. Ging es nicht hauptsächlich um die Aneignung der von der Domgemeinde abgetrotzten Immobilie des Gotteshauses als konfessionsfreie Empfangs- und Veranstaltungshalle für Zeremonien, Kultur und Politik sowie den Bau einer modernen, exquisiten Wohnresidenz für die Spitzenfunktionäre des Erzbistums Berlin, wofür ein Gemeindehaus abgerissen wurde?

2023-11-03_Domradio_Neues Kreuz der Hedwigskathedrale gesegnet und erhoeht_
Przytarski segnet das riesige Kreuz, das auf den Giebel des Eingangsvorbaus gehievt werden soll


Dienstag, 30. April 2024

Hans Joachim Meyer – Stimme der Vernunft

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Meyer, der bedeutende Politiker (letzter DDR-Minister für Bildung und Wissenschaft, Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst _1990-2002), Sprachwissenschaftler und langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (1997-2009) engagierte sich für den Erhalt der Hedwigskathedrale in der denkmalgeschützten Gestalt des Wiederaufbaus durch Prof. Hans Schwippert und übernahm mit dieser Intension den Vorsitz im eingetragenen und gemeinnützigen Verein Freunde der Hedwigskathedrale. Diese prominente Stimmer der Vernunft verstummte am 29.03.2024. Seine richtungsweisenden Gedanken wirken weiter durch Veröffentlichungen, Medienberichte, Interviews und Briefe.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Meyer vor der Hedwigskathedrale beim Protest gegen deren Umbau
 

Der Verein der Freunde der Hedwigskathedrale dankte Hans Joachim Meyer öffentlich für sein Engagement und würdigte ihn. Die vom Verein veröffentlichte Danksagung wird hier wiedergegeben:


In der Danksagung wird aus einem Schreiben von Prof. Dr. Meyer an die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Frau Dr. Gilles, zitiert, das unter diesem Link in vollem Wortlaut online zur Verfügung steht. Meyer konstatierte gegen deren Ausflüchte die Mitverantwortung der Deutschen Bischofskonferenz wegen der den Umbau erst ermöglichenden Teilfinanzierung und kritisierte diese politisch motivierte Einflussnahme deutlich.

Folgender Bericht über die Beisetzung Meyers am 12.04.2024 in Potsdam-Babelsberg wurde vom Verein Freunde der Hedwigskathedrale veröffentlicht:

 



Sonntag, 31. März 2024

Przytarskis plumpe Propaganda

Dompropst Tobias Przytarski verschickt immer wieder mit persönlicher Anrede von ihm als "Newsletter" bezeichnete Propagandatexte zum Radikalumbau der Hedwigskathedrale. Damit will er wohl den Angeschriebenen seine selbstgefällig eitle Sicht auf das in seiner Verantwortung entstellte Bauwerk aufdrängen.

Einzelne persönlich angeschriebene Briefempfänger reagieren und wehren sich gegen diese Verklappung geistiger Gülle. Denn die Ausscheidungen aus Przytarskis Hirn sind üble, anrüchige Desinformationen. Seine Hirngespinste zeigen den Kompetenzmangel, unter dem die von ihm angemaßte Bauherrschaft leidet und entwerten das kirchliche Amt, das ihm übertragen wurde.

Als Beispiel des Protests, der mit Przytarskis Newsletter persönlich Angeschriebenen, wird hier eine schriftliche Reaktion wiedergegeben. Teil des Schreibens ist der grafische Nachweis der Falschaussage von Domprpst Przytarski zur Sichtbarkeit des neuen Kreuzes auf dem Giebel der Vorhalle, das die stadträumliche Präsenz des von der Kuppel der Hedwigskakathedrale entfernten Kreuzes natürlich in keines Weise ausgleichen kann.

Grafische Anlage zum Brief vom 30.03.2024 von Werner J. Kohl an Dompropst Tobias Przytarski


Schreiben eines Vertreters der Initiative Freunde der Hedwigskathedrale an Dompropst Przytarski vom 30.03.2024 (vollständiger Text):

Sehr geehrter Herr Dompropst,

mit Ihrem vom 23.02.2024 datierten, persönlich adressierten Schreiben sandten Sie etlichen Personen, die den Radikalumbau der Hedwigskathedrale nach wie vor ablehnen, erneut einen “Newsletter“ per Post zu. Wenn ein Einzelner eine Vielzahl von Adressaten persönlich anschreibt, gleicht dies dem Ruf eines in Vergessenheit geratenen Einsamen nach Aufmerksamkeit und Echo. Daher gehe ich auf die von Ihnen gewünschte Korrespondenz ein und hoffe, dass Sie Ihrerseits auf meine Reaktion und die offenen Fragen eingehen werden.
Fraglich ist der von Ihnen sinn entstellend verwendete Begriff „Auferstehung“ (1), Ihre Marginalisierung der Präsenz von Heiligen auf Materielles (2) und Ihre, mangelhafte Ortskenntnis zeigende, falsche Behauptung zur Position eines Kreuzes auf dem Portikus der Kathedrale (3).

Sind die theologisch und topografisch abwegigen Behauptungen Ihr satirischer Beitrag zur Fastenzeit oder wollen Sie ganz bewusst provozieren, um sich der zunehmenden Gleichgültigkeit der desinteressierten Empfänger entgegenzustemmen?

1 _  Sie sehen eine Analogie von Jesu Auferstehung und dem Radikalumbau der Hedwigskathedrale. So schreiben Sie über die Wochen der Quadragesima, „in denen wir uns auf die Feier der Auferstehung vorbereiten. In gewisser Weise hat für mich das ganze Jahr 2024 ähnlichen Charakter, ist Vorbereitungszeit auf die „Auferstehung“ unserer Kathedrale.“ Das teilen Sie frohgemut denen mit, die vor fast sechs Jahren aus dem zentralen Gotteshaus ausgesperrt wurden – von Erzbischof Koch und Ihnen.
Ihr Vergleich Ihres Projekts mit Jesu Leidensweg ist aufschlussreich. Auferstehen kann nur, wer oder was zuvor getötet oder vernichtet wurde. Wenn Sie Ihr Bauvorhaben unangemessenerweise als Auferstehung feiern, brüsten Sie sich damit zugleich der vorher von Ihnen veranlassten Zerstörung des intakten Gotteshauses, das lediglich sanierungsbedürftig war.
Die Leitung des Erzbistums Berlin verfügte ausdrücklich die Vernichtung des hochwertigen Bestands: „Im Zuge des geplanten Umbaus der St. Hedwigs-Kathedrale wird das streitgegenständliche Gesamtkunstwerk der Urheber vollständig vernichtet.“ ( Schreiben vom  28.06.2019 )
Intakte bauliche Substanz wurde dem Zeitgeist geopfert und aus Repräsentationslust zerstört. Mindestens mehr als 66 Mio. Euro werden, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit verhöhnend, für Abriss und Neubau verschwendet, wo für weniger als ein Zehntel dieser exorbitanten Kosten eine denkmalgerechte Sanierung und technische Modernisierung möglich gewesen wäre.
Jesus töteten die eifernden Hohe priester, die das jüdische Volk zum Hass aufwiegelten. „Kreuzige ihn !“ forderte der gleichgeschaltete Mob von der römischen Staatsmacht. Ist Ihr Vergleich, mit der erst in etlichen Monaten erwarteten „Auferstehung“ der Kathedrale ein selbst kritisches Schuld eingeständnis? Sie sind, beauftragt von Erzbischof Koch, für die Vernichtung des Inneren und der äußeren Erscheinung verantwortlich. Damit setzen Sie Herrn Koch und sich selbst mit Pontius Pilatus und Kaiphas, den Tötungsverantwortlichen, gleich. Mit Ihrer verstörenden Metapher beeinträchtigten Sie bei einigen Lesers Ihres Briefes die Besinnungszeit der Passion. Im Gegensatz zum Oster fest wird es bei der Wieder eröffnung („Auferstehung“) der Hedwigkathedrale als dröge Kuppelhalle mit Stuhl kreis keinen Grund zur Freude geben.

2 _  Als Dompropst teilen Sie in Ihrem „Newsletter“ Ihr Gefühl bei der Einsetzung von Reliquien der Kathedralpatronin im Altar mit: „ich hatte das Gefühl, die heilige Hedwig ist endlich nach Hause gekommen.“  Ihre Aussage werden Gläubige in Andechs und Schlesien, Hedwigs Wirkungsstätten, sicher als ungerechtfertigte Aneignung empfinden. Aber auch Berliner Katholiken sind verwundert. Erst mit der Einfügung einer Metallkapsel, die eine Reliquie der heiligen Hedwig enthält, würde die Patronin in der nach ihr benannten Kathedrale „nach Hause“ kommen? Damit setzen Sie die Bedeutung eines Quäntchens materieller Substanz über die 55-jährige Gemeinschaft im Gebet, die Gläubige in der Kathedrale mit deren Patronin verband. So verschieben Sie katholische Religiosität in die Nähe von mittelalterlicher Alchemie.

