Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen.

Mittwoch, 31. März 2021

Eine Kirche ohne Segen

Segnungsverbot

Eine Organisation grenzt mit dem spaltenden Segnungsverbot Menschen aus, die in Liebe verbunden sind. Mit der Sinnlichkeit verbannt die katholische Kirche auch ihre Sinnhaftigkeit für Menschen. Die diffamierende Sexualmoral entlarvt den vermeintlich barmherzigen Klerus als menschenfeindlich.

 

Wer Segen verbietet, sollte weder segnen noch gesegnet werden.

Die Katholische Kirche darf keine Beziehung segnen, die nicht zu menschlicher Reproduktion führt. Diesem herzlosen Postulat einer Gruppe betagter männlicher Singles im Vatikan, pflichtete nun diensteifrig der derzeitige Kölner Erzbischof Woelki bei (FAZ, WELT, SZ). Stattdessen hatte die Öffentlichkeit von diesem taktierenden Vertuscher nur noch seinen Amtsverzicht als letzte Amtshandlung erwartet.

 

Wenn das Reproduktionspotential grundlegend ist, sollte die Kirche keinesfalls zölibatär lebende Männer weihen. Doch die Kirche tut es seit fast neunhundert Jahren, damit Würdenträger und Kirchenfürsten nicht leiblichen Erben, sondern allein der Institution ihr Vermögen hinterlassen. Deren Lebensweise, die die Unterdrückung des Geschlechtstriebs verlangt, führt nicht zu legitimem Nachwuchs, sondern mehrt allenfalls die Anzahl traumatisierter Kinder, die systembedingt Opfer sexueller Übergriffe wurden. Nach den jüngsten öffentlichkeitswirksam zelebrierten Aufklärungssimulationen von Spitzen der Katholischen Kirche sind nun die schutzbefohlenen Kinder in kirchlicher Obhut weiter dem vermehrten Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt. Das staatlicher Kontrolle entzogene System der Katholischen Kirche, das auf Macht, Anhängigkeit, Befehlsordnung, Gehorsamkeitspflicht und Verheimlichung beruht, ist strukturell ein Nährboden für Machtmissbrauch und Sexualverbrechen. Das kirchliche Segnungsverbot homosexueller Paare ist ein triumphales Signal zum „Weiter so!“

 

Definition von Eunuchentum

Das katholische Eunuchentum (Zölibat) zwingt dienstbare Männer zur Unterdrückung ihrer Fleischeslust, ohne den Trieb physisch zu unterbinden. Der nur psychisch niedergehaltene sexuelle Drang bricht sich bisweilen in teils absonderlichen Praktiken bahn. Geistliche können dazu ihre strukturbedingte Macht über wehrlose Schutzbefohlene missbrauchen, die als bloße Objekte der Begierde zu Opfern sexueller Verbrechen werden, an denen sie lebenslang leiden.

Das katholische Eunuchentum ist also inkonsequent.

Konsequent im Sinne katholischer Sexualmoral wäre eine chirurgische Kastration der Priester bei deren Weihe.

 

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