Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Mittwoch, 16. September 2015

Countdown_16 – St. Hedwigs-Kathedrale stiftet Identität


Hoffnungsvoller Blick nach vorn
Wird der neue Erzbischof die Bedeutung einer identitätsstiftenden lebendigen Tradition, von der die Innengestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale zeugt, erkennen, die die Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens in der Diözese erst ermöglicht, unabhängig vom aktuellen Kunstgeschmack?

Wiederaufbauwerk aller deutschen Katholiken
Nach der Kriegszerstörung haben Katholiken vieler Bistümer in Ost und West für den Wiederaufbau der Kathedrale gespendet. Es ist ein Zusammenhalt gewachsen, der auch durch den Bau der Mauer nicht wieder gelöst werden konnte.

Das Kathedrale verband das geteilte Bistum Berlin
Ein deutsches Bistum, dass sich über zwei unterschiedliche und gegensätzliche politische Systeme erstreckt, wurde von Kardinal Bengsch, der die wiederaufgebaute Kathedrale weihte, als einheitliche Diözese bewahrt gegen alle Schwierigkeiten. Ganz bewusst wählte er die St. Hedwigs-Kathedrale, obwohl sie in dem Teil Berlins mit kirchenfeindlichem sozialistischen System stand, weiter als Mittelpunkt seines Wirkens als Bischof.

Kraftquell katholischen Lebens in der Diaspora
In der Gestaltung des Innenraums der wiederaufgebauten Kathedrale wird mit dem Zugang zur Unterkirche auf die Confessio in der römischen Peterskirche verwiesen. Für die in gesellschaftlicher Bedrängnis lebenden Gläubigen ist die besondere Form des Kirchenraums Zeichen für die Zugehörigkeit zur Weltkirche über alle Grenzen hinweg. Die mit der komplexen Raumform verwirklichten theologischen Prinzipien des II. Vatikanischen Konzils können die Gläubigen weiterhin mahnen, stärken und inspirieren.

Fortführung lebendiger Tradition

Als erste nach dem II. Vatikanum gestaltete Bischofskirche Deutschlands hat die St. Hedwigs-Kathedrale eine für das noch junge Erzbistum lange Tradition. Die 85-jährige Geschichte des Bistums wird von der 12 Jahre währenden Wiederaufbauzeit und dem 52-jährigen Bestehen der modernen Kathedrale bestimmt. Sechs Bischöfe (bzw. Erzbischöfe) haben das Gotteshaus geführt, zwei Päpste haben hier gebetet und Generationen von Geistlichen und Gläubigen ist die St. Hedwigs-Kathedrale geistige Heimat und Stärkung für das christliche Leben.  Möge uns diese identitätsstiftende Bischofskirche in der außergewöhnlichen und einzigartigen Form noch lang erhalten bleiben.


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