Mittwoch, 31. Mai 2017

Kathedrale ohne Sakrales

Erzbistum Berlin richtet Baustelle ein

Die Reklametafel, mit denen am Bauzaun zur benachbarten Staatsoper der geplante Umbau der Kathedrale propagiert wurde, sind jetzt in der Vorhalle der Kathedrale zu sehen. Die Ausstellung zur Geschichte des Bistums und seiner Bischöfe ist nicht mehr da. Vor großer, würdevoller Tradition würden aktuelle Besserwisser noch kleiner erscheinen, als sie es ohnehin sind.
So wurden die Bauzauntafeln kurzerhand in den Wänden der Vorhalle verbolzt. Wo bald gehobelt wird, können auch jetzt schon Späne fallen. Eine Kathedrale auf Abruf wird nun zur Baustelle.

St. Hedwigs-Kathedrale Berlin im Mai 2017 _Vorhalle mit Reklametafeln des Bauzaunes

St. Hedwigs-Kathedrale Berlin im Mai 2017 _Reklametafeln in der Vorhalle

Neuer Immobilenbesitzer will schnell Fakten schaffen

Wie bei allen Immobiliengeschäften werden schnell die bisherigen Nutzer herausgedrängt. Der langjährige Eigentümer, die Domgemeinde, wird sich eine neue Bleibe suchen müssen. Schrumpfende Gemeinden werden fusioniert. Da wird sich eine andere Kirche finden.
Weil es zu pietätlos wäre, das Grab des Seligen Bernhard Lichtenberg „auszulagern“, soll der Zugang einfach zubetoniert werden. Diese Öffnung zur Unterkirche ist zwar eine Confessio, ein sakraler Bekenntnisort. Wie aber nennen Atheisten und unbedarfte Theologen diesen Weg zum Allerheiligsten und zur Kapelle des Seligen? „Das Loch“. Auch Kardinal Woelki benutzte am Altar dieses unangemessene Wort.


Gotteshaus wird kirchenpolitische Repräsentanz

Aus einer traditionsreichen Bischofskirche soll eine Empfangshalle für Besucher und Politiker werden, die überwiegend nicht an Christi Botschaft interessiert sind. Da ist einiges Störendes zu beseitigen.

Zitat – Schnickschnack-Mehnert

Kirchenvorstand Steffen Mehnert findet es gut, dass die Kathedrale „von dem ganzen Schnickschnack befreit wird

Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands der Domgemeinde, Herr Steffen Mehnert, freute sich schon am 13.12.2015 im Kathedralforum in einem Gespräch mit Leo Zogmayer über dessen Pläne, die Innenausstattung der Kathedrale abzureißen. Der Künstler Zogmayer genoss die Aufmerksamkeit des Gemeindevertreters, da sich sonst kein Zuhörer für seine pantheistisch-philosophischen Phantasien fand.
Das Kirchenvorstandsmitglied umschmeichelte den österreichischen Gast mit Lobhudeleien. Zum Schluss meinte Herr Mehnert, er findet es gut, dass die Kathedrale „von dem ganzen Schnickschnack befreit wird“.
(Diese Worte wurden beim „Treff nach Elf“ in unüberhörbarer Lautstärke von Steffen Mehnert deklamiert. Ein Dementi wäre zwecklos, da das Zitat bezeugt ist.)


Übrigens: Derselbe stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands der Domgemeinde, Steffen Mehnert, nahm an der Beschlussfassung der Domgemeinde teil, das fast 260-jährige Eigentum an der Hedwigskirche aufzugeben und es dem Erzbistum Berlin zu überlassen, damit Erzbischof Koch nach eigenem Gutdünken mit der St. Hedwigs-Kathedrale umgehen kann – Zerstörung der Innengestaltung inbegriffen.

Merkzettel für Abriss und Demontage

– Geweihten Altar abbrechen und Marmorschutt entsorgen
– Tabernakel und Altarkreuz in einem Archiv deponieren
– Weg zum Seligen Bernhard Lichtenberg mit Beton versperren
– Mittigen Haupteingang zur Kathedrale zumauern
– Große Klais-Orgel demontieren, da sie nicht ins Konzept passt
– Farbige Glasfenster für Milchglas entfernen   
– Hegenbarths Kreuzwegbilder abnehmen und archivieren
– etc. etc.

s. dazu auch folgenden Beitrag:

Beitrag_2014-09_Lange-Fehlerliste_Viel-Abriss

Sonntag, 30. April 2017

Destruktives Quartett

Die Demolierer der St. Hedwigs-Kathedrale

Eine Abriss-Gang mit Kölner Protagonisten versucht sich als Cover-Band der „Einstürzenden Neubauten“.

Kultur in der Hauptstadt – Berlin blamiert sich

Die geplante Zerstörung der denkmalgeschützten Innengestaltung der Kathedrale ist eine
karnevalistische Farce für eine Vorlaute und drei Blockflöten

"Die Demolierer" – ein destruktives Quartett mit einer karnevalistischer Farce für eine Vorlaute und drei Blockflöten


Ein paar katholische Groupies (Grütters, Hendricks, Wowereit, Thierse)
jubeln gehorsam, greifen in die öffentliche Haushaltskasse und sponsern das kulturlose und gesetzwidrige Vorhaben der Demolierer mit mindestens 12 Millionen Euro allgemeiner Steuermittel.

Wer nichts von Kunst versteht oder wem Partei- und Kircheninteressen wichtiger sind, sollte keine Verantwortung für kulturelles Erbe tragen oder Einfluss nehmen.

Nach Staatsoper, Museumsinsel, Friedrichswerderscher Kirche wird dann auch die Katholische Kirche einen Bauskandal in den sumpfigen Berliner Baugrund gesetzt haben.

Aufmerksamkeit um jeden Preis, gern auf Kosten der Allgemeinheit.
Only bad news are good news!

Freitag, 31. März 2017

Heilige und Scheinheilige

Heilige
Sie taten selbstlos Gutes und wurden zu Vorbildern.
Scheinheilige 
Sie tun sich selbst hervor durch Reden über Heilige, um Eigeninteressen zu verfolgen und ihre Karriere zu fördern.


Die Heilige Hedwig und 
der Verantwortliche der Kathedrale



Seit 2014 fehlt der St. Hedwig die Kirche der Hand. Nun droht auch auch der Verlust der Gestaltung der ihrer Kathedrale.

Diebe entwendeten 2014 ein Teilstück der Lindenholzplastik der Patronin unserer Kathedrale. Das Kirchenmodell, das die Heilige Hedwig in ihrer Hand hielt, wurde gestohlen und fehlt seitdem.
Restauratoren könnten nach vorliegenden Bestandsfotografien den Schaden leicht beheben und den Zustand wiederherstellen, der dem Original entspricht. Doch auch im dritten Jahr nach dem Verlust hat das Erzbistum keine Reparatur durchführen lassen, die der Patronin respektvoll die Würde wiedergäbe.

Diese Vernachlässigung können die Verantwortlichen nicht mit Geldmangel entschuldigen. An anderer Stelle wird finanziell nicht gespart: 130 000 Euro ließ sich Dr. Koch, der Familienbischof der DBK, seinen Osterbrief 2016 an alle Männer (und Haushaltungsvorstände) im Erzbistum Berlin kosten. Mindestens 2,3 Millionen Euro wurden bisher schon für das Verfolgen der Umbauwünsche der Erzbischöfe Woelki und Koch ausgegeben. Dafür soll der Hl. Hedwig nochmal ihre Kirche genommen werden, indem die bestehende Gestaltung der ihr gewidmeten Kathedrale zerstört wird. Soweit die belegbaren Fakten.

Nun kommt Dompropst Przytarski und will mit seinem Rundbrief vom 26.03.2017 das Andenken an die vernachlässigte Heilige Hedwig für die Umbaupläne an der Kathedrale instrumentalisieren, die er im Auftrag Woelkis und Kochs vorantreibt. Woelkis Protegé Przytarski handelt damit dienstbeflissen nur nach Anweisung. Der Lohn für Vasallentreue ist eine Karriere im Windschatten der Herrschenden.

Für die profanen Ziele des Erzbistum Berlins, mit denen der Dompropst die Patronin in Verbindung bringt, hätte die Heilige Hedwig sich niemals prostituiert.

Anhand der originalen Auszüge aus dem Brief des Dompropstes kann sich jeder Leser ein eigenes Urteil bilden.
Zur besseren Orientierung wird jedes Originalzitat mit einer zuordnenden Überschrift versehen, die farblich abgesetzt wird.



Zeichen des Absenders:
Der neue Dompropst Przytarski:

Der Brief von Prälat Przytarski vom 26.03.2017 wird originalgetreu in Auszügen wiedergegeben.




Die „kalte“ Enteignung der Domgemeinde St. Hedwig,
der das Gotteshaus seit der Schenkung durch Friedrich II. 240 Jahre gehörte:    

Ein Erzbischof stellt sich gegen jeden fachlichen Rat,
den 100 internationale Fachleute ihm gaben und will Denkmalrecht verletzen:    

Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden,
wenn man nicht nachprüfbar belegt, was Kardinal Sterzinsky unterstellt wird:


Nach der salbungsvollen Einleitung folgt Propaganda.
Das Jubiläum der Heiligsprechung Hedwigs bietet den Vorwand:




Es gibt keine Umbaugründe. Nur eine Sanierung ist nötig.
Die geplante Fußbodenheizung, die enorme Wärmedämmung erfordert, ist für Kuppelkirchen bauphysikalisch unsinnig und würde zu Feuchteschäden führen:    


Sinnvoll wäre die behutsame Sanierung der Kathedrale,
die nur ein Bruchteil der Dutzenden Millionen Euro eines Totalumbaus kosten würde.    

Kostenexplosionen von Projekten im feuchten Berliner Baugrund,
sind zu erwarten, wie Fachleute und Berliner Bürger an vielen Beispielen erleben:





Allgemeine Steuermittel geben Politiker für Denkmalzerstörung.
Vielleicht werden Bürger diese gesetzwidrige Verschwendung für Zwecke der Repräsentation des Klerus bei ihrer Beurteilung von Politik und Kirche bedenken.    


Millionenverschwendung bremst private Spendenbereitschaft.
Christen sollten ihre bescheidenen Geldbeträge besser selbst für karitative Aufgaben bereithalten, als sie der verschwenderischen Kirche zu überlassen.

Katholiken wollen die Kathedrale und keinen neuen Leuchtturm.
Kritik wird es weiter geben. Wer soll die Zerstörung der Kathedrale „begleiten“?

Den hier in Auszügen wiedergegebenen Brief unterzeichnete der Dompropst, Prälat Przytarski:
Es ist geläufige Strategie bei der Übernahme von Immobilien, unnötige Umbaumaßnahmen für die Verfolgung von Interessen zu instrumentalisieren, die jenseits der Nutzungsbedürfnisse liegen. Im Wohnungsbau dienen sogenannte „Sanierungen“ hauptsächlich der Gewinnmaximierung durch Mietsteigerungen.

Die neuen Eigentümer der Kathedrale ähneln damit den Protagonisten der Immobilienwirtschaft, die nur im Eigeninteresse auf Kosten der Nutzer umbauen und daher mit einem Begriff charakterisiert werden – „Heuschrecken“.