Sonntag, 25. Juni 2017

Altes Denken, wenig Logik

Familienbischof Koch gegen Ehe für alle


Der in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Ehe und Familie zuständige Berliner Erzbischof Koch ist gegen die Ehe zwischen Menschen, die keine heterosexuelle Orientierung haben.
Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet in „domradio.de“ (Köln) über aktuelle Aussagen des katholischen Familenbischofs Koch:
„Die zunehmenden Rufe nach einer "Ehe für alle" stellen nach Ansicht von Erzbischof Heiner Koch einen Bruch mit einem Jahrhunderte alten Eheverständnis dar. Dabei gehe es um mehr als nur um einen Streit über den Begriff.“
Der vollständigen Beitrag kann hier nachgelesen werden:

Statt „Bruch … alten Eheverständnisses“, lieber Abbruch eines intakten Kirchenraums?
Über den „Bruch“ alter Denkweise klagt der Kirchenverantwortliche, der im eigenen Hause, der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale, einen radikalen „Traditionsbruch“ durch die Zerstörung der identitätsprägenden, traditionsreichen Innenraumgestaltung plant.
Siehe dazu den Beitrag: „Traditionsbruch“ verursacht Religionsverlust

Ablenkung
Wer selbst skandalöse Kulturlosigkeit zu begehen plant, lenkt gern vom eigenen fragwürdigen Verhalten ab und versucht, in der Öffentlichkeit auf Themen zu verweisen, für die andere verantwortlich sind.

Wertvollem Kulturerbe gebührt Denkmalschutz, nicht aber Begriffen

Wer bestimmt die Politik?
„Früher war alles besser.“ Die Kirche bestimmte allein, was rechtschaffen und seligmachend ist. Im 18. Jahrhundert begann die „Aufklärung“. Mittlerweile ist das 21. Jahrhundert angebrochen, wir leben in Mitteleuropa.
Bistümer, die im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland liegen, sollten das verfassungsgebende Grundgesetz beachten. Das Gleichberechtigungsgebot anzuzweifeln, zeugt nicht von Klugheit. Über die Rechte von Bürgern entscheiden in der Demokratie die Bürger.
Es kann der Katholischen Kirche, die religiöse Anschauungen eines immer kleiner werdenden Teils der Bevölkerung vertritt, also nicht ernsthaft um den Anspruch gehen, die Lebensverhältnisse der Gesamtbevölkerung bestimmen zu wollen. Doch gerade das suggeriert die Bemerkung des katholischen Erzbischofs Koch: „Dabei gehe es um mehr als nur um einen Streit über den Begriff.“

Was wäre klug?
Dabei entbehrt es bereits der Logik, den Begriff „Ehe“ für Lebenspartnerschaften reklamieren zu wollen, die aus religiöser Sicht als höherwertig erachtet werden.  Es gibt kein Urheberrecht für den Begriff „Ehe“.
Intellektuell anspruchsvoller wäre die Einführung eines klar definierten Begriffs, der für die Besonderheiten der exklusiven Lebenspartnerschaft steht, die Erzbischof Koch meint. Für diesen eindeutigen Begriff, der den gesellschaftlichen Diskurs bereichern würde, statt sich in Definitionsdebatten zu verzetteln, könnte der Leiter der Kommission Ehe und Familie der DBK, Erzbischof Koch, Markenschutz beantragen.

Zerstörer von Kultur, Erfinder von Worten
So würde der derzeitige Berliner Erzbischof nicht nur als Zerstörer eines bedeutenden gesamtdeutschen Kulturdenkmals in die Geschichte eingehen (Innengestaltung der Hedwigskathedrale). Man würde seinen Namen vielleicht mit der Einführung eines neuen Begriffs und dessen Pflege in Verbindung bringen.
Zur geistigen Unterstützung wird hier sicherheitshalber gleich ein Vorschlag unterbreitet:
Katholische Ehe“ (gültig für den Bereich der Deutschen Bischofskonferenz)

Wenn es schon den von Dr. Koch verwendeten Begriffen an Eindeutigkeit fehlt, bleiben seine Wortbeiträge natürlich ohne Relevanz.
Verwirrung bei der Verwendung von Begriffen trägt „zu einer allgemeinen und nicht zuletzt rechtlichen Verwirrung" bei, können Erzbischof Kochs Aussagen mit seinen eigenen Worten resümiert werden.

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