3 _  Dann findet sich in Ihrem Brief noch ein erneuter untauglicher Versuch, die Entfernung des Kuppelkreuzes zu rechtfertigen. Das Kreuz über einem Gotteshaus soll den Ort der Eucharistie krönen. Permanent rechnen Sie es sich in Propagandatexten als Verdienst an, den Altar in die geometrische Mitte der kreisrunden Kuppelhalle gerückt zu haben. Das von außen nur sehr eingeschränkt sichtbare Kreuz weist nun nicht auf den Ort der Wandlung in der Mitte der Halle, sondern auf den im Vorraum  befindlichen Zugang zu den Toiletten im Keller hin.
Im Stadtraum wirkt „Sankt Hedwig Mitte“ jetzt wie ein Gas tank oder allenfalls wie ein Planetarium. Das Kreuz auf dem Portikusgiebel ist lediglich vom Bebelplatz und von einem begrenzten Abschnitt der Behrenstraße sichtbar. Falsch ist Ihre Behauptung, „das neue goldene
 Kreuz“ auf dem Giebel der Vorhalle, sei „nun schon vom anderen Ende der Behrenstraße am
Holocaust-Mahnmal zu erkennen“. Das von Ihnen vermittelte irreführendes Bild der Sichtbarkeit des Portikuskreuzes, stelle ich in einer Grafik richtig ( s. Anhang ). Dem Stadtplan zugeordnete Fotos verdeutlichen, dass erst ab der Kreuzung mit der Wilhelmstraße von der Behrenstraße eine Sicht auf die in der Ferne liegende Kathedrale möglich ist.

Über eine Publikation von Ihnen könnte ein jeder leicht hinweg sehen, auch eine Predigt bliebe einfach unbeachtet, doch bei einem persönlichen Anschreiben sollte Irreführendes nicht unwidersprochen bleiben. Nun sehe ich entgegen, wie Sie die von Ihnen angestoßene Korrespondenz fortsetzen und sich zu den fraglichen Punkten einlassen.

Mit freundlichen Grüßen
Werner J. Kohl

 

Quellennachweis 

Dokumente auf der Internetseite der Freude der Hedwigskathedrale:

Als Brief an Werner J. Kohl gesandter Newsletter von Dompropst Tobias Przytarski vom 23.02.2024.

Schreiben des Vertreters der Initiative Freunde der Hedwigskathedrale vom 30.03.2024

 


Mittwoch, 28. Februar 2024

Erzbistum Berlin – Heimstatt von Gierigen und Korrupten?

Skandalumwitterte kirchliche Repräsentanten

Die Leitung der Katholischen Kirche hat keine Skrupel, zwielichtige Prominente als Repräsentanten der Kirche zu installieren. Vielleicht ist eben gerade Skrupellosigkeit das Eignungskriterium für kirchliche Repräsentanten? An zwei Beispielen lässt sich dieser Frage nachgehen – Claudia Nothelle und Philipp Amthor.

Claudia Nothelle

–  Vizepräsidentin des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)
–  Vorsitzende des Vereins Hedwig21.Berlin im Erzbistum Berlin
–  Aufsichtsratsvorsitzende der katholischen Journalistenschule, dem Institut zur Nachwuchsförderung
–  seit 2017_Professorin für Fernseh-Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal
–  bis 2016_Programmdirektorin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (ARD/rbb)

Schlagzeilen zu Claudia Nothelle in den Medien 2022 – 2024

(Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kontraste, Mitteldeutsche Zeitung, Volksstimme u.a.)

pharaonisches "Ruhegeld" – "sittenwidrig" – "Untreue zulasten der Beitragszahler"

Ausgerechnet eine Person mit unersättlicher Geldgier, die auch Unverdientes gern privat anhäuft, übernimmt den Vorsitz eines Vereins, der Spendenmittel von gutgläubigen Katholiken einwirbt. Doch das passt wohl zu dem Verein Hedwig21.Berlin, der den Abriss des Inneren der Hedwigskathedrale und den Totalabbruch des intakten Gemeindehauses (Bernhard-Lichtenberg-Haus) fördert, um für die Spitzenkleriker Penthouses in einem Neubau zu errichten. Ein Projekt mit einem Budget von Dutzenden Millionen Euro (mind. 66 Mio. €) übt wohl einen unwiderstehlichen Reiz auf geldaffine Akteure aus.

Die Vorsitzende des Vereins Hedwig21.Berlin musste sich vor Gericht verantworten

Details aus Berichten zu Claudia Nothelle in den Medien 2022 – 2024

Mitteldeutsche Zeitung
2024-02-13_Extrem hohes Ruhegeld

"Die ehemalige Programmdirektorin Claudia Nothelle erhielt vom RBB sieben Jahre lang ein Gehalt ohne jegliche Arbeitsleistung, zusätzlich zu einer beträchtlichen Abfindung. Ein Gerichtsurteil beendet nun diese Praxis."

Frankfurter Allgemeine Zeitung
2022-12-11_faz_Ruhegelder en masse

Ehemalige Spitzenfunktionäre des RBB "beziehen bis ans Lebensende Ruhegeld, zusätzlich zu ihrer Pension. Bei dem umstrittenen Ruhegeld handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Spezialität. Das Ruhegeld wird nach dem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Amt gezahlt. Eine von der „Welt am Sonntag“ befragte Arbeitsrechtlerin hält die entsprechenden Verträge für „sittenwidrig“. Die Verträge seien „mit den Prinzipien des öffentlich-rechtlichen Dienstwesens nicht vereinbar“ und womöglich als „Untreue zulasten des Senders und der Beitragszahler“ zu werten.

"Die einstige Programmdirektorin Claudia Nothelle, die inzwischen Professorin für Fernsehjournalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal ist, habe inzwischen rund eine halbe Millionen Euro Ruhegeld mitgenommen. Ihren Fall hatte das RBB-Magazin „Kontraste“ ebenso wie den des früheren Intendanten kürzlich bekannt gemacht."

Volksstimme
2022-12-02_Kassierte Professorin aus Magdeburg 500 00 Euro für Nichtstun?

Ex-RBB-Programmchefin
Ruhegeld:
Kassierte Professorin aus Magdeburg 500.000 Euro für Nichtstun?

"Claudia Nothelle, Professorin für Fernsehjournalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal, soll aus ihrer Zeit als Programmdirektorin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) Anspruch auf ein üppiges Ruhegeld haben. Geld also, ohne arbeiten zu müssen."
"Fragen der Volksstimme zum Ruhegeld und dessen Höhe beantwortete Nothelle am Freitag nicht. „Bei meinem Weggang vom RBB haben wir Verschwiegenheit vereinbart, daran halte ich mich“, teilte die Professorin knapp mit."

 

Philipp Amthor 

–  seit 2017 Bundestagsabgeordneter der CDU für Mecklemburg-Vorpommern
–  Aufsichtsrat beim IT-Unternehmen Augustus Intelligence 2019 bis 2020
–  berufenes Midglied des Diözesantates im Erzbistum Berlin von 2020 bis 2023
–  ab 2022 Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald
–  ab 2023 Gesprächspartner des Diözesanrates in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin

Schlagzeilen zu Philipp Amthor in den Medien 2020 – 2023

(Frankfurter Rundschau, Tagesschau, Die Tageszeitung, focus, Spiegel, Zeit-Online, Abgeordnetenwatchu.a.)

"Der Vorwurf der Bestechlichkeit steht im Raum."

"Amthor steht im Bundestag fraktionsübergreifend in einer langen Tradition der Verquickung von politischen mit privaten Interessen"

"Amthors nun öffentlich gemachte Vorteilsnahme könnte ihm am Ende gar zum Vorteil gereichen."


Der unter Korruktionsverdacht stehende und möglicherweise bestechliche CDU-Jungstar Philipp Amthor 
 

Ein zielstrebiger junger Mann aus Ostdeutschland macht nach einer Erwachsenentaufe 2019 Karriere in der Christlich Demokratischen Union Deutschlands.
Die Einflußmöglichkeiten seines politischen Mandats nutze Amthor zur Erzielung privater Einkünfte. Wikipedia: "Als Bundestagsabgeordneter übernahm Amthor ab Mai 2019 beim IT-Unternehmen Augustus Intelligence einen Aufsichtsratsposten. Er besaß Aktienoptionen (bewertet bis zu 250.000 Dollar) des Unternehmens, ließ sich Reisen nach New York City, Korsika und St. Moritz finanzieren und betrieb für das Unternehmen Lobbyarbeit – dies im Oktober 2018 auch auf offiziellem Briefpapier des Bundestages in einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. In der Folge berichteten weitere deutsche Medien über Amthor. Nachdem Amthor die Nebentätigkeit als eine „nicht-exekutive Funktion, mit der sich kein regelmäßiger Arbeitsaufwand verbindet“, bezeichnete, erklärte er am 12. Juni 2020 „Es war ein Fehler.“ und seine Nebentätigkeit für beendet. Ebenso beendete er die Tätigkeit für die Wirtschaftskanzlei White & Case mit einem monatlichen Einkommen von 1000 bis 3500 Euro, um sich „politisch nicht noch angreifbarer zu machen“.

Der zwielichtige Amthor war 2023 als berufenes Mitglied des Diözesanrates nicht mehr zu halten

Ungeachtet dieser unlauteren Machenschaften Amthors versprach sich die Leitung des Erzbistums Berlin
2020 wohl politische Vorteile durch seine Aufnahme als berufenes Mitglied des Diözesanrates. Da dieses authokratische Vorgehen jedoch bei zu vielen Katholiken auf Unverständnis stieß, endete Amthors Mitgliedschaft im Diözesanrat 2023.

Details aus Berichten zu Philipp Amthor in den Medien 2022 – 2024

katholisch.de
2023-08-15_Katholisch-de_CDU-Politiker Amthor künftig nicht mehr im Diözesanrat

"Die Wahl des CGU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor in den Berliner Diözesanrat war 2020 vor dem Hintergrund fragwürdiger Lobbytätigkeiten kontrovers diskutiert worden. Jetzt, nach nur drei Jahren, zieht sich Amthor wieder aus dem Gremium zurück."

Abgeordnetenwatch
2021-05-06_abgeordnetenwatch_Philipp Amthor ist die Hauptfigur im Lobbyskandal
 
"Der CDU-Politiker Philipp Amthor ist die Hauptfigur im Lobbyskandal um das New Yorker Unternehmen Augustus Intelligence. Interne Unterlagen zeigen, wie der Abgeordnete dem damals neu gegründeten Start-up Zugang zum Bundeswirtschaftsministerium verschaffte. Erstmals veröffentlichen wir das zentrale Dokument der Affäre: Amthors pikantes Lobbyschreiben an Wirtschaftsminister Altmaier."

Die Tageszeitung – taz
2020-06-15_taz_Korruptionsvorwurf-gegen-Philipp-Amthor

"Korruptionsvorwurf gegen Philipp Amthor:
Hihi hilft nicht mehr
Der CDU-Politiker Philipp Amthor ist ein klassischer Parvenü. Nun aber hat er es mit dem Nach-oben-hecheln übertrieben. Wie tief wird er fallen?"

"Amthor wurde nicht nur wie ein kleiner König hofiert. Er erhielt auch schicke Direktoren-Visitenkarten und Aktienoptionen über mindestens 2.817 Stück. Die Recherchen zeigen, wie begeistert man bei Augustus vom neuen Markenbotschafter war: „So ein geiler Typ“, schrieb Augustus-Gründer Pascal Weinberger in einem internen Chat. „Wir müssen uns echt bei ihm bedanken.“

"Der Vorwurf der Bestechlichkeit steht im Raum. Das hat Tradition
Ein anderer unappetitlicher Aspekt ist Amthors Verbindung zu Hans-Georg Maaßen, dem im November 2018 entlassenen Chef des Bundesverfassungsschutzes. Der Spiegel hat ein Foto veröffentlicht, auf dem Amthor im Sommer 2019 mit dem politischen Rechtsausleger und dem Gründer von Augustus Intelligence in die Kamera lächelt. Maaßen ist für diesen Herbst als Zeuge vor jenen Untersuchungsausschuss geladen, der das Attentat auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 untersucht. Stellvertretendes Ausschussmitglied: Philipp Amthor. Sollen die Opfer und deren Angehörige nicht verhöhnt werden, muss eine Befragung unter einstigen Geschäftspartnern ausgeschlossen werden. Die Unionsfraktion im Bundestag wird diese Angelegenheit schnell klären müssen."

Die Tageszeitung – taz
2020-06-17_taz_Die Affäre Philipp Amthor

"Das von Amthors Verteidigern vorgebrachte Argument, der 27 Jahre alte Politiker habe aus jugendlicher Leichtfertigkeit gehandelt, geht komplett fehl. Jede Person, sei sie noch so alt oder jung, ost- oder westdeutsch sozialisiert, ist verantwortlich für ihr Handeln. Erst recht ein ausgebildeter Jurist, der sich viel auf seine Intelligenz zugutehält. Auch die Erzählung von Amthor als Witzfigur wird der Sache nicht gerecht. Ein Abgeordneter des deutschen Parlaments hat über einen längeren Zeitraum Lobbyismus betrieben und mindestens billigend in Kauf genommen, dass das sein Schaden nicht sein werde. Dies ist kein dummer Streich, keine Anek­dote."

Die Tageszeitung – taz
2020-06-17_taz_Nach Lobbyismus-Enthüllungen - Amtho verlässt Amri-Unterschungsausschuss

"Amthor steht wegen seiner Nähe zu Maaßen in der Kritik, aber vor allem auch, weil er sich bei der Bundesregierung für das US-Unternehmen Augustus Intelligence eingesetzt hatte. Der 27-jährige CDU-Politiker, der mittlerweile von einem Fehler spricht, hat die Nebentätigkeit nach eigenen Angaben inzwischen beendet und die ihm eingeräumten Aktienoptionen zurückgegeben."

"
Obmann der FDP-Fraktion, Benjamin Strasser:  Doch sei die Angelegenheit nicht zu Ende. „Er schuldet der Öffentlichkeit immer noch eine Erklärung dafür, wer die Reisen, Übernachtungen und Champagner im Zusammenhang mit der Firma Augustus Intelligence finanziert hat.“

Sogar für CDU-Verhältnisse zu wirtschaftsnah? Philipp Amthor   _Foto: dpa

 

Mittwoch, 31. Januar 2024

Unrechtmäßige staatliche Zuwendungen an Katholische Kirche in Berlin ?

Sind Zuwendungen an das Erzbistum Berlin geflossen, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen des Zuwendungsbescheids des Bundes vom 10.07.2018 nicht erfüllt waren?
Gleiches trifft auf den damit zusammenhängenden Zuwendungsbescheid des Landes Berlin vom 05.11.2018 zu.

Eine diesbezügliche Anfrage hat die vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte staatliche Prüfungsbehörde, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) seit nunmehr 8 Wochen nicht beantwortet. Die begründeten Zweifel an der Rechtmäßigkeit von staatlichen Subventionen werden nicht ausgeräumt. Zur Erinnerung und erneuten Bitte um Beantwortung wird der Verein Freunde der Hedwigskathedrale sein Schreiben vom 05.12.2023 nochmals an das BBR übermitteln. Bis das BBR sachlich belegt dargestellt hat, dass weniger Zuwendungen wegen Nichteinhaltung der Bedingungen des Bescheids ausgezahlt wurden, muss die ungerechtfertigte Ausschüttung von 20 Mio. Euro befürchtet werden.

Zuwendungsbescheide beruht auf unzutreffenden Angaben des Erzbistums Berlin

Die kirchlichen Angaben zur Beantragung von staatlicher Förderung entsprechen nicht den Tatsachen. Der ergangene Zuwendungsbescheid beruht somit auf einem unrichtige Antrag. 

Wer schamlos lügt, auch gern betrügt,
wenn niemand sieht, was da geschieht.
Gegengestellt dem Schlaf der Welt,
sollten taugen wache Augen.
Doch die Prüfer
schliefen tiefer. 

Die Auszahlungsbedingungen des Bescheids werden erwiesenermaßen nicht eingehalten.
Hat die prüfende Behörde auftragsgemäß ungerechtfertigte Zuwendungen storniert? Falls sie es unterließ, stellte sich die Frage, ob Nachlässigkeit oder Vorsatz der Grund wäre. 

Nach Ablauf der festgeschriebenen Bewilligungsfrist (01.01.2018 bis 31.12.2023) sind nur ein Rohbau (Veranstaltungshalle Sankt Hedwig Mitte) und eine Baugrube (Ersatzneubau für Penthouses kirchlicher Funktionäre) zu sehen. 


Wird nun ohne gültigen Bescheid, dessen Förderzeit 2023 endete, rechtskonform jede weitere finanzielle Zuwendung an das Erzbistum Berlin eingestellt? 

Anfrage beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Im Rahmen des Bescheids war das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung als zuständige staatliche Bauverwaltung mit Prüfungsaufgaben beauftragt worden.

Die Aufgabe des BBR wird auf Seite 3 des Zuwendungsbescheids vom 07.10.2018 festgelegt.

 

Auskunft von der prüfenden Aufsichtsbehörde (BBR) erbat der Verein Freunde der Hedwigskathedrale am 05.12.2023 mit folgendem Schreiben.

 

Die in der Anfrage mit den Anforderungen des Zuwendungsbescheids begründeten Fragen sind als Seite 2 dem Anschreiben beigefügt worden. Die Anfrage erfolgte, als der Bescheid noch 4 Wochen Gültigkeit hatte. Ende Januar 2024 ist der Zuwendungsbescheid bereits seit 4 Wochen nicht mehr gültig. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sollte nun den Überblick über die Gesamtsumme der geflossenen Zuwendungen haben. Für darüber hinausgehende Zuwendungen gibt es keine gesetzliche Grundlage mehr.

Ungerechtfertigte zusätzliche Steuermittel nach Deal zwischen Staat und Kirche?

Oder kommt es tatsächlich zu dem von Kultursenator Chialo ausgeplauderten Deal zwischen Staat und Kirche, der sich über die gesetzlichen Vorgaben für staatliche Förderung dreist hinwegsetzen würde. Denn in Verbindung mit dem vom Bund ausgestellten Zuwendungsbescheid vom 10.07.2018 über 12 Mio. Euro hatte das Land Berlin unter gleichen Voraussetzungen einen Bescheid vom 05.11.2018 über weitere 8 Mio. Euro erlassen. Insgesamt 20 Mio. Euro staatlicher Mittel sollten in das kirchliche Abriss-, Umbau und Ersatzneubauvorhaben fließenund

Berlins Kultursenator Joe Chialo
äußerte am 05.12.2023 auf diesbezügliche Anfrage eines Vertreters der Freunde der Hewdwigskathedrale:
"Aber da sind wir doch schon längst im Gespräch mit dem Erzbischof und dem Dompropst, um zu einer Verlängerung und Kostenanpassung zu kommen."

Am 21.06.2023 hatte Erzbischof Koch außerhalb der Abrissstelle des ehemaligen Gemeindehauses eine Grundsteinlegung für seine Residenz und die weiterer leitender Kleriker vorgetäuscht. Sieben Monate später zeigt sich statt eines Rohbaus nur ein Baggerloch mit verstreuten Betonbrocken. Der hier fehlende Ersatzneubau war auch Gegenstand des Zuwendungsbescheid, der von 2018 bis 2023 gültig war.

Am 21.06.2023 täuschte Erzbischof Koch eine Grundsteinlegung vor.
Sieben Monate später (am 26.01.2024) ist rechts die Plattform der vorgetäuschten Zeremonie (jetzt ohne Grundstein-Attrappe) neben dem mit Spundwänden gerahmten Baggerloch zu sehen (, dem Ort des Abrisses des ehemaligen Gemeindehauses, dem Neubauteil des Bernhard-Lichtenberg-Hauses).



 

In entgegengesetzter Blickrichtung ist hinter Betonresten im Baggerloch der Annexbau der ehemaligen Hedwigskathedrale zu sehen. Vom Ersatzneubau nach dem Abriss eines Teils des Bernhard-Lichtenberg-Hauses ist nichts zu sehen. Also dürften auch keine Zuwendungen für Baumaßnahmen geflossen sein.

 

Sonntag, 31. Dezember 2023

Köln und Berlin – Anschläge auf Kathedralen

Gesellschaftliche Relevanz der Katholischen Kirche ging verloren

Machtmissbrauch, sexuelle Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen und Vertuschung von Verbrechen haben die Vertreter der Katholischen Kirche den Nimbus moralischer Ratgeber gekostet und ihnen das Vertrauen entzogen. Katholiken kehren dieser Kirche, die nicht mehr ihre Heimat sein kann, den Rücken und die Institution verliert ihre gesellschaftliche Relevanz. Aber die kirchlichen Kassen sind gut gefüllt und aus gesicherten Pfründen quellt weiterer Reichtum. Damit bleibt die finanzielle Macht der Katholischen Kirche erhalten. Zudem vermehren rechtliche Privilegien die überproportionalen politischen Einflussmöglichen dieser Institution. 

Sehnsacht nach Aufmerksamkeit

Doch aus Eitelkeit und Selbstgefälligkeit sehnen sich die ins Abseits getretenen kirchlichen Protagonisten nach der verspielten Aufmerksamkeit. Sie möchten ins Licht der Öffentlichkeit, obwohl ihnen gesellschaftliche Relevanz inzwischen fehlt. Da müssen Attraktionen her. Mit gigantischen Projekten hofft man auf Bewunderung. Aber auch Bedrohungen können allgemeines Interesse und mitfühlendes Bedauern erregen. 

Aktuelle Ereignisse

Anschläge auf Kathedralen lenken den Blick der deutschen Öffentlichkeit auf die Erzbistümer Köln und Berlin. Aktuell ist der Kölner Dom von geplanten Anschlägen islamistischer Terroristen bedroht. Seit Weihnachten 2023 bis zum Jahreswechsel wird der Dom weiträumig von der Polizei geschützt, damit den Besuchern und dem Baudenkmal kein Schaden widerfahre. Nicht vergessen werden darf jedoch ein anderer Anschlag, der - schon 2013 ausgeheckt - in Berlin ohne allgemeine Empörung 2018 begann und auch 2024 ungestört fortsetzt wird.

Eine kuriose Duplizität

Der Kölner Erzbischof ist nicht nur von Anschlagplänen in seiner Diözese betroffen, sondern hat als Berliner Erzbischof einst selbst einen Anschlag auf eine Kathedrale initiiert. Die Staatsmacht bewahrt den Dienstsitz des Kölner Erzbischofs, Kardinal Woelki, vor einem Anschlag. Gleichzeitigg fördert der Staat die Umsetzung des von Woelki eingeleiteten und von seinem Nachfolger Koch ausgeführten Anschlag auf ein baukulturelles, kirchliches und politisches Denkmal in Berlins Mitte, die Hedwigskathedrale. 

Woelkis Vollstrecker Koch

Das künstlerisch wertvolle Ergebnis des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Kathedrale, das Gemeinschaftswerk von Künstlern aus Ost- und Westdeutschland in der Zeit deutscher Teilung, ein wahres Denkmal deutscher Einheit, wurde in seinem Inneren in bewusster Absicht "vollständig vernichtet" (Aussage Erzbischof Kochs vor Gericht). Der geplante Anschlag auf das Zeugnis liturgischer Erneuerung und gesamtdeutscher Geschichte wurde von der Leitung des Erzbistums Berlin rigoros ausgeführt und mit mindestens 20 Millionen Euro allgemeiner Steuermittel vom Staat wohlwollend gefördert.

Der geplante Anschlag auf den Kölner Dom wird hoffentlich verhindert,
während der kirchliche Anschlag auf Berlins Hedwigskathedrale gelang.

 

 

Links
Weinnachten unter Polizeischutz im Kölner Dom:
Anschlagspläne auf Kölner Dom

Mittwoch, 29. November 2023

Ein halbes Ei in Sankt Hedwigs Mitte

Die Form folgt dem Namen

Wer "Koch" hört, denkt unwillkürlich ans Essen, an Speisen, Zutaten und Küchengerät. Womöglich erging es auch den Planern des Radikalumbaus der Hedwigskathedrale so, als sie den Namen des Auftraggebers erfuhren. Bauherren möchten gern der Nachwelt ein Zeugnis ihres Wirkens hinterlassen, das an sie erinnert, womit sie sich "verewigen" können.Vielleicht glaubten die Gestalter diesem Bestreben entgegenzukommen, wenn Formen des Neubaus an den Namen des Geldgebers denken lassen. 

Die beim Bau des Katholischen Forums "Sankt Hedwig Mitte" gewählten Formen können wohl auch als dankbare Referenz an den großzügigen Auftraggeber und Finanzier verstanden werden. Der Familienname des Investors "Koch" bietet sich für derlei Avancen geradezu an. Der Architekt der neuen Residenz des Auftraggebers an der Französischen Straße gestaltete diese augenfällig als Kochmütze ("Kochhaube als Kochs Haus"). 

So wollte womöglich der Gestalter der neuen Innenausstattung von Sankt Hedwig den Arbeitsplatz des Erzbischofs mit dem Namen "Koch" kulinarische Assoziationen wecken. Das Betonobjekt in der Mitte der Halle erinnert an ein halbes Ei, eine unverzichtbare Zutat beim Kochen. Genauso ließe sich die in Raummitte installierte Figur als Salatschüssel, Kochtopf oder Wok deuten. Dem Vernichter des Ererbten und Verantwortlichen für den Ersatz soll mit deutlichen figurativen Hinweisen auf seinen Namen "Koch" ein Denkmal gesetzt werden. Jeder, der künftig das riesengroße halbe Ei wahrnimmt oder es als Schüssel deutet, denkt unwillkürlich an einen Koch, der alles eingerührt, die Suppe eingebrockt, die Vorräte aufgebraucht und Dutzende Millionen Euro verbraten hat. (Inzwischen räumen die Bistumsverantwortlichen den Anstieg der voraussichtlichen Umbaukosten auf mind. 66 Mio. Euro ein. Obergrenze ist ungewiss.)

