Die Masken sind gefallen
Nachdem am 28.09.2026 an der Baustelle an der Französischen Straße das Gerüst demontiert war, wurde die Skrupellosigkeit des Berliner Erzbischofs Koch offenbar. In den Fenstern der obersten Etage des Neubaus seiner Residenz zeigten siich farbige, bleiverglaste Scheiben. Unverkennbar sind es Fragmente der Glaskunst, die vor dem Radikalumbau die Fenster der Hedwigskathedrale zierte. Was der Erzbischof, vermeintlich zum Wohle der Gläubigen aus der Kathedrale entfernen ließ, hat er anscheinend nur für sich beiseite geschafft, um damit sein neuerbautes Penthouse recht hübsch aufwerten zu können. Das spricht für Egoismus des Kirchenfunktionärs, statt für seelsorgerische Verantwortung.
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| Erzbischof Kochs Kunstraub – Glaskunst aus der Hedwigskathedrale für sein Penthouse |
Strategie zur Aneignung – Kunst öffentlich abwerten, um sich daran persönlich zu bereichern
Bei der Zerstörung des denkmalgeschützten Inneren der Kathedrale forderte Erzbischof Koch vermeintlich aus liturgischen Gründen die Entfernung der von Anton Wendling 1063 gestalteten Glasfenster. Die quadratische Struktur der Gliederung stünde für Irdisches, Sündiges und sei nicht für das Himmlische, Vollkommene eines Gotteshauses geeignet.
Aufgrund dieser liturgischen Verbrämung konnte auch dieser, wie all den übrigen Abbruchforderungen bei der denkmalrechtlichen Genehmigung aus verfassungsrechtlichem Grund von staatlichen Behörden nicht Einhalt geboten werden. Ein Hinterfragen des merkwürdigen liturgischen Gesamtkonzept des Erzbischofs würde von den Umbauverfechtern als Einschränkung der Religionsfreiheit skandalisiert werden. So verschwanden die Glaskunstwerke auf Geheiß des Erzbischofs aus der Kathedrale.
Verschmähte Kunst ist im Depot zu konservieren
Die denkmalwerten Glasfenster der Kathedrale waren entspr. der denkmalrechtlichen Genehmigung sorgfältig auszubauen und nach konservatorischen Gesichtspunkten sicher einzulagern, da es sich um Kunstwerke handelt, die fortan der Forschung zur Verfügung stehen sollen, da sie Bau- und Kirchengeschichte repräsentieren. Möglicherweise werden die Artefakte bei dem nächsten Umbau der Kathedrale, der nach dem aktuellen Fehlschlag sehr bald zu erwarten ist, zum Wiedereinbau benötigt.
Wie die skrupellose Aneignung durch Erzbischof Koch ruchbar wurde
Ende Juni 2026 nach dem Abbau des Gerüsts an der Westseite des Ersatzneubaus war ein Seite der Fassade sichtbar. Ein Fenster im obersten Geschoss war zum Teil mit einer Holzbauplatte verschlossen, während sich an der Glasscheibe daneben ein Muster abzeichnete, das an die Fenster der Kathedrale erinnerte.
In diesem Blog wurde über die Entdeckung bereits berichtet.
Eine Nachfrage des Vereins Freunde der Hedwigskathedrale beim Landesdenkmalamt Berlin ergab, dass die Denkmalbehörde keine Kenntnis von etwaigem Verstoß gegen Auflagen der denkmalrechtlichen Genehmigung hatte. Dass der Chef des Erzbistums Berlin sich an den einzulagernden Kunstwerken bedient, diese nach Belieben zerstückelt und für anderweitige Zwecke verhackstückt hatte, war der zuständigen Abteilungsleiterin für sakrale Denkmale, Frau Dr. Klawun, nicht bekannt. Das Erzbistum Berlin hatte es nicht für nötig gehalten, mit der Denkmalbehörde Kontakt aufzunehmen, sondern das Depot hinter deren Rücken geplündert. Deshalb ging Frau Dr. Klawun zunächst davon aus, dass es sich nur um Nachbildungen der Originale handeln könne. Womöglich konnte man sich im Landesdenkmalamt nicht vorstellen, wie selbstherrlich und skrupellos das Erzbistum Berlin Rechtsstaatlichkeit tatsächlich missachten würde.
Mangelndes Kunstverständnis des Bauherrn oder planvolles Erschleichen?
Es ist eigentlich unlogisch, dass die vom Erzbischof abgewertete Kunst für ihn dann wieder so reizvoll ist, dass er sie ganz nah bei sich haben möchte. In drei Himmelsrichtungen umgibt sich der Erzbischof nun mit der für die Kathedrale als unwürdig befundenen Glaskunst und stattet damit in seiner Privatresidenz seine Privatkapelle aus. Was den Gläubigen nicht mehr zuzumuten war, damit umgibt sich nun der Seelsorger allein.
Ist es Selbstkasteiung, wenn Heiner Koch sich dem aussetzt, was aus der Kathedrale verbannt wurde? Oder gefällt Erzbischof Koch die Glaskunst Anton Wendlings, aber er hatte als Bauherr nicht die Autorität, sich gegen die Plünderung und Entleerung der Hedwigskathedrale durch den Designer Leo Zogmayer durchzusetzen?
Mit welchem Märchen wird die kirchliche Propaganda den Kunstraub beschönigen?
Welche Geschichte wird die Pressestelle des Erzbistums der Öffentlichkeit auftischen, wenn die wundersame Wanderung der Kirchenfenster bekannt wird?
Zur Rechtfertigung des Radikalumbaus sind bereits etliche krude Hirngespinste verbreitet worden:
1. Bei den provisorisch wirkenden, scheinbar aus Ausschussglas bestehenden neuen Kirchenfenster sollen die Fehlstellen und Einschlüsse eine Sternkarte bilden.
2. Ein starrer Betonklotz, der wie ein halbes Ei aussieht, wird für lebendig erklärt mitsamt der in der Zementschlämme ersoffenen Steine, die als Wiedergänger derer gelten, die sie einst berührten.
3. Die mit Nuten im Stein zum Schmutzabstreifen versehenen Fussabtreter in der dunklen Gruft werden als Kreuzwegstationen umgedeutet.
4. Der vor der Kremierung von Toten von unzähligen Särgen abgenommene Plastikabfall in Kruzifixform findet sich als Wimmelbild an die Wand einer Gruftnische geklebt. Diese Halloween-Deko wird den kopfschüttelnden Betrachtern als christliche Kunst verkauft. Gebastelt hat diese nekrophile Peinlichkeit ein österreichischer Bischof, der sich für einen Künstler hält.
Die Beispiele dafür, wie dem nichtssagenden Umbauergebnis irgend ein Sinn angedichtet werden soll, ließen sich problemlos fortsetzen.
Nun darf man gespannt sein, wie der Kunstraub des Berliner Erzbischofs als christliche Wohltat gefeiert werden wird.
