Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Donnerstag, 17. September 2015

17 – St. Hedwigs-Kathedrale_Warten auf Transparenz und Teilhabe


Gläubige interessiert, was mit Ihrer Kathedrale geschieht, doch …
Seit geraumer Zeit nehmen wir ein Klima von Intransparenz und Verheimlichung wahr, was den Realisierungswettbewerb und den Umgang der Kirchenleitung mit seinem Ergebnis betrifft. Wir befürchten die übereilte Unterzeichnung eines Bauantrages durch den Erzbischof auf Drängen der Umbauverfechter im Domkapitel und der Deutschen Bischofskonferenz.

In den Pressemitteilungen ist zu lesen …
„Seit dem Wechsel von Kardinal Rainer Maria Woelki vor einem Jahr nach Köln ruht das Sanierungsprojekt weitgehend. Eine grundsätzliche Entscheidung über den Fortgang muss nun Koch treffen.“ (KNA vom 17.09.2015)
Die weitgehende Ruhe hat das Erzbistum lt. Pressemeldung vom 10.12.2014 1,5 Mio. Euro gekostet, die für Umbauplanungen ausgegeben werden. Die Pressestelle vermeldete: „Das Erzbistum Berlin nutzt die Zeit der Vakanz, um für einen neuen Erzbischof die Grundlagen für eine endgültige Entscheidung über die Umgestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale zu schaffen.“
In der Internetpräsenz des Erzbistums wird angegeben, dass dies geschieht, „Damit der neue Erzbischof eine fundierte Entscheidung fällen kann …“
Nachdenken ja, aber nur über den Baubeginn entscheiden ?
Auf der selben Seite ist in der  Internetpräsenz des Erzbistums zum Wettbewerb zu lesen: „Von daher gingen alle Überlegungen aus, anlässlich der Sanierung über eine Umgestaltung nachzudenken.“ und in fetten Buchstaben folgt der Satz:
„Eine Entscheidung zum tatsächlichen Baubeginn – ganz unabhängig von allen anderen Fragen – bleibt dem neuen Erzbischof von Berlin vorbehalten.“
Ein Erzbischof, der nur über den Termin der Grundsteinlegung für den Umbau entscheiden darf?
„Eine Entscheidung zum tatsächlichen Baubeginn – ganz unabhängig von allen anderen Fragen – bleibt dem neuen Erzbischof von Berlin vorbehalten.“
Was sagt einer der Planer des Umbaus, Leo Zogmayer ?
In der rbb-Radio-Sendung vom 13.09.2015 nimmt der Planer die Bodenöffnung in der Kathedrale als Methapher für Kommunikationsprobleme und vergleicht ihre Wirkung mit der Berliner Mauer „… ich formulier's für mich so: Wo es die Mauer gab, gibt’s noch immer einen Graben …“. Bei etwas mehr Teilhabe würden viele Gläubige gern mit Herrn Zogmayer  über deutscher Geschichte, die Bistumsgeschichte und der theologischen Bedeutung des Entwurfs des westdeutschen Architekten Hans Schwippert reden.

Ein wenig mehr Transparenz und Teilhabe ist von Nöten




Mittwoch, 16. September 2015

Countdown_16 – St. Hedwigs-Kathedrale stiftet Identität


Hoffnungsvoller Blick nach vorn
Wird der neue Erzbischof die Bedeutung einer identitätsstiftenden lebendigen Tradition, von der die Innengestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale zeugt, erkennen, die die Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens in der Diözese erst ermöglicht, unabhängig vom aktuellen Kunstgeschmack?

Wiederaufbauwerk aller deutschen Katholiken
Nach der Kriegszerstörung haben Katholiken vieler Bistümer in Ost und West für den Wiederaufbau der Kathedrale gespendet. Es ist ein Zusammenhalt gewachsen, der auch durch den Bau der Mauer nicht wieder gelöst werden konnte.

Das Kathedrale verband das geteilte Bistum Berlin
Ein deutsches Bistum, dass sich über zwei unterschiedliche und gegensätzliche politische Systeme erstreckt, wurde von Kardinal Bengsch, der die wiederaufgebaute Kathedrale weihte, als einheitliche Diözese bewahrt gegen alle Schwierigkeiten. Ganz bewusst wählte er die St. Hedwigs-Kathedrale, obwohl sie in dem Teil Berlins mit kirchenfeindlichem sozialistischen System stand, weiter als Mittelpunkt seines Wirkens als Bischof.

Kraftquell katholischen Lebens in der Diaspora
In der Gestaltung des Innenraums der wiederaufgebauten Kathedrale wird mit dem Zugang zur Unterkirche auf die Confessio in der römischen Peterskirche verwiesen. Für die in gesellschaftlicher Bedrängnis lebenden Gläubigen ist die besondere Form des Kirchenraums Zeichen für die Zugehörigkeit zur Weltkirche über alle Grenzen hinweg. Die mit der komplexen Raumform verwirklichten theologischen Prinzipien des II. Vatikanischen Konzils können die Gläubigen weiterhin mahnen, stärken und inspirieren.

Fortführung lebendiger Tradition

Als erste nach dem II. Vatikanum gestaltete Bischofskirche Deutschlands hat die St. Hedwigs-Kathedrale eine für das noch junge Erzbistum lange Tradition. Die 85-jährige Geschichte des Bistums wird von der 12 Jahre währenden Wiederaufbauzeit und dem 52-jährigen Bestehen der modernen Kathedrale bestimmt. Sechs Bischöfe (bzw. Erzbischöfe) haben das Gotteshaus geführt, zwei Päpste haben hier gebetet und Generationen von Geistlichen und Gläubigen ist die St. Hedwigs-Kathedrale geistige Heimat und Stärkung für das christliche Leben.  Möge uns diese identitätsstiftende Bischofskirche in der außergewöhnlichen und einzigartigen Form noch lang erhalten bleiben.