Der Name „Koch“ provoziert kulinarische Assoziationen:
Der Altar wird als halbes Ei geformt.


 

Der heikle Tanz ums halbe Ei

Es ist kaum vorstellbar, dass diese formale Peinlichkeit noch zu steigern wäre. Aber in Ermangelung von Wesentlichem und Ernsthaftem wird das Läppische von den Bistumsverantwortlichen noch verherrlicht. Das Objekt mit der banalen Form eines halben Eis soll eigentlich als Altar genutzt werden; als "Tisch des Herrn", als Platz des eucharistischen Opfermahls, als Ort der Wandlung von Brot und Wein in einer katholischen Messfeier. Doch seit Monaten wird das halbe Ei selbst, theologisch unangemessen, mit Bedeutung überladen. 

Beim Gottesdienst auf dem Bebelplatz zum Fronleichnamsfest 2022 wurde zu einer Sammlung von Steinen aufgerufen. Eine Reihe von Pressemitteilungen und Predigten des Berliner Erzbischofs befassen sich geradezu exzessiv mit den Steinen, die für "lebendig" erklärt wurden. Dabei sollen sie nur als Zuschlagstoffe dienen, die für den Guss einer Halbkugel in einen Betonmischer geworfen werden. Das halbe Ei aus Beton, mit dem für Terrazzobeton typischen Materialmuster, wird zum Kultobjekt stilisiert, als Fetisch verehrt und zu einem Idol erhöht. 

In Wirklichkeit ist es lediglich eine geometrische Betonform, die am Boden einer gestaltlosen, tristen Kuppelhalle montiert wurde. Sie ist im Zirkelpunkt des runden Raumes platziert. Alles dreht sich um dieses Objekt und jeder muss sich darum im Kreis bewegen. Ein jeder konnte am Schöpfungsprozess des halben Eis teilhaben, konnte seinen Stein, Kiesel oder Hühnergott einbringen, den man dann im geweihten Altar suchen und wiederfinden soll. 

Erzbischof Koch sucht mit seinem bischöflichen Mitbruder dessen Steinchen im Betonblock
 

So schufen sich einst auch die Israeliten selbst ihr Kultbild, weil sie nicht auf Gottes Offenbarung warten wollten, die Moses in Aussicht stellte. Statt Steinen gaben sie Aaron ihren Schmuck und Ohrringe, der aus dem wertvollen Material ein Gottesbild herstellte, "ein gegossenes Kalb" (2.Mose 32,1-29). Um dieses vom Volks selbst geschaffene Götzenbild, das "goldene Kalb", wurde getanzt. Vor ihm wurde geopfert und in ihm sollte Gott verehrt werden. Der vermeintliche Gottesdienst wird zum Götzenkult der eigenen Macht und Herrlichkeit. Was Aaron tat, war nicht im Sinne des Herrn. 

Das halbe Dinosaurier-Ei in der großen Leere der tristen Kuppelhalle wird selbst zum Kultobjekt.
 

Aber Aaron findet auch in der heutigen Zeit Nachahmer, wie Heiner Koch. Die traurige Geschichte der Hedwigskathedrale ist ein Beleg dafür. 

Heiner Koch wird wohl noch einige Mühe mehr haben mit diesem halben Ei aus Terrazzobeton.

 

Samstag, 28. Oktober 2023

Terrazzo-Ausstellung in Sankt Hedwig Mitte

Konkurrenz für OBI, Toom & Co?

Wollen kirchliche Bauinvestoren in Berlin-Mitte mit Obi, Toom & Co. konkurrieren?

So könnte das Werbeplakat für den Showroom der Terrazzo-Ausstellung aussehen.
Er ist in der Kuppelhalle der Baustelle "Sankt Hedwig Mitte" des Erzbistums Berlin

Bühnenbauarbeiten zur Vorbereitung eines Events

In der ewigen Baustelle am Bebelplatz (die St. Hedwigskathedrale ist seit 2018 verschlosssen) liefen schon seit Tagen unter der Kuppel, die einer Biogasanlage gleicht, Vorbereitungen für eine Produktpräsentation für einen Betonbaustoff. 

Nach der nur für die Presse inszenierten Grundsteinlegung für den Ersatzneubau des abgebrochenen Bernhard-Lichtenberg-Hauses am 21.06.2023 (abseits des Bauplatzes posierte Erzbischof Koch für Fotoaufnahmen vor einer Grundsteinattrappe, da die Baugrube noch ein Baggersee war), wird nun eine weitere Theatervorstellung vorbereitet. 

Die Profis vom Bühnenbau lieferten Mengen von Dekorationsmaterial an. In der Baustelle der Veranstaltungshalle wurde ein Doppelboden (Bekannt aus Messe- und Bühnenbau) auf die unfertige Betondecke über der zubetonierten ehemaligen Unterkirche installiert. Die zuvor hereinbugsierte Betonhalbkugel ist mit Holzwerkstoffplatten eingehaust. Seitlich steht noch ein anderer schlanker quaderförmiger, ebenfalls eingepackter Betonblock, mit blauer Plastikfolie umhüllt.. Fleißige Tischler mussten die Fehlstellen im Doppelboden passgenau mit Holzwerkstoffplatten schließen. Dicke Rollen von Teppichboden waren bereitgelegt. Alle Materialien wurden nur für wenige Veranstaltungen auf der Bühne eingebaut und zum Fortgang der Bauarbeiten nach der Jubelwoche vom 01.11. bis zum 08.11.2023 auf den Müll geworfen. Das ist die bischöfliche Nachhaltigkeit, von der in Heiner Kochs Hirtenwort nichts zu lesen war.

Da der Fußboden nicht fertig wurde, musste ein Bühnenboden gebaut werden.
 
Teppichboden, der nach dem Event auf den Müll geworfen wird, liegt zum Ausrollen bereit.

Das Event  –  für das einfache Volk im Livestream von Spartenkanälen

Am 01.11.2023 werden gegossene Formteile aus Terrazzo-Beton einem geladenen Publikum in mitten der Baustelle vorgeführt. Im rustikalen Ambiente sind gepolsterte Stahlrohrstühle aufgestellt, damit längeres Sitzen für Investoren und VIPs erträglich wird. Denn dieser Veranstaltung soll durch Reden und Rituale von erheblicher Dauer besondere Bedeutung zugeschrieben werden. 

Im geschäftigen Baustellen- Ambiente wird der Live-Stream der Halbkugel-Weihe gedreht

Mit dem improvisierten Termin, der noch im Jahr 2023 stattfindet, glauben die baukostenüberziehenden Bauherrn wohl, dem Vorwurf der Fördermittelerschleichung entgehen zu können. Der Bewilligungszeitraum des Fördermittelbescheids von 2018 endet am 31.12.2023, während die Baustelle bisher überwiegend vom Abriss geprägt ist, nicht von abgeschlossenen Rohbauarbeiten, geschweige denn Ausbauten.

An der Stelle des ohne Nachhaltigkeitsgedanken abgebrochenen Gemeindehauses (Bernhard-Lichtenberg-Haus) klafft nach fast 18 Monaten Abriss ein großes Loch (gelegentlich mit Baggersee) an der Französischen Straße. Die "Grundsteinlegung" hat Erzbischof Koch schon im Juni 2023 "getürkt", natürlich an einem anderen Ort, um nicht im wassergefüllten Baggerloch unterzugehen. Auch jetzt, Ende Oktober 2023, ist dort eine wahrhaftige Grundsteinlegung nicht zu denken. 

Mehr als vier Monate nach der gefakten "Grundsteinlegung" bietet sich ein desaströses Bild der "Baugrube" des Ersatzneubaus. Das Gemeindehaus ist noch nicht vollständig abgebrochen und der Neubau der klerikalen Stadtvilla kann noch nicht begonnen werden. Die Kosten explodieren, aber Bund und Land werden sicher auch diese Geldverschwendung mit der "üblichen Drittelfinanzierung fördern", wovon die kirchlichen Investoren wohl ausgehen.

Absprachen mit Geldgebern werden nötig sein

Seit 2018 gibt es keine Kathedrale mehr, das Abbrechen des stabilen und gut intergrierbaren Baubestands war sehr mühsam, die Planung versagte, das Bauen stockte, die Dutzenden bei Bund, Land, Diözesen und Gläubigen eingesammelten Millionen reichen nicht. Noch viele weitere Millionen werden in Sumpf, Schutt und Scharlatanerie versinken. Da braucht es weiterhin eine "vertrauensvolle" und "unbürokratische" Partnerschaft von Politik und Katholischer Kirche, damit unabhängig von Recht und Ordnung zusätzliche staatliche Gelder in die Investruine fließen. 

