Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen.

Dienstag, 31. März 2020

Selbstsucht statt Nächstenliebe

Der Berliner Erzbischof Koch nimmt Dutzende Millionen von Kirche und Staat, um sich einen neuen Dienstsitz (Umbau Hedwigskathedrale) und für sich selbst noch ein Penthouse bauen zu lassen. Für Notleidende, die von der Corona-Krise betroffen sind, hat Koch nur warme Worte, aber „keinen Cent“.


Angesichts der Corona-Krise wird die Forderung der aufgeklärten Allgemeinheit an die Leitung des Erzbistums Berlin dringlicher 

Keine Geldvergeudung für Destruktives 
(Abriss von Kulturerbe und unnötiger Umbau intakter Gebäude),
sondern Einsatz staatlicher und kirchlicher Mittel 
für konstruktive Solidarität mit Notleidenden.


Dagegen verkündete Erzbischof Koch, als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner Pressemeldung zur Corona-Krise, dass es bei aller Sorge um Schwache und Hilfsbedürftige „keinen Cent“ und keinen „Scheck“ braucht. Er denke an all die Notleidenden, aber hofft, das die Pfarrgemeinden es schon richten werden (zum Wortlaut der merkwürdigen Pressemeldung s. Quelle).


Die bischöfliche Sparsamkeit bei der Hilfsbereitschaft wird von vielen Hilfsbedürftigen als zynisch empfunden, da Erzbischof Koch für eine Umgestaltung seines Dienstsitzes und für den Bau seines Penthouses weiterhin mindestens 60 Millionen Euro staatlicher und kirchlicher Mittel beansprucht.


Illustration der spaltenden Zustände im Erzbistums Berlin angesichts der Reaktion Erzbischof Kochs auf die Corona-Krise (lt. Pressemeldung vom 18.03.2020)


Es ist Zeit zur Umkehr, gerade in der Fastenzeit, 
auch für einen katholischen Bischof, besonders wenn Menschen Not leiden. 

Kirchenmitglieder, aber auch alle Kulturinteressierten hoffen zwar weiterhin auf Einsicht dieses Verantwortlichen des Erzbistums Berlin.

Doch Erzbischof Koch ist vor allem an seinem eigenen Image gelegen. Dafür posiert er bei den Helfern der Berliner Tafel und lässt sich fotografieren, um hübsche Bilder für seine Pressemitteilungen zu haben. An einem guten Eindruck scheint Heiner Koch mehr gelegen zu sein, als an tätiger Hilfe für Bedürftige.



Quelle und Link

Auszug aus der Pressemeldung des Erzbistums Berlin vom 18.03.2020

Familienbischof Heiner Koch zur Corona-Krise
[…]  Der Erzbischof erinnerte daran, dass für Christen Nächstenliebe und die Sorge um die Schwächsten und Hilfsbedürftigen einer Gesellschaft unaufgebbar seien. Dies bedeute keineswegs nur finanzielle Hilfe, so Erzbischof Koch weiter. „Zeit und Zuwendung kosten oftmals keinen Cent, sind aber in diesen Tagen, in denen wir alle zusammenstehen müssen, meist wertvoller und nützlicher als jeder Scheck, der manchmal aber auch als Überbrückung weiterhilft.“ Er hoffe auf das große Potential an Hilfsbereitschaft, das in den Pfarrgemeinden vorhanden ist  […]

Samstag, 29. Februar 2020

Erinnerungspolitische Wende im Erzbistum Berlin

Die erinnerungspolitische Wende
zeigt sich in der Beseitigung des integralen Mahnmals gegen Antisemitismus beim Umbau der Hedwigskathedrale durch die Verantwortlichen des Erzbistums Berlin.

Bis 2018 war das Grab Bernhard Lichtenbergs ein vielbesuchter Ort nicht zuletzt antifaschistischer Erinnerungskultur. Ein Mahnmal für ein Opfer des Faschismus, das selbstlos und entschlossen gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus im Nationalsozialismus auftrat. In der Mitte der Bundeshauptstadt war in der Kathedrale des Erzbistums Berlin durch die zentrale Confessio vor dem Altar jedem Besucher das mahnende Gedenken an den Märtyrer und Seligen unmittelbar präsent. Das leicht zugängliche Grab Bernhard Lichtenbergs in Sichtweite von Tabernakel und Altarkreuz bildete ein unübersehbares Zeichen gegen Faschismus (s. Abbildung des 2018 noch intakten Zustands, der nun zerstört worden ist _https://www.freunde-hedwigskathedrale.de/dokumente/fernsehen/2019-12-12-rbb-abendschau/ ).

Mit dem geplanten und bereits ohne Baugenehmigung begonnenem Umbau der Kathedrale würde die offensichtliche Mahnung aufgegeben und das Andenken an den Gerechten unter dem Völkern (geehrt durch Yad Vashem) wesentlich zurückgedrängt. In einer dann schwer zugänglichen Krypta würden fortan nur noch vorab Informierte den verborgenen Erinnerungsort an den widerständigen Geistlichen, Dompropst Bernhard Lichtenberg, finden können.

Die Verantwortlichen des Erzbistums Berlin würden zur erinnerungspolitischen Wende beitragen, die antidemokratische Kräfte fordern (s. Zitat). Die jetzt in Thüringen und bei der Christlich Demokratischen Partei Deutschlands zu beobachtenden politischen Auswüchse gedeihen auf einem antidemokratischen Nährboden, an dessen Ausprägung sich die Katholische Kirche beteiligt, wenn der bereits begonnenen Umbau der Hedwigskathedrale vorangetrieben wird.

Man weiß seit dem 05.02.2020, dass CDU und FDP an der Seite der AfD stehen,
gegen Grüne, Sozialdemokraten und Linke. 
Wo steht die Katholische Kirche, wenn sie die von der AfD geforderte erinnerungspolitische Wende in Berlin umsetzt?

Zitat Björn Höcke (AfD) 2017:
„Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad."
Quelle siehe Anhang


Die über die zentrale Öffnung in der Hedwigskathedrale Berlin zugängliche Grabkapelle des Seligen Bernhard Lichtenberg war bis 2018 auch ein Mahnmal gegen Faschismus. 
Die bereits begonnene Zerstörung der Confessio ist rückgängig zu machen, weil die Verantwortlichen des Erzbistums Berlin sonst zur Stärkung rechter Kräfte beitragen.


Quellen und Links

1
Björn Höcke (AfD) 2017:
„Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad."

2
Appelle gegen eine Entfernung der Grabstätte Bernhard Lichtenbergs aus der Hedwigskathedrale Berlin

2.1.
Pressemitteilung der Initiative Freunde der Hedwigskathedrale, verfasst von Prof. Dr. Hans Joachim Meyer
Wortlaut:

Beispiele für Reaktionen in den Medien:


2.2.
Brief an den Vorsitzenden des Freundeskreises Yad Vashem, Kai Diekmann, 
zur Frage, ob das Grab des Bernhard Lichtenbergs stört, der von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt wird.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               

Der für spätere Aufrufe dieses Blog-Beitrags im Archiv bezogene Link lautet:

https://st-hedwig-berlin.blogspot.com/2020/02/Erinnerungspolitische-Wende-im-Erzbistum-Berlin-durch-Beseitigung-des-Mahnmals-gegen-Antisemitismus.html