Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen, seit 2018 geschlossen und im Zuge eines Radikalumbaus in Verantwortung von Erzbischof Koch zerstört.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Sankt Hedwig Mitte Berlin_Beton als Symbol der Kirche

Touristen besichtigen eine Baustelle im historischen Zentrum

Seit mehr als 7 Jahren umschließt eine Bretterwand ein denkmalgeschütztes Gebäude am Bebelplatz. Seit einem Jahr ist ein Zugang zum Inneren möglich über eine Treppe neben dem Hotel de Rome und gegehüber dem Künstlereingang der Staatsoper Unter den Linden. Reisende möchten beim Sightseeing nichts verpassen und nehmen deshalb jede Empfehlung wahr. Bei der Besichtigung von Sankt Hedwig Mitte können die Besucher viel Zeit sparen. Die weiße Halle oben und die düstere Gruft im Keller sind in wenigen Minuten umrundet, sodass man sich schnell wieder echten Sehenswürdigkeiten entlang de Boulevards "Unter den Linden" auf dem Weg zum Brandenburger Tor zuwenden kann. Sankt Hedwig Mitte hat beste Chancen, als schnellst erledigter, weil langweiligster Programmpunkt im Ranking der Touristenziele notiert zu werden.

Wann geht es weiter? Wann wird der Rohbau ausgestaltet?

Obwohl man die Baustelle seit einem Jahr – mit einigen monaten Unterbrechung – besichtigen kann, hat sich nichts zum Positiven verändert. Besucher fragen, wann die provisorischen Milchglasscheiben endlich gegen künstlerisch gestaltete Kirchenfenster ausgetauscht werden. Von dem Kuppelloch blenden permanent die Scheinwerfer, obwohl keine Ausbauarbeiten erfolgen. Eine Lichtgestaltung und differenzierte Raumausleuchtung mag nicht einfach und kostspielig sein, doch bei mehr als 44 Millionen Euro Baukosten, sollte dafür doch ein Budget vorgesehen worden sein. Bisher ist nur eine sterile Kuppelhalle zu sehen, in der unzählige mit Filz beklebte Holzstühle gelagert werden und zwei Betonklötze präsentiert werden, als stünden sie zum Verkauf und fänden keine Interessenten.

Ein Betonblock symbolisiert Christus

Der Verantwortliche des Umbaus, Erzbischof Koch, bezeichnete die Halbkugel aus Terrazzobetonin der Mitte der Kuppelhalle als "Zeichen für Christus". In dieser erstarrte Masse aus einem Zement-Sand-Gemisch sind Steine eingeschlossen und gefangen. Die tote Materie steht nach Ansicht des Erzbischofs für die kirchliche Gemeinschaft, die leblosen Steine repräsentieren die Mitglieder der Gemeinde. Ein trostloses Bild für eine Kirchengemeinschaft. Demnach ist die Kirche erstarrt, trist und öde.

Terrazzo-Beton ist bei Sankt Hedwig Mitte
das Symbol für die Kirche


 

Wofür steht die räumliche Struktur?

 

Was ist beim Umbau schiefgegangen?

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen