Der denkmalgeschützte Innenraum der Hedwigskathedrale, 1963 von Prof. Hans Schwippert geschaffen.

Dienstag, 29. September 2020

Lumpen in Brokat – Missbrauch in der Kirche

Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche 


„Lumpen“ steht nicht für den Rohstoff zur Wiedergewinnung von Fäden für edle Stoffe, sondern als der Oberbegriff für Gestalten, die ihr unehrenhaftes Wesen mit feinem Zwirn verdecken wollen. Täuscher, Schwindler, Lügner, Hochstapler, Taschendiebe, Betrüger und Gewalttäter verbergen sich auch in teuren Gewändern mit christlichen Symbolen.
Detail der Wandbespannung des Fürstensaals im Fuldaer Schloss bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 24.09.2020   Foto: ZDF heute journal update vom 25.09.2020


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Donald Trump hat die aussortierten Spielzeuge seiner Lust mit höheren Schweigegeldern abgefunden, als klerikale Verantwortliche die Opfer des strukturellen, machtbedingten sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche entschädigen wollen.
Jahrzehntelang schützte die Katholische Kirche geweihte Gewaltverbrecher in ihren Reihen, vertuschte ruchbar gewordene Taten und ließ die „Brüder“ andernorts weiter sexuelle Gewalt gegen Schutzbefohlene ausüben. Eine freie und unabhängigen Erforschung der Verbrechensursachen und -ausbreitung verhindern die Verantwortlichen weiterhin und entziehen die Täter einer staatlichen Strafverfolgung. Die Katholische Kirche ist daher eine vom Staat privilegierte und mitfinanzierte Organisation, die sich allgemeingültigen rechtsstaatlichen Normen widersetzt. Solange im Kreis der potentiellen Täter und Vertuscher, die Schuldigen nicht identifiziert und rechtsstaatlich zur Verantwortung gezogen worden sind, wird man die Adretten nicht von den Lumpen trennen können.

Der Schutz der Kirche gilt in erster Linie den Tätern. Bei der Abfindung der Opfer, deren Biografien von perfide agierenden Priestern zerstört wurden, orientieren sich die Bischöfe an „zivilrechtlichen Regelungen für Schmerzensgeld“.

Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 24.09.2020 bei der Erledigung der misslichen Folgen des jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche – Podium
Foto: ZDF heute journal update vom 25.09.2020    


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Nach Abschluss der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Beschluss einer maximalen Abfindungssumme für Menschen, von denen viele psychisch gebrochen sind, brachte im ZDF-heute journal eine Betroffene das systemische Vorgehen der Kirchenoberen auf den Punkt:

„Es ist, ich sag einfach mal, bischofstypisch. Es ist dieses typische Vorgehen: 
Man fertigt die Menschen einfach ab. Und das nicht nur mit Blick auf Betroffene, sondern ich denke, das ist so ein Kernpunkt des Gesamtsystems:
Menschen werden einfach abgefertigt.“



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