Die präsentierten Terazzo-Formteile

Was wird dem erlesenen Kreis von Gästen in der hermetisch abgeschotteten Baustelle gezeigt werden. Etwas am Rande ist ein Quader aus Terrazzo-Beton zu sehen, der aber ohne Stützvorrichtung hochkant stehen kann.
Das zweite Objekt wird als Attraktion in der Mittel aufgestellt. Es ist eine Halbkugel aus Terrazzo-Beton, die den Eindruck des Wankens, Kippelns und der Unsicherheit erweckt.

Ist es eine Referenz an den Bauherrn, das das Gebilde einer Kochschüssel gleicht? Es ist Kochs Schüssel !

Schlosser und Schweißer bewirken das "Wunder der Balance"

Wie von Zauberhand gehalten, wackelt aber nichts. Donnerwetter! Überraschung, Erstauen oder gar Entsetzen. Damit will man vielleicht die Zuschauer verblüffen. Im Wirklichkeit ist es aber ganz profan. 

Im Zentrum des Kuppelraums steht ein Stahlrohr

So sieht die Seele der "Kathedrale des 21. Jahrhunters" im Detail aus

Die Halbkugel ist durchbohrt und auf einen Spieß gepfählt. 

Auf der Stahlbetondecke über der bunkerartigen Krypta wurde ein Stahlblech verdübelt. An dieses Blech wurde ein Stahlrohr angeschweißt, das die Halbkugel durchdringt und von oben verschraubt wird.
Dieses Stahlrohr auf dem Blech ist nun der Mittelpunkt, die Seele des über 66 Millionen teuren Großvorhabens SANKT HEDWIG MITTE. 

Heilig's Blechle !   heiliges Kanonenrohr ! 

Vielleicht haben die klerikalen Verantwortlichen, die Redewendungen überinterpretiert. Viele sagen es, manche schreiben es. 

Aber Rohre sind nicht heilig.
Bleche sind nicht heilig.
Und Kieselsteine sind tote Materie, keine "lebendigen Steine"
erst recht, wenn sie in erstarrter Betonmasse verschwunden sind.
Naive Fehlinterpretationen sind ein schlechtes Omen für das auf mutwilliger Zerstörung basierende Bauen des Erzbistums Berlin. 

Im Betonblock soll es geben,
Kieselsteine, die noch leben.
Was gebaut, um zu bestehen,
wird wohl so recht bald vergehen
.

 

Das Desaster wird auch Imprägnierung nicht lange aufhalten

Neben dem Hinweis auf der Terrazzo-Halbkugel zeigt sich ein Loch
 

"Ganz verschwinden muss es doch,
das vermaledeite Loch"
meinte einst der Bauherr Koch.
Nun verfolgt*s ihn immer noch.



Samstag, 30. September 2023

Offenes Denkmal ohne Denkmal – Sankt Hedwig Mitte

Der Pressesprecher des Erzbistums Berlin präsentiert den Umbau, der das Denkmal zerstörte

Das Erzbistum Berlin missbraucht den vom Landesdenkmalamt veranstalteten Tag des offenen Denkmals 2023, wie schon in vergangenen Jahren, um für die selbst durchgesetzte Zerstörung eines bedeutenden Denkmals zu werben und den dürftigen, peinlichen Ersatz schönzureden.

Sankt Hedwig Mitte  09.09.2023  10:00 Uhr  
Baustellenrundgang für Denkmalinteressierte mit Erläuterungen des Pressesprechers des Erzbistums Berlin zum laufenden Umbau der Hedwigskathedrale

Pressesprecher Stefan Förner empfängt eine 22-köpfige Gruppe von denkmalinteressierten Bürgern. Er präsentiert die Geschichte der Hedwigskirche von den Anfängen bis zum derzeitigen Umbau in einer netten, leicht verdaulichen Erzählung, die er mit humorvollen Anekdoten versüßte.

Hier folgt eine möglichst genaue Wiedergabe der Ausführungen von Stefan Förner.
Wörtliche Zitate des Pressesprechers sind kursiv gesetzt, besonders interessante Aussagen durch violetten Fettdruck gekennzeichnet. Zwischenüberschriften sollen die Orientierung erleichtern. Kommentare sind in blauer Schrift eingefügt.

Die Erzählung des Pressesprechers

Auch 1773 fehlte bei der Kirchweihe noch einiges zur Baufertigstellung, so wie heute. Bei der für den 250-igsten Jahrestag der Kirchweihe vorgesehene Weihe des neuen Altars wird der Umbau nicht abgeschlossen sein. Der Umbau dauert länger als geplant, denn wir mussten lange auf Genehmigungen, Finanzierung und Fördermittel warten. Bei der staatlichen Förderung des Bauvorhaben des Erzbistums Berlin gibt es die klassische Drittelfinanzierung. Doch das Innengerüst wird bis dahin schon demontiert sein. Die Weihe wird Erzbischof Koch nur im engsten Kreis zelebrieren können. Da die Zeremonie sehr aufwendig und lang ist, wird sie nicht im Fernsehen übertragen werden können. Aber über das kircheneigene Domradio wird jeder Interessierte die Liturgie im Internet verfolgen können.
Nach der Altarweihe werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Im Moment gehen wir davon aus, dass der Regelbetrieb in der Bischofskirche, der seit 2018 in der Ersatzkathedrale St. Joseph in Berlin-Wedding stattfindet, ab Ende 2024 in Sankt Hedwig Mitte wieder möglich sein wird.

Klarstellung der Irreführung

Die Qualität der Konzeption, Vorbereitung und Planung bestimmt den Abstimmungs- und Genehmigungsprozess und dessen Zeitdauer. Verantwortlich für Zeitverzögerungen und daraus folgende Kostenexplosion ist die Bauherrschaft.


Die Geschichte von Friedrich II.
Schlesische Kriege, Kirchbau in Berlin für Soldaten und Neubürger, Patronat der schlesischen St.Hedwig als freundliche Geste gegenüber den Besiegten.
König Friedrich wünschte aus städtebaulichen Gründen einen Kirchbau nach dem Vorbild des Pantheon in Rom. Die heidnische Tempelform entsprach seinem Kalkül, dass die katholische Konfession in Berlin keinen Bestand haben würde. "Wenn der Zauber vorbei ist, kann man das Gebäude auch anders nutzen."

Hinweis zur späteren Nutzung
Auch hier wird man dem Vorbild König Friedrichs folgen können, wenn der Neubau langweilt und keine Gläubigen mehr kommen..
Das nach dem Umbau für liturgische Nutzung kaum geeigneten Gebäude, bietet
mit der entstandenen ausdruckslosen Mehrzweckhalle allerlei Vermarktungsmöglichkeiten für viele andere Themen, auch zur Vermietung (Galerie, Konferenz, Verkauf etc.).

Da hat Friedrich nicht recht behalten. Wir sind immer noch da und wollen auch bleiben.
Die Katholiken hatten aber stets Probleme mit der runden Form. Hinweis auf eine historische Bestuhlung. Wie beim Fußball, nur andersherum: "Das Eckige muss ins Runde."
Beim Umbau der Hedwigskirche in eine Kathedrale (nach der Bistumsgründung 1930) hat Holzmeister den Versuch unternommen, der Form durch runde Bänke entgegenzukommen.

Geschichte der Wiedererrichtung der Kuppel der kriegszerstörten Kathedrale aus Betonsegmenten.

Neueindeckung der Kuppeln
Es ist ein Nachteil der nach dem Krieg aus Betonsegmenten wiedererrichteten Hauptkuppel, dass sie nur einschalig ist. In den letzten Jahrzehnten sind all der Schweiß und die Tränen der Gottesdienstbesucher durch die Fugen zwischen den Betonsegmenten gedrungen und haben die Dämmschicht unter der Kupferdeckung geschädigt. Sie ist heruntergerutscht und fehlte dann an vielen Stellen ganz. Deshalb war es die erste Entscheidung des Umbaus, die Dämmung musste neu aufgebracht werden. Dazu musste das Kupfer abgenommen werden. Wegen des denkmalrechtlichen Ensembleschutzes musste, anders als an der Schlosskuppel, vorpatiniertes Kupfer, das natürlich teurer ist, zur Neueindeckung verwendet werden.

Richtigstellung der Falschaussagen

Eine Untersuchung der Dachdeckung vor dem Umbau hatte 2016 keine wesentlichen Schäden an der Kupferdeckung und deren Befestigungselementen entdecken können und auch keine Durchfeuchtung festgestellt. Die Behauptung des Berliner Erzbischofs Koch "Es regnet rein." war falsch. Die Neueindeckung war jedoch die einzige Maßnahme, die als "Sanierung" dargestellt werden konnte. Ansonsten finden beim Umbau nur Abriss und Neubau statt. Nur mit der Kupferneueindeckung konnten Politiker staatliche Fördermittel formal rechtfertigen. Eine nachhaltigere Reparatur der Dachdeckung passte nicht ins finanzielle Konzept des Großvorhabens.

