Donnerstag, 30. Juni 2016

Die berechtigte Furcht vor dem Eigentor

Parabel auf das Ausscheiden von Dompropst Rother,
das allseits freudig begrüßt wurde.

Überfällige Auswechslung
Der Trainer hat den Spieler, der durch Fouls und Schwalben auffiel, endlich vom Platz genommen, wie viele meinen, aber zu spät. Mit Eigensinn und Überheblichkeit hatte er der Mannschaft schon geschadet.
Die Auswechslung verknüpfte der Trainer jedoch mit folgendem, allzu überschwänglichem Lob: Als er vor kurzem sein Amt in Berlin antrat, hätte er gerade von diesem Spieler das meiste über die Mannschaft, den Verein und das Stadion gelernt.
Das ließ die Hoffnung in einen guten Ausgang des Spiels schwinden. Musste der Trainer nicht auch andere Berater konsultieren, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten, das ihn zu einer erfolgreichen Führung befähigen würde?
Wird der Trainer weiterhin die Stärken der Mannschaft ignorieren und angesichts der schwachen Deckung mit gefährlichen Rückpässen operieren?
Ein Eigentor wäre die absehbare Folge.
Wird die bisherige Spielweise fortgesetzt, könnte der Verein, der sich selbst immer für den Favoriten gehalten hat, bald aus dem Turnier ausscheiden.

Wenn das Eigentor ins Netz ginge …

Erzbischof Dr. Koch hat Prälat Rother vom Amt entbunden.
Damit wurde am 29. Juni 2016 der bisherige Beauftragte des Erzbistums für Bauaufgaben an der St. Hedwigs-Kathedrale verabschiedet.
Jede offensichtliche Eigenart, Anmaßung und Überheblichkeit deutete der Erzbischof als positiven Charakterzug, der dem Bistum zugute kam. Bei den Schlussworten an den scheidenden Dompropst sah der Erzbischof dessen besonderes Verdienst „in ihrem Wunsch, die Kathedrale zu erneuern und Stück für Stück voranzubringen“. Übernimmt der Erzbischof kritiklos dessen Vorgehen beim Umgang mit der St. Hedwigs-Kathedrale?
– Verweigerung von Pflegemaßnahmen zur Werterhaltung im Bestands. 
s. Link:  Vom Agieren des Baubeauftragten Dompropsts 
– Intransparenz der Umbauplanung und Verheimlichung der bekannten Kosten.
s. Link:  Der-Griff-in-die-Staatskasse
– Verunglimpfung der in der Bistumstradition anerkannten Innengestaltung.
s. Link:  Fachartikel zur St. Hedwigs-Kathedrale
– Geplante Zweckentfremdung von Stiftungsmitteln für den Umbau
s. Link:  Limburger-Verhaeltnisse--Zweckentfremdung-Stiftungsmittel  


Ohne Distanzierung von den Fehlern des bisherigen Beauftragten übernimmt der Erzbischof die volle Verantwortung für dessen Handeln und wird damit Adressat der notwendigen Kritik.


Die Umsetzung des geplanten Umbaus würde zum Eigentor für das Erzbistum Berlin werden.
Startschuss für einen neuen Bauskandal in der Hauptstadt:
Die riskante und kostspielige Entleerung und Nivellierung der Kathedrale bietet mehr Zündstoff für Journalisten als der Limburger Skandal.
Berlins teuerste Umkleideräume im Grundwasser:
Für einen zweistelligen Millionenbetrag soll unterirdisch der Ankleidebereich für Geistliche (Kellersakristei) vergraben werden. Dabei werden direkt angrenzende Fundamente des historischen Bauwerks um mehr als 4 Meter unterfahren, Rutscht, reißt oder senkt sich die barocke Kirche? Spannung und Zusatzkosten sind garantiert.
Korruption wird erwartet:
Senatsbaudirektorin Lüscher soll gesetzwidrig den Denkmalschutz streichen, damit Woelkis Wünsche wahr werden.
Lobbyisten verlangen für ihre Eigeninteressen staatliche Mitfinanzierung:
Politiker sollten klare Kante zeigen und die egoistischen Wünsche für Repräsentationszwecke der Kirche zurückweisen. Das wird zum Prüfstein ihrer politischen Glaubwürdigkeit bei den bevorstehenden Wahlen. 
Liturgie als Vorwand für Repräsentationswünsche:
Belegbare Unwahrheit bei liturgischen Fragen mindert die Glaubwürdigkeit der Kirche. Wenn Glaube, Seelsorge und Caritas hinter Eitelkeit und Selbstdarstellung zurücktreten, verliert Kirche ihren eigentlichen Sinn. Dann verlassen weiterhin die Mitglieder die Kirche, denen am Glauben und nicht an Image gelegen ist.

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