Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Dienstag, 30. Juni 2026

Wo laufen sie denn? – Ziellose Liturgie in Sankt Hedwig Mitte

Liturgie als Vorwand für Denkmalzerstörung

Mit dem durch Verfassungsprivileg überhöhten Anspruch, die Liturgie in der Hedwigskathedrale verbessern zu müssen, setzte Erzbischof Koch die Vernichtung des denkmalgeschützten Gesamtkunstwerks gegen die kulturellen Interessen der Gesellschaft durch. 
Unter Inanspruchnahme staatlicher Unterstützung von 20 Mio. Euro wurde aus einem Gotteshaus eine schlechte Veranstaltungshalle. Sichtverhältnisse, Akustik, Beleuchtung und Raumklima, die mit dem Umbau entstanden, sind inakzeptabel. Als Veranstaltungshalle ist der gestaltlos triste Kuppelsaal, trotz der optimalen Lage des als „Hauptstadtkathedrale“ ausgerufenen Objekts, wegen all der offensichtlichen Mängel völlig ungeeignet.
Und was ist mit der Liturgie, die als Vorwand für die Denkmalzerstörung missbraucht wurde?

Aus einem weiten liturgischen Raum wurde durch Umbaus eine profane Halle

Bei Bedarf wird ein Vortragekreuz in der Nähe eines Betonblocks aufgeständert. Ein vom vernichteten Gesamtkunstwerk übriggebliebener Tabernakel ist in einer Fensternische abgestellt. Sonst gibt es nur Betonblöcke und Holzstühle. 
Drumherum und zwischendurch kurven ältere Herren in textilreicher Kostümierung.
Bei der Priesterweihe am 30.05.2026 mit vielen zelebrierenden und behilflichen Akteuren wurde besonders deutlich, dass das Umbauergebnis keine würdevolle Liturgie ermöglicht.
Rings um eine leere Mitte sitzen Zuschauer, die nur die Rücken der Vorderleute sehen, wenn sie nicht in der ersten Reihe sitzen. Die meisten können nicht erkennen, was an der Betonhalbkugel passiert, die von den Gewändern der Geistlichen abgeschottet wird. Beobachter, die nicht auf den vordersten Stühlen sitzen, können das Gewusel in Raummitte nicht deuten, auch wenn sie von fast zwölf Dutzend Riesenscheinwerfern aus der Höhe angestrahlt wird. Verwundert fragten sich die Leute: „Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?“

Trotz erhöhter Position der Videokamera ist keine Liturgie erkennbar

Nur Drohnen oder Überwachungskameras können Überblick gewähren

Bei der Videoaufzeichnung der Priesterweihe waren Kameras auf den für Zuschauer gesperrten Emporen notwendig, um aus der Perspektive von Vögeln das zu zeigen, was den Besucher verborgen blieb. Wollte man ein Filmstudio bauen, um mit fliegenden Kameras Bilder für das Internet zu produzieren? 
Die Anwesenden sehen jedenfalls kaum etwas.

Wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn hin?

Die Bewegungsabläufe in der schlecht einsehbaren Ebene um die Betonklötze inmitten der Stuhlkreise erschließen sich den Besuchern nicht, auch wenn sie versuchen, über die Köpfe der vor ihnen platzierten hinwegzuschauen.
Plötzlich laufen alle Geistlichen in Richtung Orgel und nur einer bleibt allein auf seinem Stuhl zurück. Alle verlassen Erzbischof Koch, den Verantwortlichen des Totalumbaus.

Plötzlich sind alle weg und einer bleibt allein zurück. Wo laufen sie denn?

Ganz allein sitzt einer

Man sieht sie laufen
auf einen Haufen.
Ganz ohne Glück
Allein zurück
Bleibt nur einer:
–  Es ist Heiner
und sonst keiner.
 

Erzbischof Koch sitzt allein auf hartem Holzstuhl vor gähnender Leere mit Betonklotz

Schwant dem alleingelassenen Bauherrn, Erzbischof Koch, dass der von ihm durchgesetzt Umbau misslungen ist. Erkennt er seinen Fehler oder ignoriert er die auf seine Verantwortung angerichteten Schäden, die frevelhafte Kulturzerstörung und die exorbitante Geldvergeudung?

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