Schwipperts Innengestaltung
Eine große Öffnung verband Ober- und Unterkirche.
Verweis auf Bilder an der Holzwand, die die Baustelle absperrt. (Dazu musste Förner eine Plane lüften, mit der das Bild der gottesdienstlichen Nutzung des Schwippertschen Innenraums auf der Ausstellungsfläche verdeckt ist _s. Abbildung.)

Pressesprecher Förner lüftet die Plane, die sonst das Bild verdeckt,
das die lebendige Gemeinde in dem von Hans Schwippert gestalteten Raum zeigt.

Gläubige konnten in der Unterkirche an den Gottesdiensten teilnehmen, aber es gab das Problem, dass die Gläubigen etwas gehört, aber nichts gesehen haben. Nach dem Umbau ist die stark umstrittene Öffnung nun geschlossen. Schwippert rückte den Altar, gegenüber den vorherigen Kirchenraumgestaltungen, näher an die Mitte.  
Schwipperts Fassung war Nachkriegsarchitektur. Man sagte sich damals: Wir können nicht so bauen, wie vor der Kathastrophe. Man wollte die Schmerzen zeigen, die Wunde offen halten.

Klarstellung der Irreführung

Schwipperts Raumkonzept, das mit dem Liturgischen Institut Trier abgestimmt war, weitete den Gottesdienstraum und ließ eine große Gemeinde an der Liturgie teilhaben. Der im Zentrum des Raumes platzierte Altar bot erstmals in einer deutschen Kathedrale die Möglichkeit, entsprechend den Reformen des II. Vatikanischen Konzils die Messfeier zu zelebrieren. Grundintention war eine stärkere Beteiligung der Gemeinde und die Zelebration zur Gemeinde hin („versus populum“).

Verzögerungen bei der Sanierung der Kathedrale, die seit 1978 (Orgeleinbau) nicht mehr baulich bearbeitet wurde.
2003 erlebte das Erzbistum eine Finanzkrise.
Kardinal Sterzinsky hatte nicht mehr die Kraft, etwas zu unternehmen.
Es musste auf jeden Fall saniert werden.
Lüftung – Luftheizungsrohre waren versottet, Dreiviertel des Querschnittes war zu.
Dämmung – durch Nutzung über Jahre durchfeuchtet, neue Dämmung war nötig.

Richtigstellung der Falschaussagen

Bei der Ausschreibung des Realisierungswettbewerbs 2013 wurde die erst kurz vorher sanierte Kirchenluftheizung als wirksam und erhaltungswürdig bestimmt. Eine Dämmungsdurchfeuchtung war nicht nachgewiesen worden. Die Sanierung des Innenraums war in Fortsetzung der 2009 abgeschlossenen Außensanierung von Landesdenkmalamt bereits geplant und hätte nicht mehr ca. 2 Mio. gekostet. Baufachliche Kostenschätzungen haben ergeben, dass zur Anpassung der Kathedrale an aktuelle technische Anforderungen (Aufzugeinbau, Erneuerung der Elektro- und Sanitärtechnik u.v.a.m. max. weitere 2 Mio. Euro nötig gewesen wären.


Beschreibung der Umgestaltung

Altar steht jetzt in der Mitte, wie es dem Gebäude am Besten entspricht. Jesus ist die Mitte.

Zusätzliche Innenschale 

Um eine halbkugelartige Kuppel vorzutäuschen, wurde mit enormem Stahlbauaufwand unter die originale, funktionsfähige Kuppel eine unnötige Innenkuppel gebaut und später mit orientalischem Netzmuster dekoriert.

Der mit dem beim Umbau vorgenommene Einbau einer zusätzlichen Innenschale geschah aus zwei Gründen.

Das Kreisschema des Pantheon passt nicht in die Hedwigskathedrale. Da Erzbischof Koch das Schema trotzdem verwendet, sollte die Wirklichkeit dem Fehler angepasst werden.

Der erste Grund ist ein ideologischer, theoretischer:
Mit der Innenschale soll der obere Abschluss des Raumes annähernd eine Halbkugel bilden.
Ob man es merkt, weiß man nicht.
Man kann das zwar Simulieren, aber der Effekt wird erst eintreten, wenn alles fertig ist.

Der grüne Kreis zeigt, das Schwippert mit Öffnung der Unterkirche den von der Kuppel vorgegebenen Kreis vollendete. Beim Umbau (roter Kreis) wurde mit der überflüssigen Innenkuppel versucht, das Pantheon-Schema durch Raumverkleinerung zu imitieren. Es gelang aber nicht. Zudem entsteht ein schlotartiger Oberlichtkanal.

Beurteilung der abwegigen Aussagen

Eine völlig unnötige Innenkuppel wird aus "Ideologischen" Gründen eingebaut. Das von Zogmayer proklamierte Kreisschema, das Erzbischof Koch in sein Umbau-Hirtenwort übernahm, passte nicht zu der Bausubstanz der Hedwigskathedrale. Dieser peinliche Planungsfehler wurde durch eine Verkleinerung des Raumvolumens passend gemacht, in dem mit monströsem Aufwand unter die wirkliche Kuppel eine Halbkugel-Scheinkuppel aus Stahlprofilen und Gipskarton gebaut worden ist. Ein orientierungsloses Netzmuster kennzeichnet das zusätliche Bauelement als sinnfreies Dekor.

Es gibt auch technische Gründe für die Innenkuppel. Arbeitsraum für Technik wird entstehen und für Luftumwälzung im Zwischenraum. Man kann Kabel verstecken.

Bautechnischer Hinweis

Abgeschlossene, nicht vollständig zugängliche Hohlräume sind in Gebäuden zu vermeiden, da sie Nistmöglichkeiten für Vögel und allerlei Nager bieten. Die Form des teilweise eingeschnürten Hohlraums bietet keine Voraussetzung füp Luftumwälzung (s. Abbildung des Modells).

Am aktualisierten Umbaumodell in der Katholischen Akademie zu Berlin sind der unzugängliche Hohlraum hinter der Innenkuppel und das schlotartige Oberlicht gut zu erkennen.
Auf dem Portikus prangt ein "Spaghetti"-Kreuz.


Frage aus dem Publikum:
Wurden die Auswirkungen dieser zusätzlichen Innenkuppel auf die Akustik berücksichtigt und berechnet?
Förner:
Ja, aber man wird erst sehen, wenn es fertig ist.
Vergleichender Hinweis auf den Kammermusiksaal der benachbarten Said-Akademie.
Es ist die Frage, wie Wandflächen reflektieren. Es kann zu Überakustik kommen. Das hängt von vielen Details ab. Wie sind Worte hörbar? Akustik kann schon wenige Meter daneben ganz anders sein.

Unzureichende Planung

Baumaßnahmen werden durchgeführt, deren Auswirkungen nicht berechnet oder nachgewiesen sind. Ein nächster Umbau könnte bald nötig sein, wenn man "sehen wird", was man nicht sehen wollte.

Rundgang durch die Baustelle

Umbaurechtfertigung beim Verweis auf die Innenrüstung
Selbst wenn man nur Sanieren wollte, hätte schon das Gerüst viel Geld gekostet.

Richtigstellung der Falschaussage  

(s.o. Sanierung und Modernisierung hätte 4 Mio. € gekostet)
Das Innengerüst ist nur wegen der unnötigen ("ideologischen") Innenkuppel so monströs ausgefallen. Für Sanierungsmaßnahmen hätte ein segmentartiges Teilgerüst genügt, ein Putzergerüst.

Aussage zum Kuppelkreuz beim Blick zum Kuppeloberlicht
Das Kreuz passte nicht wieder drauf.
Selbst wenn man das Kreuz wieder aufsetzen könnte, dann wäre dieser Effekt weg.
Verweis auf den Blick durch die Plastikabdeckung in die hellen Wolken.
Es ist die Perspektive christlichen Lebens:
Wenn es zu Ende ist, ist es nicht zu Ende.

In dem Netzmuster klafft ein rundes Loch, das von Plastikkissen abgedeckt wird. Die Schweissnähte der Plastikteile bilden ein Liniengewirr im Deckel der röhrenförmigen Durchörterung der unnötigen, zusätzlichen Innenkuppel.

