Samstag, 20. Juni 2015

Die Katholische Kirche soll sich radikal wandeln?


Bildet die „radikale Reduktion“ der Kathedrale nur den Beginn?
Dieses Umgestaltungsprinzip Zogmayers, der vom Erzbistum schon mit der künstlerischen Leitung des Umbaus betraut wurde (13.05.2015), will die Übergangsleitung wohl noch während der Vakanz durchsetzen. Woelkis Vermächtnis würde dem neuen Erzbischof Koch aufgebürdet werden. Danach müsste unser neuer Erzbischof seinen Bischofsstuhl auf einer Baustelle oder außerhalb der Kathedrale in Besitz nehmen. In den ersten Jahren zöge er mit Schutzhelm statt Mitra in die Kathedrale ein.

Was erwartet uns beim Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale:
  • Milchglasscheiben für die Fenster, eine Plastikschale für das Oberlicht.
  • Altäre, Leuchter, Stufen sowie alles, was aus Marmor ist, werden herausgerissen und der Boden nivelliert. 
  • Stattdessen werden über der zubetonierten Unterkirche auf platter Fläche um eine Halbkugel herum viele Stühle im Kreis aufgestellt.
  • Ohne liturgische und bautechnische Gründe wird dieser immens teure Umbau geplant (60 - 80 Mio. Euro, zuzügl. Kosten durch Baugrundprobleme).


Um ahnungslosen Katholiken diese geschmacklose Diätkost zu hohen Preisen verkaufen zu können, braucht es aufwendige Werbung mit beschönigenden Worten.


Die folgenden Überlegungen beziehen sich nicht auf den baugeschichtlichen Inhalt, sondern lediglich auf den Titel der Ausstellung und auf die Ankündigung im Prospekt:
"Sehen Sie die Entwicklung von den ursprünglichen Entwürfen über die historischen Umbaumaßnahmen bis hin zu der aktuellen Umgestaltungsplanung der St. Hedwigs-Kathedrale."
Sollen die über ein Jahr alten Wettbewerbstafeln, eines nicht umsetzbaren und nicht funktionsfähigen Entwurfs, allen Ernstes gleichberechtigt neben baugeschichtlich bedeutende Dokumente gestellt werden?





Titel der Ausstellung im Kathedralforum
„St. Hedwig im Wandel“ – klingt erst einmal ganz toll.
Immer mal etwas Neues, schließlich hat das Bauwerk eine weibliche Patronin. Nun musste das Haus schon ganze fünfzig Jahre ohne Dekorationswechsel durchhalten.

Aber eigentlich ist es doch eine Kathedrale. Andere Dome haben hunderte Jahre ihre stilvolle Gestaltung bewahren dürfen. Es gibt auch noch Gläubige, die in der Kirche einen Ort des Gebets und des Gottesdienstes sehen. Warum soll dann der kirchliche Innenraum abgerissen werden, um eine neutral gehaltene Veranstaltungshalle für allerlei Events daraus zu machen?

Vorausschauendes Immobilienmanagement oder nur Wandel um des Wandels willen?


Schon mit dem Titel der am 21. Juni 2015 beginnenden Ausstellung „St. Hedwig im Wandel“ im Kathedralforum des Bernhard-Lichtenberg-Hauses wird die Assoziation geweckt, der permanente Wandel nach dem Zeitgeist wäre ein katholisches Prinzip:


Im Wandel – ein katholisches Prinzip?
–  Änderung des Glaubens bei wechselnden äußeren Umständen?
–  sich wandelnder Zeitgeist bestimmt kirchliche Standpunkte?
–  permanenter Wechsel theologischer Grundsätze?

  
Beginn einer Vortragsreihe im Erzbistum Berlin?

1. St. Hedwig im Wandel
Wann folgt der nächste Umbau? Jeder Bischof baut sich seinen Dom?

2. Religion im Wandel
„Zwischen Religion und Kunst ist nicht wirklich zu unterscheiden. Es geht um dasselbe.“
These des vom Erzbistums Berlin mit der künstlerischen Umbauleitung Beauftragten,
Leo Zogmayer,  am 31.10.2014 in der Katholischen Akademie Berlin

3. Glaube im Wandel
Welcher Glaube passt noch in unsere Zeit? Wieviel Glaube ist noch nötig?

4. Moraltheologie im Wandel
Die Ehe auf Zeit? Wieviel Kirchensteuer kostet eine Erlösung?

5. Kirchenbau im Wandel
Nachhaltigkeit war gestern – mit Coolness auffallen – Präsenz ist alles?


Weitere mögliche Highlights

–  Glaube light
–  „Church to go“
–  Mehr als nur Gott – Events in die Kirche!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen