Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen.

Dienstag, 26. Juli 2022

Kochhaube als Kochs Haus

Weiß denn da einer,
welchen Unfug er tut?
Es baut der Heiner
seinen Namen als Hut.


In Fortsetzung des Beitrags vom Juni 2022 (http://st-hedwig-berlin.blogspot.com/2022/06/Erzbistum-Berlin-zeigt-Fratze-der-Zerstoerer.html), bei dem der Schwerpunkt auf der verantwortungslosen Vernichtung von nachnutzbarer Bausubstanz durch das Erzbistum Berlin lag, geht es hier um die läppische Form des geplanten Ersatzes.

Schielender Eckensteher mit Origamihut
Wofür soll der stabile und gut gegründete Neubauteil des Bernhard-Lichtenberg-Hauses abgebrochen werden? Für einen uninspirierten, einfallslosen Entwurf von fleißigen Mitarbeitern eines bekannten Büroinhabers. Der Name des Büros ändert nichts an der Trivialität des Ergebnisses. Ein monolithisch wirkender Baublock als Anbau an einer Straßenecke mit grober Lochfassade und kosmetischen Fassadendetails. Ein derart langweiliger Verwaltungsbau im Zeitgeschmack könnte in jeder Provinzstadt stehen. Zuvor war ein ähnlicher Entwurf des selben Büros in einem Wettbewerb für die Stadtbücherei in Esslingen gescheitert (s. Abbildung). Was die Schwaben nicht wollten, nimmt der rheinische Kirchenfürst in Berlin gern. Denn Resteverwertung von verbrauchtem Design ist schon bei der baulichen Entstellung der ehemaligen Hedwigskathedrale Programm.

Beim Bernhard-Lichtenberg-Haus werden nun für diese Nullnummer ein intaktes Gebäude abgerissen und 17 Millionen Euro Kirchenvermögen verschwendet. Die Überschrift "Schielender Eckensteher mit Origamihut" bezieht sich auf den skurrilen Ausdruck der geplanten Neubaufassade. Bei genauer Betrachtung erinnert das in Faltenform erscheinende Dachgeschoss an eine Kochmütze.

Haben die Planer bewusst eine Ironisierung des Bauprogramms und Veralberung des Auftraggebers bezweckt, die dem verulkten Bauherrn nicht auffiel?
Das Gesicht des Hauses zeigt einen verwirrtem Blick – die Fenster schielen im Wechsel der Etagen mal nach links und mal nach rechts. Der Baukörper von Kochs Haus wird als Eckensteher mit Kochhaube präsentiert.
Vielleicht ist es sogar der Bauherr, dessen Persönlichkeit nicht beeindrucken kann, der auf diese Weise mit seinem Namen aufzufallen versucht? Und sei es mit einer peinlichen Eselsbrücke:
Kochs Haus ist das mit der Kochmütze.

Möglicherweise ist es aber auch nur purer Formalismus der Planer, der zu der clownesken Hausansicht führte.

Betrachtung der geplanten Residenz für Erzbischof Koch
unter Verwendung des von Max Dudler veröffentlichten Entwurfs für einen Ersatzneubau
anstelle des abzureissenden Neubauteils des Bernhard-Lichtenberg-Hauses des Erzbistums Berlin

 

 

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