Statt eines Kuppelkreuzes wird ein Kreuz auf dem Portikus installiert.
So wird das Kreuz vom Bebelplatz besser sichtbar sein.
Mit Erzbischof Kochs Worten: Das Kreuz wird den "Bebelplatz prägen"

Klarstellung der Irreführung

Ohne Kuppelkreuz wird die Katholische Kirche im Stadtbild des Berliner Zentrums nicht mehr in Erscheinung treten. Ein Kreuz auf dem Eingangsportikus, wie überdimensioniert und unproportioniert es auch ausfällt, wird nur noch vom Bebelplatz und von der Behrensstraße aus (von Westen) sichtbar sein. Das Kreuz auf kath. Kirchen solte über dem Ort der Eucharistie angeordnet sein. Ein Kreuz über dem Eingang entspricht der Friedhofsarchitektur, es kennzeichnet Grabkapellen.

Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses
Der Entwurf des Neubaus ist vom renommierten Architekten Dudler, der für seine Kolonadenarchitektur bekannt ist.
Behauptung:
Der Aufwand zur Ertüchtigung des bestehenden Bauwerks war wesentlich höher als ein Neubau.
Die Garagen im Altbau waren nicht einladend. Jetzt wird ein Ruhebereich zwischen Kathedrale und Neubau entstehen, eine Art "Piazza". Kaffeeduft aus dem Café im Erdgeschoss wird die Menschen anlocken und verweilen lassen.

Frage eines Besuchers nach der Kapazität des neuen Kirchenraums
Förner:
Die Architekten sagen, es wird 600 Plätze geben, mehr als vorher.

Richtigstellung der Falschaussage  

Der Pressesprecher übernimmt wohlwissend keine Verantwortung für die Falschaussage, indem er die Architekten zitiert, die einen unrealistischen Wert vorgaukelten. Doch der Vertreter der Bauherrschaft sollte eine wahrheitnahe Auskunft geben, da an der Bauabsperrungswand und in Werbebroschüren die Animation der geplanten Bestuhlung gezeigt wird. Es ist ganz leicht, die Anzahl der Stühle abzuzählen, die lt. Planung in Reihen um die Betonhalbkugel gruppiert werden sollen. Zwar gibt es seit Jahren ein Hin und Her in der Planung. Werden Bänke oder Stühle aufgestellt? Gibt es Kniebänke oder nicht? Inzwischen hat sich die Anzahl der Sitzreihen von 6 auf 5 reduziert. Wenn keine Musiker die Veranstaltung bereichern, wird es fünf Stuhlblöcke geben mit je 52 Plätzen (je Reihe zunehmende Stuhlzahl: 8+9+10+12+13 = 52). Das ergibt 5 mal 52 Plätze, also eine Kapazität von 260 Stühlen. Vereinzelte Stuhlgruppen in 4 Nischen (4 x 10 = 40) und vor den Säulen (max. 6 x 6 = 36) kann man hinzurechnen. Da ergeben sich 336 Plätze in Messen, die nicht durch Chorgesang und Orchesterklang bereichert werden. In festlichen Messen (Pontifikalämtern) wird ein Stuhlblock (52 Besucherplätze) demontiert und ausgeräumt werden müssen. Dann kann die Halle nach dem Umbau nur noch 284 Gläubigen einen Sitzplatz bieten. Für Zelebranten und Ministranten sind max. 35 Plätze vorgesehen. Analog zu den dramatisch zurückgehenden Mitgliederzahlen der Kirche wird es wesentlich weniger Platze geben als in dem abgerissenen Hauptraum (Oberkirche) der ehemaligen Kathedrale.

Die zubetonierte Sichtachse

Im Hauptraum ist es nicht so gut zu sehen, dass zwischen Taufbecken (in der Krypta), Altar und Lichtöffnung in der Kuppel eine Achse besteht. Sie steht für Taufe, Glaubensgemeinschaft und Himmel.

Kommentar

Die hier zitierte,ehemals bestehende Achse wurde durch Stahlbeton abrupt unterbrochen. Beim Rundgang spürt man stattdessen etwas völlig anderes. Wir erleben drei getrennte Ebenen. Im Untergrund die hermetisch abgeschlossene, hoffnungslose Hölle. Im leeren Rund darüber sitzen eitle Vereinzelte wie im Fegefeuer. Durch ein Bullauge in ferner Höhe kann man nur zum Himmel aufschauen, der unerreichbar ist, da die christliche Verbindung - durch das Kreuz -
gekappt worden ist.

Lichtenberg wird wieder beigesetzt werden in einer Seitenkapelle der Krypta. In der Krypta gibt es die Möglichkeit für Werktagsmessen und Gruppentreffen.

Förner fordert die Bewunderung des Publikums für die aufwendigen Arbeiten heraus:
Ein großes Gerüst füllte die Kuppel aus, ein hoher Arbeitsplatz, wo Putzer die Gipskartonplatten spachteln und mit Akribie glätten, obwohl die Kuppel sehr hoch ist und man meinen könnte, es käme auf Detailgenauigkeit und Präzision in so großer Entfernung vom Betrachter gar nicht an.

Die liturgischen Abläufe und Wegebeziehungen müssen sich noch einspielen.
Es ist noch nicht klar, wie viele Zelebranten am Altar sein werden.
Wo sich die Ministranten und die Zelebranten aufstellen werden, wissen wir noch nicht.
Das wird sich in der Praxis erweisen

Planung ohne liturgisches Konzept

Erst war eine zwei Etagen tiefer liegende Tiefsakristei im unterkellerten Hof geplant. Als die Fehlplanung erkannt war und die Unterkellerung gestrichen wurde, fehlte Platz für eine Sakristei. Als Notlösung ist nun eine Doppelstock-Ringsakristei in die Gänge rund um die Sakramentskapelle als Stahlbauregal gepresst worden. Nun stellt der Dompropst fest, dass sich die Sakramentskapelle nicht als Andachtsraum eignet . Es soll jetzt ein "Jetzt"-Raum daraus werden, wohl in Anlehnung an die von Leo Zogmayer im Internet für 95 € angebotene "Jetzt"-Uhr. Für das Sakrament und den Tabernakel wird sich eine Nische im Hauptraum finden. Wie die Liturgie rund um die mittige Betonhalbkugel inmitten von Stuhlblöcken gestaltet werden soll, ist noch unklar und "muss sich noch einspielen".

Einblicke in die neue Kellerebene bei der Baustellenbesichtigung

–  Ein eiserner Wurm bohrt sich in die Unterwelt

Wurmartig kriecht eine Röhre in den Keller – Die steile, enge Treppe ist bautechnisch von der Halle abzutrennen, da der mit Stahlbeton abgeschottete Keller (Krytpa) unverschließbar mit dem Windfang (ehem. Vorhalle) verbunden ist. Um eine Mindestkopfhöhe zu erübrigen, war für eine bautechnische Lösung kein Platz. Nun soll ein geschweißtes, tragfähiges Stahlgewölbe zum erforderlichen Brandschutz, Rauchschutz, Schallschutz beitragen.

–  Der beängstigende Blick in den Höllenschlund

Höllentrichter – Die steile, enge Treppe in den Keller ist einläufig und besteht aus 20 Stufen ohne Zwischenpodest. Der Blick vom oberen Zugang (Windfang unter dem Portikus) in die Tiefe ist beängstigend. Er gleicht dem Höllentrichter, mit dem Dante den Zugang zum Inferno beschreibt. Die Sturzgefahr wird viele von dem riskanten Abstieg abhalten. Für den Toilettenbesuch Einzelner gibt es zur Not einen kleinen Aufzug
–  Der unterirdische Betonbunker mit Fangnetz an der Decke

Stahlbetonbunker – Die ehemalige Unterkirche ist nun von einer bedrückendes Betondecke verschlossen, die auf fetten, plumpen Rundstützen lastet. Das Raumgefühl erinnert an eine Tiefgarage. Hier sollen sich Freiwillige entblößen und in einem Betonbecken untertauchen.

Ein Insekt lauert im Netz über dem Tauchbecken

Das lauernde Insekt – Über dem Tauchbecken breitet eine insektenartige Kreatur seine Fangglieder aus. Das Netzdekor an der Betondecke der niedrigen Krypta verstärkt noch das beklemmende Gefühl, eingeengt und gefangen zu sein.

Was wird im grauenerregenden Betonbunker noch zu finden sein?

Beisetzung der Berliner Bischöfe
Die Grabkammer für Erzbischof Koch ist schon vorbereitet.
Für neun weitere Bischöfe ist noch Platz in der Krypta.

Fazit

Durch die Aussagen des Pressesprechers sind die Besucher über die offiziellen Standpunkte der Leitung des Erzbistums informiert worden. Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie ziellos die Planung und Ausführung des Umbaus erfolgte und dass die Bistumsleitung noch immer kein liturgsches Konzept für die Nutzung der inzwischen gebauten Räume hat.
 

Zitate des Pressesprechers zur Konzeptlosigkeit der Bauherrschaft:

"… wird man erst sehen, wenn es fertig ist."

"Die liturgischen Abläufe und Wegebeziehungen müssen sich noch einspielen."

"Es ist noch nicht klar, (…) Das wird sich in der Praxis erweisen.