Dienstag, 14. April 2015

Der Fleck in der Kuppel der Kathedrale wächst

Woelkis Wischung wirkt weiter
Was der ehemalige Berliner Erzbischof, Kardinal Woelki, zur Verkündigung des Umgestaltungswettbewerbs in der Kathedrale begann, setzen nun Witzbolde fröhlich fort.
In frischem Schnee auf parkenden Autos hinterlassen Kinder gern lustige Botschaften. Ebenso leicht entstehen auf verstaubten Flächen drastische Hinweise an nachlässige Eigentümer, die oft mit Vertretern aus dem Tierreich verglichen werden. Diese Kritzeleien verschwinden entweder in der Waschstraße oder sobald die Sonne scheint.

Kardinal Woelkis Fleck in der Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale ermutigt zu weiteren Verunstaltungen



In der St. Hedwigs-Kathedrale ist es anders. Der Fleck, den Kardinal Woelki in der Kuppel oberhalb der Orgel wischen ließ, ist nicht wieder verschwunden und wurde auch nicht beseitigt. Wie eine Narbe verweist er mahnend auf Vernachlässigung.

Umbaubegründung?
In Jahrzehnten ohne Reinigung ist die Innenseite der Kuppel verstaubt und dunkel geworden. Das hätte ein engagierter Erzbischof zum Anlass nehmen können, sich um die Pflege der Kathedrale zu kümmern. Kardinal Woelki dagegen nutzte, indem er die Verschmutzung mit dem Fleck noch betonte, den Zustand dazu, seine Umbauwünsche zu begründen (Woelki: "Heute ist der Innenraum stark verschmutzt und wir sind – über einen Architektenwettbewerb – dabei, ein angemessenes Raumkonzept zu finden, …". Berliner Morgenpost, 15.06.2014).
Die fehlende Logik spielte dabei wohl keine Rolle.
Der Kardinal ging, der Fleck aber blieb.

Respekt
Was bedeutet das für den Respekt, den man dem Haus Gottes entgegenbringen sollte?
Wie geht man mit Räumen um, die dem Gebet und dem Lob Gottes zu seiner Ehre dienen? 
Wer auch immer neben Woelkis Fleck das Wischen fortsetzte und kreative Muster hinterließ, hatte ein ehrenwertes Vorbild. 
Wem sollte man einen Vorwurf machen?

Kritzeleien der Nachahmer Kardinal Woelkis in der Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale (Ausschnitt aus der Ansicht oben)


Muster an Decken, Reklametafeln in Andachtsnischen und 
Aufrufe zur Mobilfunknutzung in der Bischofskirche – 
Ist die St. Hedwigs-Kathedrale noch ein Gotteshaus
oder schon eine Baustelle?



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen