Erzbischof Koch und das schwarze Loch
Heiner Koch liebt den Karneval wohl mehr als die Aufgaben seines Amtes als Berliner Erzbischof. So verwundert es wenig, dass er die Hedwigskathedrale so radikal umbauen ließ, dass sich das Ergebnis kaum noch als würdiger Ort katholischer Liturgie eignet.
Er entfernte das Kuppelkreuz, um die Öffnung in der Kuppel mit einer Plastikkappe abdecken zu lassen. Nun wirkt das ehemalige Opaion abends wie ein schwarzes Loch. Mit 129 riesigen Scheinwerfern sollte dies wohl ausgeglichen werden. Allerdings werden dadurch die Besucher der Halle nun unangenehm geblendet.
Die meisten Menschen, die sich rings um die Betonhalbkugel auf den Stühlen verteilen, haben keine Sicht auf die im Zentrum zelebrierte Liturgie, wenn sie nicht in der ersten Reihe platziert sind. Wer vorn nichts sehen kann, lässt die Blicke schweifen und schaut zwangsläufig nach oben. Das grelle Licht blendet dann und sticht in die die Augen.
Es ist eben mehr Karneval als Kirche.
Karneval in Sankt Hedwig Mitte Berlin
Bischof Koch und sein Loch
Ringsum Rücken zwischen Stühlen,
die die Kälte des Raumes fühlen,
und alles verdecken,
wonach sie sich recken.
Inmitten steht er, Heiner Koch.
Man sieht ihn weder, hört ihn noch.
Auf den tiefen Sinn des Lebens
hoffen Menschen hier vergebens.
Versucht man’s doch,
bleibt nur ein Loch,
das mit grellem Licht nur blendet,
wer den Blick nach oben wendet.
Das Übel kam vom Westen her.
Nun ist die Kuppelhalle leer,
und der Kreuzentferner Koch
steht nur noch für’s Deckenloch.

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